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Um ihren Spielplatz wollen sie kämpfen

Großeltern, Eltern und Kinder sind sich einig: Der kleine Spielplatz muss erhalten bleiben Fotos: jd
 
Auch die Sandkiste wird noch immer eifrig genutzt



Anwohner fordern: "Grüne Oase" an der Schiefen Straße in Stade muss erhalten bleiben

jd. Stade."Aus für Mini-Spielplätze", titelte kürzlich das WOCHENBLATT in einem Bericht über die Pläne der Stadt Stade, Kleinspielplätze mit wenigen Spielgeräten aufzugeben. Illustriert wurde der Artikel mit einem Foto des Spielplatzes an der Schiefen Straße, der in der Bildunterschrift als "unattraktiv" bezeichnet wird. Das sehen die Anwohner jedoch anders: "Wir mögen unseren kleinen, gemütlichen Spielplatz", sagt Christin Wilkens, die gleich nebenan wohnt. "Die Kinder fühlen sich auf dem Spielplatz wohl und auch wir Eltern treffen uns dort gern zum Klönschnack." Die Mutter richtet gemeinsam mit ihren Nachbarn einen eindringlichen Appell an die Stadt: "Lasst die Finger von diesem Spielplatz. Wir werden um ihn kämpfen."

"Meine Mutter hat auf dem Platz schon gespielt", berichtet Christin Wilkens, "ich habe dort gespielt und jetzt spielen meine Kinder da." Für die 38-Jährige gehört der Spielplatz einfach zum Leben in diesem beschaulichen Viertel der Stader Altstadt dazu. In dem kleinen Wohnquartier, das mit seinen verwinkelten Gassen und den schmalen Häusern quasi einen Mikrokosmos abseits der geschäftigen Fußgängerzone darstellt, kennt noch jeder seine Nachbarn. "Wir sind hier wie in einem kleinen Dorf und der Spielplatz bildet den Mittelpunkt", sagt Heidrun Beinl.

Die ältere Dame freut sich, dass die kleine Grünfläche so etwas wie ein Mehrgenerationen-Treffpunkt ist: "Wir älteren Herrschaften bringen uns Klappstühle mit und setzen uns dann in den Schatten der Bäume." Im Sommer richte man Nachbarschaftsfeste und Kindergeburtstage aus. "Der Spielplatz ist ganz wichtig für den Zusammenhalt der Familien hier in diesem Eck", meint Heidrun Beinl. Dieser Auffassung ist auch ihre Tochter Daniela, deren Kinder fast jeden Tag auf dem Spielplatz herumtoben: "Gemeinschaft zählt hier noch etwas und wir passen auch gegenseitig auf unsere Kinder auf."

Sollte der Spielplatz tatsächlich auf der Streichliste der Stadt landen, werde man auf die Barrikaden gehen, sind sich die Anwohner einig. Alternativen gebe es in der Nähe nicht, so Njada Mohamed. Kleine Kinder über den vielbefahrenen Salztorswall zu schicken, damit sie in den Wallanlagen spielen können, sei viel zu gefährlich. "Die Stadtverwaltung sollte begreifen, dass in diesem Bereich der Altstadt viele Kinder wohnen und dieser Spielplatz für sie die einzige Möglichkeit ist, einigermaßen sicher draußen zu spielen", sagt Jochen Wendel. Auch Annegret Milbrecht fordert, die Fläche zu erhalten: "Ich habe zwei Enkelkinder, die direkt am Spielplatz wohnen. Die wären tieftraurig, wenn der Platz einer Wohnbebauung weichen müsste."

• In diesem Zusammenhang sind die Anwohner bereits mit der Bitte an die Stadt herangetreten, die Straße zu einer verkehrsberuhigten Zone, einer sogenannten Spielstraße, umzuwandeln. Denn bislang ist in der Schiefen Straße Tempo 50 erlaubt. Die Eltern sorgen sich um die Sicherheit der Kinder und würden eine Geschwindigkeitsreduzierung begrüßen. "Bis jetzt gab es noch keine Antwort", ärgern sich die Anwohner. Auf WOCHENBLATT-Nachfrage kam von der Stadt dazu die lapidare Mitteilung: "Ein Ausbau der Schiefen Straße zur Spielstraße ist derzeit nicht vorgesehen."