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Kletteraktion gegen Kohlekraft: "Robin Wood"-Aktivisten verteilten in Stade Flugblätter

Luftiger Protest: eine der beiden Baumkletterinnen
jd. Stade. "Kein neues Kohlekraftwerk! Nicht in Stade - nirgendwo!" - Mit dieser Forderung war ein Transparent versehen, das zwei Baumkletterinnen von "Robin Wood" am Samstagvormittag auf dem Stader Pferdemarkt in luftiger Höhe zwischen zwei Bäumen aufhingen. Ort und Zeit hatten die Umwelt-Aktivisten bewusst für ihren "Auftritt" gewählt: In der Innenstadt herrschte reichlich Markttrubel. Jede Menge Aufmerksamkeit war den Umweltschützern so sicher. Parallel zur Kletter-Aktion verteilten weitere "Robin Wood"-Leute in der Budengasse am Zeughaus Flugblätter. Womit die Kohlekraft-Gegner nicht rechneten: Ihre Aktion rief die Ordnungsmacht auf den Plan. Weil politische Betätigung jeglicher Art einen Verstoß gegen die Stader Marktsatzung darstellen soll, rückten Polizei und Ordnungsamt an.

Die Beamten nahmen Personalien auf und machten Fotos zur "Beweissicherung". Schließlich soll es sich nach deren Auskunft um eine Ordnungswidrigkeit handeln. Von dem Vorhaben, die Aktivisten zwangsweise vom Platz zu entfernen, sah die Polizei allerdings ab. Die "Robin Wood"-Mitglieder erklärten, dass sie ihre Aktion ohnehin nach einer Stunde beenden. Außerdem hätten Spezial-Einsatzkräfte aus Hannover anrücken müssen, um die beiden jungen Frauen aus den Bäumen zu holen. Die Pressesprecherin der Stadt Stade erklärte später auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass man nicht gegen die Aktivisten von "Robin Wood" vorgehen werde: Niemand sei behindert worden, nichts sei beschädigt worden und die Aktion habe auch nicht das Marktgeschehen beeinträchtigt.

Der Protest von "Robin Wood" richtet sich gegen das von der Dow geplante Kohlekraftwerk. Der Chemie-Konzern will - wie mehrfach berichtet - auf seinem Werksgelände im Industriegebiet Bützfleth ein Kraftwerk errichten, das überwiegend mit Steinkohle betrieben werden soll. "Robin Wood" hält es vor dem Hintergrund der globalen Erderwärmung mit all ihren Folgen für "verantwortungslos", weiterhin auf den "Klimakiller" Kohle zu setzen.

"Dow muss seine Baupläne für ein neues Kohlekraftwerk endlich aufgeben", erklärte "Robin Wood"-Aktivist Florian Kubitz bei der Aktion in der Stader City. Mit dem Betrieb eines Kohlekraftwerkes würde Dow die Atmosphäre mit Millionen Tonnen CO₂ zusätzlich belasten und die Gesundheit der Anwohner durch den Ausstoß von Feinstaub und Schwermetallen gefährden, so Kubitz: "Solange das Unternehmen nicht von seinen Plänen abrückt, werden wir weiter Druck machen."

• Noch bis zum Jahresende läuft die Online-Protestkampagne "Deine E-Mail gegen Kohle" von "Robin Wood". Unter www.robinwood.de/kein-kohlekraftwerk-stade können Kohlekraft-Gegner die Bundesregierung dazu auffordern, sich für ein bundesweites Verbot für den Neubau dieser Kraftwerke einzusetzen.