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Technologiezentrum in Stade-Süd ist wie eine kleine Stadt

TZH-Abteilungsleiter Jürgen Knoll (li.) und Geschäftsführer Matthias Steffen
 
Angehende Fliesenleger lernen im TZH wichtige Berufsgrundlagen

Technologiezentrum in Stade-Süd umfasst eine Fläche von 14 Hektar

sb. Stade. Wenn man in der Rudolf-Diesel-Straße in Stade-Süd vor dem Technologiezentrum der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade (TZH) steht, ahnt man nicht, dass sich hinter dem Gebäude eine Fläche von rund 14 Hektar mit den verschiedensten Werkhallen, Mensa sowie einem ansprechenden Gästehaus mit 73 Zimmern befindet. "Wir sind nicht nur die flächengrößte Kammer in Deutschland, sondern verfügen an unserem Standort in Stade auch über ein enormes Angebot", sagt Matthias Steffen, Geschäftsführer der Technologiezentren.

"In unseren 28 Werkstätten in Stade bieten wir Lehrlingen des Handwerks eine umfassende überbetriebliche Ausbildung", erklärt Jürgen Knoll, Abteilungsleiter des Technologiezentrums in Stade. "Dabei vermitteln wir prüfungsrelevantes praktisches Wissen und sorgen dafür, dass jeder Auszubildende unabhängig von seinem oft spezialisierten Lehrbetrieb ein berufliches Basiswissen erhält." Hinzu kommen Weiterbildungsangebote für Handwerksgesellen sowie die Meisterausbildung.

Alle Werkstätten sind hochmodern eingerichtet. So befindet sich im Lehrraum für angehende Bäckereifachverkäufer ein richtiger Ladentresen mit Aufbackofen und digitaler Kasse. Angehende Zimmerer bauen beim TZH Dachstühle von Miniatur bis XL, für die Land- und Baumaschinenmechatroniker von morgen stehen original Trecker und Bagger zur Fehlerdiagnose und zum Schrauben bereit. Bäckerlehrlinge lernen in der Lernbackstube nicht nur, wie Brot und Brötchen richtig gebacken werden, sondern dürfen dort auch ganz bewusst Fehler machen. "Bei uns erfahren sie beispielsweise, was passiert, wenn man zu wenig Hefe oder Wasser in den Teig gibt oder das Backwerk zu kurz oder zu lange im Ofen lässt", sagt Jürgen Knoll.

So viele Übungen verschleißen natürlich auch Material. "Mit den Baustoffen, die unseren Lehrlingen zum Üben zur Verfügung stehen, könnte man pro Jahr 40 Einfamilienhäuser bauen", rechnet Matthias Steffen vor. "Deshalb setzen wir auch auf Recycling, um unnötigen Abfall zu vermeiden und Kosten zu sparen."

Da das Einzugsgebiet des TZH in Stade groß, ist, sind viele Lehrgangsteilnehmer auf eine Übernachtungsmöglichkeit angewiesen. Für sie befindet sich auf dem Gelände in Stade-Süd ein großzügiges Gästehaus. Dieses wurde zwischen 2012 und 2015 umfassend modernisiert und umgebaut und verfügt seitdem über 72 Doppelzimmer mit angeschlossenem Bad sowie ein behindertengerechtes Einzelzimmer. Für den Feierabend der Lehrlinge gibt es einen hochmodernen Fitnessbereich, ein Bistro mit Tischkicker, einen Aufenthalts- und Medienraum, eine Carrerabahn und vieles mehr. Die hauseigene Mensa bietet drei Mahlzeiten am Tag an. "Für die Zukunft planen wir noch eine Bistro-Außenterrasse sowie einen geschützten Campus mit Sitzgelegenheiten und Basketballfeld", sagt Matthias Steffen. "Zudem dürfen unsere Bewohner die Sportangebote des benachbarten VfL Stade in Ottenbeck nutzen."

Pro Jahr nehmen beim TZH in Stade rund 10.000 Personen an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teil, davon sind zirka 8.000 Lehrlinge. Sehr erfolgreich sind dabei auch Integrationsprojekte für Flüchtlinge und Asylbewerber. Sie erhalten die Möglichkeit, Handwerksberufe in Deutschland kennen zu lernen, und werden mit einer Vermittlungsquote von rund 75 Prozent anschließend in Praktika oder Ausbildung vermittelt. 

http://www.hwk-bls.de