Stelle: Aldi-Zentrallager vor Entscheidung

Wenn es nach der Gemeindeverwaltung geht, stehen diese Schilder bald in Stelle   Foto: thl
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Verwaltung gibt in Vorlage für Fachausschuss Empfehlung für die Ansiedlung des Zentrallagers vor

thl. Stelle. Jetzt beginnt der Endspurt! In seiner Sitzung am Mittwoch, 9. Dezember, soll der Ortsentwicklungsausschuss der Gemeinde Stelle dem Rat eine Empfehlung für die Ansiedlung des Aldi-Zentrallagers im Gewerbegebiet Fachenfelde-Süd aussprechen. Die Vorgabe der Verwaltung ist eindeutig: "Der vorhabenbezogene Bebauungsplan 'Sondergebiet Logistikzentrum Fachenfelde-Süd' (...) bestehend aus der Planzeichnung und dem Vorhaben- und Erschließungsplan (...) wird als Satzung beschlossen."
Sollten die Politiker dem Wunsch der Verwaltung folgen, wäre das Projekt Aldi-Zentrallager in trockenen Tüchern. Nach einem sechsjährigen Hickhack. Bereits 2014 sickerte durch, dass Aldi sein Zentrallager aus Ohlendorf abziehen möchte, weil es dort keine Erweiterungsmöglichkeiten gibt. Aufgrund der guten Lange sprach das Unternehmen auch in Stelle vor, wollte die Gemeinde doch sowieso gerade ein Gewerbegebiet am Ortsausgang in Richtung Maschen planen. Doch nachdem sich das Unternehmen nach den ersten Gesprächen über Wochen nicht bei der Gemeinde gemeldet hatte, erteilte der damalige Bürgermeister Uwe Sievers dem Discounter eine Absage. "Es wird bei uns kein Aldi-Zentrallager geben, ich habe die Gespräche mit dem Unternehmen beendet", so Sievers im Juli 2014.
Doch keine eineinhalb Jahre später kam die Wandlung. "Aldi-Zentrallager kommt doch nach Stelle" titelte das WOCHENBLATT im Februar 2016 und zitierte darin den damaligen Gemeindeplaner und Wirtschaftsförderer Jörg Ruschmeyer: "Wir haben zusammen mit der Politik die letzten Weichen für eine Ansiedlung gestellt." Plan war damals, das Bauleitverfahren noch 2016 abzuschließen, damit Aldi bereits 2017 hätte bauen können. Doch daraus wurde nichts.
Sofort nach Bekanntwerden der Pläne bildeten sich mehrere Bürgerinitiativen und liefen Sturm gegen den Bau. Zunächst wurden Lärmbelästigungen, zunehmender Lkw-Verkehr und Wertverlust der eigenen Immobilien angeführt. Und als das nichts mehr half, wurde die Pennekuhle, die in dem Plangebiet liegt, plötzlich zum wichtigen Naherholungsgebiet für Stelle und ein rund 4.000 Jahre altes Hügelgrab zu einer geschichtlichen Gedenkstätte erklärt. Zudem wurde festgestellt, dass einige Bäume für die Realisierung des Projektes gefällt werden müssten, die aber "für die Steller Bürger lebensnotwendig" seien, so seinerzeit das Argument der Aldi-Gegner. Unterstützung bekamen die Gegner vor allem von den Grünen und den Umsichtigen im Gemeinderat. Doch die Mehrheitsgruppe von SPD, FDP und CDU trieb das Vorhaben weiter voran.
Von 2018 bis heute wurden die Planunterlagen dreimal öffentlich ausgelegt. Jetzt sind alle Schritte vollzogen und die Politik kann über ein Ja oder Nein zu Aldi entscheiden.
Insider vermuten übrigens, dass viele Aldi-Gegner bei der Ausschusssitzung ihrem Unmut noch einmal Luft machen werden.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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