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Immer weniger Arbeitslose im Landkreis Stade

Freuen sich über den Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt: Friedhelm Keiser (Geschäftsführer Jobcenter Stade, v. li.) sowie Lars Spieker, Dagmar Froehlich und Anke Peters von der Agentur für Arbeit Stade (Foto: lt)
lt. Stade. Eine positive Bilanz ziehen die Verantwortlichen der Agentur für Arbeit Stade und des Jobcenters Stade. Die Zahl der Arbeitslosen im gesamten Agenturbezirk (Landkreise Stade, Rotenburg und Cuxhaven) sei weiter gesunken auf weniger als 15.000 (5.816 im Landkreis Stade). Die Arbeitslosenquote lag 2018 durchschnittlich bei 4,9 Prozent (5,2 Prozent im Landkreis Stade), so Dagmar Froehlich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade.
Das sei der fünfte Rückgang in Folge und einer der niedrigsten Werte seit der Wiedervereinigung. Den gut 41.000 Menschen, die sich im vergangenen Jahr arbeitslos gemeldet haben, stünden 41.900 Menschen gegenüber, die sich aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet hätten. Das entspreche durchschnittlich 164 Anmeldungen und 167 Abmeldungen pro Tag, so Dagmar Froehlich.
Erstmalig nach 2016 und 2017 sei ein Rückgang bei den Arbeitslosen in beiden Rechtskreisen zu verzeichnen. Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) von minus 5,7 Prozent und im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) von minus 4,1 Prozent.
Die Agenturchefin hebt zudem hervor, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen zu verzeichnen sei, insbesondere auch bei den Langzeitarbeitslosen um 7,2 Prozent. Bei den Personen mit Migrationshintergrund sei die Arbeitslosigkeit um 0,6 Prozent gesunken.
Zur Jahresmitte waren im Agenturbezirk 162.077 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Rund 27 bis 28 Prozent der Jobcenter-Kunden seien aber weiter auf Sozialleistungen angewiesen, obwohl sie arbeiten, so Friedhelm Keiser, Geschäftsführer des Jobcenters Stade.
Auch er spricht von einem guten Jahr für das Jobcenter mit einer erfreulichen Dynamik am Arbeitsmarkt. Im Landkreis Stade sei die Zahl der Menschen, die Grundsicherung beziehen um 6,2 Prozent auf 3.827 gesunken. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Landkreis Stade sei um 8,1 Prozent auf 1.913 zurückgegangen, so Keiser.
Ziel sei es, diese Zahlen noch weiter zu senken. Im Rahmen des Teilhabechancengesetzes für Langzeitarbeitslose würden in 2019 verstärkt Menschen in den Fokus genommen, die mehr als fünf oder sechs Jahre arbeitslos seien. In enger Zusammenarbeit mit den Betrieben würden die Langzeitarbeitslosen professionell betreut und gecoacht. Für die Unternehmen gebe es Lohnzuschüsse über einen Zeitraum von fünf Jahren in Höhe von 100 bis 70 Prozent, wenn sie einen Langzeitarbeitslosen einstellen. "Wir haben zwei Vermittler, die sich ausschließlich um dieses Projekt kümmern", sagt Friedhelm Keiser. Sowohl für die Betriebe als auch für die Beschäftigten sei dies eine enorme Herausforderung, betont der Jobcenter-Chef.
Des Weiteren sollen inbesondere innerbetriebliche Qualifizierungsmaßnahmen, die Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt (u.a. durch intensivere Berufsberatung an den Schulen) und die Weiterbildung von Arbeitslosen im Fokus stehen, so Dagmar Froehlich. Denn: Fast 55 Prozent der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen habe keine abgeschlossene Berufsausbildung.
Insgesamt stehen der Agentur für Arbeit im Bezirk Stade für das Jahr 2019 rund 18,6 Mio. Euro zur Verfügung. Das Jobcenter verfügt über ein Budget in Höhe von 11,5 Mio. Euro.
Im neuen Jahr gehe es vor allem darum, den Fachkräftebedarf zu managen und auf regionale "Mismatch-Effekte" zu reagieren, so Dagmar Froehlich. Problematisch sei, dass Fachkräfte vor allem in ländlichen Regionen Mangelware seien. Insbesondere die kleinen und mittelständischen Betriebe in der Region müssten bei der Suche nach Fachkräften unterstützt werden.
Vor allem in den Bereichen Metall, Gesundheit, Pflege und Handwerk können Stellen häufig nicht besetzt werden. Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit Stade im vergangenen Jahr 13.447 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet.