Ein zweites Leben für Legehennen

Nicole Günther inmitten ihrer Hühner. Die Henne auf dem Arm hat sie vor der Schlachtung bewahrt
  • Nicole Günther inmitten ihrer Hühner. Die Henne auf dem Arm hat sie vor der Schlachtung bewahrt
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bim. Handeloh. Die Massenhaltung von Hühnern steht regelmäßig in der Kritik - nicht nur von Tierschützern. Dabei haben die meisten Menschen eher die Bilder der Hähnchenmastställe vor Augen. Weniger bekannt ist, dass pro Jahr auch rund 45 Millionen Legehennen allein in Deutschland ihr Leben lassen, weil der Industrie ihre Legeleistung nach eineinhalb Jahren nicht mehr ausreicht. Zumindest einen Teil dieser Tiere zu retten, hat sich die Initiative "Rettet das Huhn" zur Aufgabe gemacht. Nicole Günther aus Handeloh gehört zu den Tierfreunden, die einige dieser Hennen vor dem Tode bewahrt hat. Sechs von ihnen genießen seit einigen Wochen ihr Leben neben vier weiteren Hennen und einem Hahn in einem Freilauf-Gehege
Nicole Günther hält seit 18 Jahren Hühner. "Am Anfang stand der Wunsch nach leckeren, eigenen Eiern ohne Skandale. Dann habe ich festgestellt, dass es tolle Tiere mit einem ausgeprägten Sozialverhalten sind", sagt Nicole Günther. Und: "Es macht Spaß, die Hühner zu beobachten, wenn sie sich sonnen oder um einen Wurm steiten."
Den Tieren stehen bei ihr neben dem Freigehege ein Stall und ein großer überdachter Auslauf zur Verfügung.
Von einer Bekannten erfuhr Nicole Günther von "Rettet das Huhn". "Legehennen beginnen mit einem halben Jahr, Eier zu legen. Nach rund eineinhalb Jahren kommen sie in die erste Mauser, dann lässt die Legeleistung nach. Die Tiere sind nur noch Fresser, die Geld kosten und keine Eier liefern, und werden ausgetauscht", erläutert Nicole Günther. "Autausch" bedeutet im Fall der Legehennen, egal, ob sie aus Boden-, Bio- oder Freilandhaltung kommen, dass sie geschlachtet werden.
Als Nicole Günther Zuwachs für ihre Hühnerschar suchte, entschied sie sich für die Aufnahme der sechs Legehennen. In den ersten beiden Tagen hätten sie zwar erst einmal etwas verunsichert herumgestanden. "Aber dann war es schön, zu sehen, wie sie wieder Huhn werden, mit den Flügeln schlagen und Wettrennen veranstalten", freut sich Nicole Günther, die festgestellt hat: "Sie sind weitaus zutraulicher als normal aufgewachsene Hühner."
Die Initiative "Rettet das Huhn" kann jährlich circa 10.000 Legehennen vor dem Schlachthof retten. Im April sucht sie für 3.450 Bodenhaltungs-, Bio- und Freilandhennen dringend Tierfreunde, die einige Hennen bei sich aufnehmen. Infos unter www.rettet-das-huhn.de.

Der Lebenszyklus einer Legehenne

(bim). Auf dem Cassenshof in Handeloh-Inzmühlen werden in mehreren Gruppen 20.000 Freilandhennen und 5.000 Bio-Hennen gehalten. Teresa-Marie Pelka, die für die Vermarktung zuständig ist, erläutert auf WOCHENBLATT-Anfrage den Lebenszyklus der Tiere. „Mit 17 Wochen kommen die Tiere zu uns. Nach zwei bis drei Wochen der Eingewöhnung beginnen sie mit dem Eierlegen.“ Die Hennen würden dann täglich ein Ei legen, bis sie im Alter von einem Jahr und drei Monaten in die Mauser kämen. „Dann legen die Hennen nur noch alle zwei Tage ein Ei. Und die Eierschale wird dünn, sodass wir viel Bruch haben“, so Teresa-Marie Pelka. Eine Zeitlang könne dem mit dem Zufüttern von Muschelkalk gegengesteuert werden.
Nach ca. 18 Monaten kämen die Tiere dann zur Schlachtung. Nicht als klassisches Hähnchen, weil die Legehennen kein fettes Brustfleisch haben. Sie würden vor allem zu Tierfutter verarbeitet, für das es in Deutschland einen enormen Markt gebe. Die Hennen leben in Abteilen mit je 3.000 Tieren zusammen, die jeweils den gleichen Lebenszyklus durchlaufen. Wenn die Legehennen ausgestallt werden - also die eineinhalbjährigen Tiere zur Schlachtung gehen und neue Junghennen einziehen - , was dreimal im Jahr vorkomme, haben Tierfreunde auch beim Cassenshof die Möglichkeit, die Tiere aufzunehmen.
• Infos unter Tel. 04188-656.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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