In Tostedt
Borkenkäfer zerstören Fichten im Düvelshöpen - und Idioten die Borkenkäferfallen

Hans-Joachim Stöver zeigt eine Borkenkäferfalle, von denen mehrere im Düvelshöpen verteilt wurden
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bim. Tostedt. "Das sieht ja schlimm aus", sagt eine Radfahrerin, als sie an einer gerodeten Fläche im Tostedter Waldgebiet Düvelshöpen vorbeifährt. Doch dieser Kahlschlag hat einen Grund: den Borkenkäfer, der für das Fichtensterben verantwortlich ist und dessen Vermehrung durch die milden Winter und trockenen Sommer der vergangenen Jahre begünstigt wird. Dass jetzt die Borkenkäferfallen zerstört werden, mit denen diese Nadelbäume geschützt werden sollen, kann Hans-Joachim Stöver, Vorsitzender der Forstinteressenten Düvelshöpen-Tostedt, nicht verstehen.

Der Düvelshöpen, ein Mischwald aus Eichen, Buchen, Erlen, Eschen und Birken sowie Nadelbäumen wie Fichten und Lärchen, ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Ausflugsziel der Tostedter. Was die wenigsten wissen: Der Wald gehört den in Realverbänden organisierten Forstinteressenten und einigen Privatpersonen. Rund 20 Hektar zwischen Schützen- und Triftstraße gehören dem Interessentenzusammenschluss mit 17 Mitgliedern, dem Hans-Joachim Stöver vorsteht. Er verbringt jede freie Minute mit Pflegemaßnahmen im Wald.

Borkenkäferfallen zerstört

Doch wenn der Borkenkäfer weiter wütet, ist es bald um viele Bereiche des jetzigen Waldes geschehen. An mehreren Stellen haben die Eigentümer daher Borkenkäferfallen aufgestellt - dreieckige Netze, in denen ein Lockstoff hängt, der laut Stöver ausschließlich diese Schädlinge anlockt, die dann in den Netzen verenden. Doch einige dieser Fallen wurden in den vergangenen Wochen zerstört. "Die Leute schneiden die Ampullen mit dem Lockstoff ab. Dadurch wird die Falle funktionslos", so Stöver. Und noch schlimmer: "Je nachdem, wo diese Ampulle hingeworfen wird, geht der Käfer rein." Der Käfer könnte also auch in Waldbereiche einfallen, die er bislang nicht für sich entdeckt hat. "Der Schaden beträgt schon jetzt rund 1.000 Euro. Der indirekte Schaden ist nicht zu beziffern", sagt Hans-Joachim Stöver.

Die häufig angeführte These, wenn irgendwo viele Baumstämme gestapelt liegen, dass sich ein Waldbauer bereichern wolle, treffe heutzutage nicht mehr zu. "Früher war der Wald die Sparkasse der Bauern. Vor 50 Jahren konnte man mit einer Woche Waldarbeit noch einen Mähdrescher bezahlen. Heute sind wir froh, wenn die Maßnahmen kostendeckend sind", berichtet Hans-Joachim Stöver. Denn die Waldbesitzer müssen u.a. die Grundsteuer und eine Waldbrandversicherung bezahlen. Auch bemühten sie sich darum, den Wald in einen Mischwald umzubauen.

Alles sich selbst zu überlassen, scheide aus. "Birken, Ahorn und Eberesche sind schnell da. Das ist aber nicht der Wald, den wir wollen. Wenn wir hier Bäume pflanzen, sollen meine Enkel und Urenkel noch was davon haben", so Stöver.

Apropos Waldbrand: Im Düvelshöpen haben in den vergangenen Wochen einige Dummköpfe sogar Lagerfeuer veranstaltet - glücklicherweise bisher, ohne einen Waldbrand zu entfachen.

Gefräßiger Schädling

Die Borkenkäfer, die in unseren Breiten Fichten befallen, sind "Rindenbrüter". Die Weibchen bohren sich in die Rinde von Bäumen und fressen innerhalb der Rinde einen Gang aus, in dessen Nischen sie ihre Eier ablegen. Die frisch geschlüpften Larven beginnen dann, von dieser Nische ausgehend, einen Gang in das nährstoffreiche Bast ihres Wirtsbaums zu fressen.
Die Käfer durchbrechen so die Versorgung zwischen Rinde und Stamm und bluten die Bäume regelrecht aus. Regulär wehrt sich ein Baum, indem er harzt. Durch die Trockenheit sind die Bäume allerdings bereits gestresst und haben dem Insekt nichts mehr entgegenzusetzen und sterben.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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