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Durch das Azubi-Speeddating zum absoluten Traumjob

Schüler Maxxim Löschner nutzt seine Chance beim Azubi-Speeddating Foto: jab
 
Wolfgang Koll im Gespräch

Viele lassen sich die Möglichkeit auf eine Ausbildungsstelle entgehen / Teilnehmerzahlen sinken

jab. Stade. Das Konzept eines Speeddatings kennen wahrscheinlich die meisten: In wenigen Minuten lernen sich zwei Parteien kennen und im besten Falle auch lieben. Dieses Muster hat sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Stade zum Vorbild genommen - nur dass hier nicht die Liebe im Fokus steht, sondern ein Ausbildungsplatz.

Für das Azubi-Speeddating im Stadeum boten dieses Jahr 19 Unternehmen jede Menge freie Ausbildungsstellen in ganz unterschiedlichen Berufen an. Auch für Neuzugewanderte gab es im Foyer ein Informationsangebot, bei dem IHK-Willkommenslotse Kirill Ulitskiy den Bewerbern Tipps und Hilfestellung für die Suche nach einer Ausbildungsstelle gab. Ihre Bewerbungsmappen konnten die Teilnehmer durch Mitarbeiter der Stader Wirtschaftsjunioren prüfen lassen. Die Bundesagentur für Arbeit bot zudem eine Berufsberatung für die angehenden Azubis an.

"Das Besondere am Azubi-Speeddating ist, dass die Bewerber sich vorher nicht online anmelden müssen", erklärt IHK-Ausbildungsentwicklerin Sonja Tiedemann. Somit biete sich auch für spontane Besucher die Möglichkeit zu einem kurzfristigen Bewerbungsgespräch. Vorab können sich Interessierte allerdings auf der IHK-Homepage über die Unternehmen und den Ablauf des Speeddatings informieren sowie Bewerberformulare ausdrucken.
Trotz des enormen Aufwands in der Öffentlichkeitsarbeit der IHK, wie Plakate, Facebookwerbung oder das Informieren der Schulen im Elbe-Weser-Raum, werde das Angebot immer weniger genutzt, meint Tiedemann. Insgesamt waren nur 148 Gäste, also auch Begleitpersonen oder Besucher, die sich nur im Foyer beraten lassen wollten, zu der Veranstaltung gekommen. Das sind weniger als im vergangenen Jahr, stellt sie fest. Auch die Bewerberzahlen haben abgenommen: Von 79 Teilnehmern 2018 sank die Zahl auf 54 Personen, die ein oder mehrere Gespräche wahrgenommen haben. "Allgemein geht die Zahl der Auszubildenden in Deutschland zurück, das merken wir auch hier beim Speeddating", so Tiedemann. Dabei sei es eine tolle Möglichkeit, "direkt einen Fuß in die Tür seiner Wunschfirma" zu bekommen, ohne ein langes Bewerbungsverfahren durchlaufen zu müssen. Gleichzeitig könnten Schwächen wie eine schlechte Note in einem Vier-Augen-Gespräch wettgemacht werden.

Woher das Desinteresse der jungen Erwachsenen kommt, lässt sich schlecht ermitteln. Eventuell sollten die Schulen, hier vor allem die Gymnasien, mehr über solche Veranstaltungen und über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Das bestätigt zumindest Schüler Maxxim Löschner. "In der Schule war es nie Thema", sagt er. So habe er die Bewerbungszeit "einfach verschlafen". Durch einen Zeitungsartikel sei er dann auf das Speeddating aufmerksam geworden. "Das ist eine tolle Veranstaltung, auch das Gesprächsklima war gut - nett und locker."

Auch Noch-Schülerin Melina Hahn nutzte die Chance, auf diesem Weg einen Ausbildungsplatz zu ergattern: "Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, hierher zu kommen." Sie habe bereits nach einem Gespräch die Möglichkeit auf ein Probearbeiten erhalten. Ein wertvoller Tipp für angehende Bewerber: sich unbedingt ausreichend auf die Bewerbungsgespräche vorbereiten und eventuelle Fragen seitens der Unternehmen vorab durchspielen.

Was dem unbeteiligten Besucher gelegentlich ins Auge stach, war das doch teilweise recht unpassende Outfit der Teilnehmer: verschmutzte Kleidung oder etwas zu tief geratene Ausschnitte. Eine umfassendere Vorbereitung der jungen Erwachsenen durch Eltern, Schule oder in Eigenverantwortung auf Bewerbungsgespräche könnte so einem Fauxpas Abhilfe leisten.