Nach Flucht aus Afghanistan
Familie ist in Buchholz wieder vereint

Hussain Sirat (vorne re.) ist nun endlich wieder mit seiner Familie vereint (hinten v. li.): Nastaran, Tamana, Sahil, Shakila und Yasaman sowie seine Frau Aziza Haidari
  • Hussain Sirat (vorne re.) ist nun endlich wieder mit seiner Familie vereint (hinten v. li.): Nastaran, Tamana, Sahil, Shakila und Yasaman sowie seine Frau Aziza Haidari
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Panorama
Die meisten Ärzte sind laut der Ärztekammer geimpft, ob es im März zu Personalmangel kommt, bleibe abzuwarten

Ahlerstedt
Hausarzt schmeißt wegen Impfpflicht und Pharmaindustrie hin

sv. Ahlerstedt. Noch knapp zwei Monate haben ungeimpfte Mitarbeiter in Arztpraxen, Kliniken, Betreuungseinrichtungen und in der Pflege Zeit, sich gegen Corona impfen zu lassen, bevor am 16. März die einrichtungsbezogene Impfpflicht greift. Was in vielen Einrichtungen bereits jetzt zu Personalmangel führt, hat Hausarzt Dr. Jens Wagner in Ahlerstedt (Landkreis Stade) sogar dazu gebracht, seine ärztliche Tätigkeit zu beenden: Noch bis Anfang Juni will er in der Praxisgemeinschaft mit Dr. Nicole...

Panorama

Schulklassen in häuslicher Isolation
Wegen Omikron: Droht den Schulen doch wieder die Schließung?

(ts). Mit Auftauchen der Omikron-Virusvariante hat sich der Landkreis Harburg zum Corona-Hotspot entwickelt. In Städten und Gemeinden steigen die Inzidenzen mittlerweile auf über 1.000. Besonders an Grundschulen ist die Lage angespannt, weil erst wenige Kinder geimpft sind. An der Grundschule Maschen (230 Schüler und Schülerinnen) zum Beispiel waren in einer Woche vier Schulklassen jeweils nach dem positiven PCR-Testergebnis eines Kindes in Selbstisolation - Dimensionen, die im Schulalltag...

Blaulicht
Schon wieder wurden in der Umkleidekabine von Bundesliga-Handballerinnen Kameras versteckt (Symbolfoto)

Spielerinnen finden Kameras in Umkleidekabine
Weiterer Spannerskandal in der Handball-Bundesliga

os. Buchholz/Metzingen. Die Handball-Bundesliga der Frauen wird erneut durch einen Spannerskandal erschüttert: Spielerinnen der TuS Metzingen haben Anfang dieser Woche zwei Kameras im Umkleideraum der Öschhalle in der 23.000-Einwohnerstadt in Baden-Württemberg entdeckt. Erst vor einer Woche war ein ähnlicher Fall beim Ligakonkurrenten Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten bekannt geworden, der den Handballsport in den Grundfesten erschüttert hatte (das WOCHENBLATT berichtete). Parallele in...

Service

Weiterer Corona-Todesfall
Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Fälle im Kreis Stade klettert auf über 12.000

jd. Stade. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Stade ist am Freitag, 21. Januar, auf 567,3 gestiegen. Die Inzidenzen in den anderen Landkreisen in der Region zwischen Elbe und Weser sind sogar noch etwas höher. Der Landkreis Harburg hat jetzt sogar die 1.000er-Marke überschritten. Aktuell sind im Landkreis Stade 1.558 Personen mit dem Coronavirus infiziert (positiver Corona-Test). Innerhalb von 24 Stunden wurden 259 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der seit Pandemie-Beginn...

Wirtschaft
Die Visualisierung zeigt das futuristische Gebäude des "BREAK"-Autohofs
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Hotel, Restaurants und Raststätte
Evendorf: Autohof der Zukunft soll Anfang 2023 fertig sein

as. Evendorf. Das Fundament liegt bereits: Die Arbeiten am Autohof an der A7-Abfahrt Evendorf schreiten voran. Laut Thorsten Neumann, Projektentwickler der Nanz-Gruppe, sollen Hotel, Restaurants und Rastanlage im Frühjahr 2023 eröffnet werden. Nach Workshops mit Bürgern, Politik, Verwaltung und Investor wurde im vergangenen Jahr die Änderung des Bebauungsplanes „Thaneberg, Döhle/Evendorf“ beschlossen. Wie berichtet, investiert die Nanz-Gruppe rund 20 Millionen Euro, um auf rund 15 Hektar unter...

