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Im Landkreis Stade fehlen günstige Wohnungen

Der Bau von Mehrfamilienhäusern gehört zu den Handlungsempfehlungen des Konzeptes Foto: Archiv

Kreisverwaltung  legt Wohnraumversorgungskonzept vor

jd. Landkreis. Es fehlt Wohnraum, der auch für Personen mit niedrigem Einkommen erschwinglich ist: Diese Erkenntnis ist nicht neu. Gerade kleinere Wohnungen sind rar gesät. Was bisher nur unabhängig voneinander in den einzelnen Gemeinden wahrgenommen wurde, ist jetzt im Rahmen einer kreisweiten Gesamtschau betrachtet worden. Fachleute haben einen Blick auf die Wohnungssituation in sämtlichen Kommunen geworfen und ein sogenanntes Wohnraumversorgungskonzept erstellt. Der Entwurf wurde jetzt der Politik vorgelegt. Und siehe da: Die Experten kommen zu dem Ergebnis, dass künftig vielerorts Wohnungen im Niedrigpreissektor fehlen.


Voraussetzung für Fördergelder

Auch wenn das Konzept im Grunde nur bestätigt, was alle Akteure wissen: Das Papier hat durchaus seine Berechtigung, denn es beinhaltet eine Prognose für den künftigen Wohnungsbedarf und kann als Grundlage für die örtliche Bauleitplanung dienen. Für jede Gemeinde enthält die Expertise konkrete Handlungsempfehlungen im Rahmen von "Kommunalsteckbriefen".

Wichtig ist das Konzept aber auch, weil es eine Voraussetzung für die Gewährung von Fördermitteln für den sozialen Wohnungsbau darstellt. Sollten Bund und Land endlich die Förderrichtlinien an die tatsächlichen Notwendigkeiten anpassen, dürften in diesem Bereich sicher vermehrt Zuschüsse beantragt werden.


Nord-Süd-Gefälle im Landkreis

Grob betrachtet lässt sich im Landkreis ein Nord-Süd-Gefälle ausmachen: Nordkehdingen und Buxtehude stellen die beiden Extreme dar. Während es in der Region rund um Freiburg und Balje kaum eine größere Nachfrage nach Mietwohnungen geben wird, steht der Wohnungsmarkt im Südkreis zunehmend unter Druck. Dort gibt es vor allem Angebots-Engpässe bei Ein-und Zwei-Zimmer-Wohnungen im unteren bis mittleren Preissegment.

Das Gefälle schlägt sich auch auf die Mietpreise nieder: Während in Nordkehdingen die Kaltmiete im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre bei 5,80 Euro je Quadratmeter lag, wurden in Apensen 7,20 Euro und in Buxtehude sogar 7,94 Euro verlangt. Die vom Landkreis mit der Konzept-Erstellung beauftragten Experten des Institut InWIS aus Bochum haben die Kommunen im Kreisgebiet auf Basis des Ist-Zustands, der Perspektiven für die Zukunft und der sich daraus ergebenden Maßnahmen beim Wohnungsbau in drei Kategorien aufgeteilt.


Einteilung in drei Kategorien

Als einzige Gemeinde ist Nordkehdingen in der Kategorie "schwaches Marktumfeld" eingestuft. Dort muss daran gearbeitet werden, die Dörfer attraktiv zu gestalten, Leerstände mit schlechter Bausubstanz durch Neubauten zu ersetzen und die Bleibeperspektive für die dort lebenden Menschen zu erhöhen. Ein "stabiles Marktumfeld" weisen Jork und Drochtersen sowie die Samtgemeinden Lühe, Horneburg und Fredenbeck auf. Hier sind die Prognosen hinsichtlich der künftigen Wohnentwicklung allerdings noch unklar. Diesen Kommunen wird empfohlen, mehr seniorengerechte Wohnangebote zu schaffen, bezahlbaren Wohnraum anzubieten und sich weiter als attraktiver Wohnstandort zu profilieren.

In die Kategorie "wachsendes Marktumfeld" sind neben den Städten Stade und Buxtehude die Samtgemeinden Harsefeld, Apensen und Oldendorf-Himmelpforten eingestuft. Sie müssen sich darauf einstellen, eine breite Vielfalt an Wohnformen anzubieten und mehr erschwinglichen Wohnraum für Geringverdiener zu schaffen. Außerdem sollte das Bauen in Ortslagen Vorrang vor der Erschließung neuer Baugebiete haben.

• Über weitere Aspekte des Wohnraumversorgungskonzeptes berichtet das WOCHENBLATT in einer der kommenden Ausgaben.