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Oliver Grundmann über Gas-Terminal in Stade: "Wir haben gute Chancen"

Der Stader Seehafen soll um ein Gas-Terminal erweitert werden

Klare Standortvorteile und Millionen-Sparpotenzial in Stade

tp. Stade. Das Flüssiggas "Liquid Natural Gas" (LNG) gilt als der Brennstoff der Zukunft als Alternative zum Dieseltreibstoff bei Schiffen, eignet sich zudem zur Befeuerung von Gasthermen in Wohnungen oder für Zapfstellen im Autoverkehr. In ihrem Bestreben, ein riesiges LNG-Import-Terminal in Stade-Bützfleth zu errichten, ist die Dow mit der LNG-Stade-Gesellschaft mit dem Projektentwickler China Harbour (CHEC) und dem Finanzdienstleister Macquarie Group aus Australien inzwischen einen bedeutenden Schritt weiter: Stade sei "gegenüber weiteren Bewerbern hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Rechnung nicht mehr einzuholen" - so die aktuelle Einschätzung des Stader CDU-Bundestagsabgeordneten und vorsitzenden Küstenparlamentariers Oliver Grundmann nach Gesprächen, die er in der vergangenen Woche in Berlin mit dem US-Vize-Energieminister Dan Brouillette führte. Die USA gelten als einer der großen Zulieferer für das Import-Terminal, mit dem Deutschland von russischem Pipeline-Gas unabhängig werden will.

Mit Stade konkurrieren Rostock, Wilhelmshaven und vor allem Brunsbüttel. Doch gegen über dem Hauptmitbewerber auf der anderen Elb-Seite sehen Verfasser eines Info-Papiers, das dem WOCHENBLATT vorliegt, Kostenersparnisse von bis zu 200 Millionen Euro. Es werden zur Begründung entscheidende Standortvorteile genannt: Ein großer Teil des LNG soll in das deutsche Gasnetz eingespeist werden, was nur mittels einer Gashochdruckleitung mit der entsprechenden Kapazität möglich sei. Der Standort Brunsbüttel habe keine solche Gasleitung, sondern plane den Bau einer neuen Gashochdruckleitung nach Stade, um sich dort an die vorhandene Gasleitung anzuschließen. Die Kosten diese Neubaus würden ca. 70 bis 100 Millionen betragen. In Stade hingegen sei die Leitungskapazität bereits vorhanden, weshalb allein aus diesem Grund diese Summe eingespart werden könnten. Zudem liege der Gasbedarf der Industrie in Stade gegenwärtig bei mehr als einem Prozent des gesamten deutschen Gasbedarfs - bei steigender Tendenz.

Die Investoren hoffen auf Zuschüsse vom Bund und der EU.

Wenn alles glatt läuft, könnte das LNG-Terminal spätestens im Jahr 2023 den Betrieb aufnehmen. Im Vorfeld, so Grundmann, könnte Stade mit einer kleineren Schiffs-Gastankstelle (Bunkerstation) "einen Fuß in die Tür bekommen". Alles in allem hofft er auf eine auf Objektivität beruhende Standortentscheidung seitens der Verantwortlichen der EU-Kommission, des Bundes und der Investoren.

Nach informellen Gesprächen im Kanzleramt sei "sogar ein zweiter Standort in Deutschland möglich", so Grundmann: "Wir haben nichts dagegen, unser Geschäftsmodell steht."

Thomas Windgassen, Präsident der IHK Stade, ergänzt: "Ein LNG-Terminal in Stade wird dem Norden Niedersachsens weiteren Rückenwind verleihen und unsere Wirtschaft beflügeln."