Panorama
Jenny Elvers, ehemalige Heideblütenkönigin aus 
Amelinghausen, beim Promibacken

Amelinghausen
Ex-Heideblütenkönigin Jenny Elvers beim Promibacken

(sv/nw). Seit ihrer Krönung zur Heideblütenkönigin in Amelinghausen im Jahr 1990 hat Jenny Elvers sich beim Dschungelcamp, Big Brother und jetzt beim SAT.1-Promibacken im Reality-TV einen Namen gemacht. Dabei sieht Elvers sich selbst eher als eine gute Köchin denn als Bäckerin. Vor der Show war sie eine absolute Backanfängerin, Kuchen und Torten gab es nur vom Bäcker. Ihre einzige Annäherung an die Welt des Backens war das Plätzchenbacken mit ihrem Sohn. Weil sie aber so ein großer Fan der...

Sport
Beim  "Gipfel der Quizgiganten" trat die 15-Jährige u.a. gegen Guido Cantz an
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"Gipfel der Quizgiganten"
Tostedter Tischtennis-Ass Mia im TV

(bim). Mia Griesel hat eine schlagfertige Rückhand - das bekamen am Montag die TV-Größen Günther Jauch, Johannes B. Kerner und Guido Cantz zu spüren. Das 15-jährige Tischtennis-Ass des MTV Tostedt war in der TV-Show "Gipfel der Quizgiganten" auf RTL zu sehen. Die Gymnasiastin und Schülerin des Sportinternats Hannover musste aber keine kniffligen Fragen beantworten, sondern begeisterte das TV-Publikum mit ihrem sportlichen Können. Ergebnis: Gegen die zweifache...

Wirtschaft
Der geplante Surfpark soll nicht nur von ambitionierten Sportlern genutzt werden. Er soll auch ein attraktives Freizeitangebot für alle Altersgruppen sein
Aktion

Nachhaltig oder umweltschädlich?
Ein umstrittenes Projekt: Der geplante Surfpark in Stade - Stimmen sie online ab!

Nehmen Sie am Online-Voting teil. Das WOCHENBLATT möchte Ihre Meinung erfahren, liebe Leserinnen und Leser. Wie denken Sie über das Thema? jd. Stade. Er gehört zu den ungewöhnlichsten Bauprojekten, die im Landkreis Stade jemals geplant bzw. umgesetzt wurden: der Surfpark, der im Süden Stades auf einem bisherigen Maisacker der landwirtschaftlichen Genossenschaft Raisa (vormals Stader Saatzucht) entstehen soll. Wie berichtet, stößt das ehrgeizige Bauvorhaben der Brüder Jan und Dirk Podbielski aus...

Panorama
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Corona-Zahlen im Landkreis Harburg am 21. Januar
Mittlerweile sechs Kommunen mit einer Inzidenz über 1.000

(thl). Die Corona-Zahlen im Landkreis Harburg steigen weiter an: Am heutigen Freitag, 21. Januar, haben bereits sechs Kommunen eine Inzidenz von über 1.000. Die Inzidenz für den Landkreis Harburg stieg gegenüber dem Vortag um 107,8 auf jetzt 1117,5. Insgesamt 2.861 (+276) neue Fälle wurden in den vergangenen sieben Tagen registriert. Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz ist von 5,9 auf 6,1 gestiegen. Die Intensivbettenbelegung blieb bei 4,9 Prozent. Seit dem Ausbruch der Pandemie haben...

(bim). Im August war die Welt schockiert, als die islamisch-fundamentalistischen Taliban nach dem Abzug der US-Truppen in erschreckendem Tempo die Macht in Afghanistan an sich rissen. Tausende Afghanen versuchten, aus dem Land zu flüchten, insbesondere diejenigen, die die USA und ihre Verbündeten in den 20 Jahren Militäreinsatz in dem Land unterstützt hatten. Der Journalist Hussain Sirat (38), der wegen seiner kritischen Berichterstattung seit Jahren auf der Todesliste der Taliban steht, war vor zweieinhalb Jahren nach einem journalistischen Einsatz in Deutschland aus Angst um sein Leben nicht in seine Heimat zurückgekehrt. Seitdem bangte er um seine Familie in Afghanistan, die verzweifelt versuchte, nach Deutschland zu kommen.
In dem WOCHENBLATT-Bericht im August zeigte sich der Familienvater nur von hinten, der Name war abgekürzt bzw. verändert. Nun, da seine Familie in Sicherheit ist, wagt sich Hussain Sirat mit vollem Namen und mit Foto in die Öffentlichkeit.
Frau und Kinder
versteckten sich

Hussain Sirat, der als Jounalist in Kabul neun Jahre lang für die Deutsche Welle arbeitete, ist in Deutschland als Flüchtling anerkannt. Seine Frau und seine fünf Kinder - vier Töchter und ein Sohn im Alter von acht bis 18 Jahren - versteckten sich nach dem US-Truppen-Abzug in wechselnden Wohnungen und hofften, in eines der westlichen Flugzeuge zu gelangen. Dank Unterstützung der Organisation "Pro Asyl" und einer Flüchtlingshelferin aus Buchholz hatten sie pakistanische Visa, Geld für Flugtickets und standen auf der Ausreiseliste des Außenministeriums. Doch allein der Weg zum Flughafen war lebensgefährlich. Der 38-Jährige wartete täglich auf einen Anruf oder eine WhatsApp-Nachricht. Seit einigen Wochen nun ist seine Familie in Deutschland und in Sicherheit.
Evakuierung ist
beinahe ein Wunder

Dass die Evakuierung tatsächlich geklappt hat, ist beinahe ein Wunder, denn nur sechs Tage nach Hussain Sirats Interview im WOCHENBLATT wurde die deutsche Evakuierungsaktion aus Afghanistan eingestellt. "Da habe ich gedacht: Das war’s. Jetzt haben wir keine Chance mehr", berichtet Hussain Sirat.
Für die Flucht hatten sich seine Frau und Töchter fünf lange, schwarze Burkas gekauft, nahmen nur das Wichtigste mit: Pässe, Visa, Tazkira (afghanische Identitäts- und Wohnsitznachweise). Alle Fotos von Hussain Sirat auf ihren Handys hatten sie gelöscht, damit die Taliban sie nicht finden. Alles andere, was ihnen lieb und teuer war, mussten sie zurücklassen, denn nur 15 Kilogramm Gepäck pro Person waren erlaubt.
Einen Tag lang am
Grenzübergang gewartet

Eines Morgens um 5 Uhr ging es dann los: Sirats Familie wartete einen Tag lang am Grenzübergang zwischen Afghanistan und Pakistan, ständig wurden sämtliche Dokumente von verschiedenen Leuten kontrolliert. Nachdem der Bus gegen 19 Uhr endlich startete, waren sie um Mitternacht in Islamabad. "Dass meine Familie tatsächlich rausgekommen ist, war eine riesige Erleichterung", sagt der 38-Jährige. Eine Woche später durfte sie nach Deutschland weiterfliegen. Doch das Warten und Hoffen war für Hussain Sirat noch nicht vorbei. "Ich mache gerade ein Praktikum in Bonn und wollte zum Flughafen fahren, um meine Familie abzuholen. Sie sollten am Abend in Hannover landen, doch dann kam ich wegen eines Unwetters nicht zum Flughafen. Die Züge dorthin waren ausgefallen", erzählt er. Also setzte sich Hussain Sirat in einen Zug nach Hamburg, um seiner Familie sozusagen entgegenzufahren. Denn die sollte vom Flughafen per Zug nach Hamburg und von dort nach Buchholz kommen, wo der 38-Jährige bei einer Flüchtlingsunterstützerin wohnt, wenn er nicht in Bonn ist. Sie hatte auch alles für die Ankunft seiner Familie vorbereitet.
Missverständnis seitens
des Bundesamtes

Dann der nächste Schreck: Seine älteste Tochter schrieb ihm, dass sie in ein Flüchtlingslager nach Mönchengladbach gebracht worden seien - ein Missverständnis seitens des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Doch tags darauf klappte die Familienzusammenführung. "Das Wiedersehen war sehr emotional. Erst, als ich meine Familie gesehen habe, konnte ich es wirklich glauben. Meine Familie hat ein zweites Leben geschenkt bekommen. In Afghanistan hatten sie keine Schule mehr, keine Zukunft. Jetzt sind wir alle unendlich glücklich und froh. Und ich bin Pro Asyl sehr, sehr dankbar für all die Hilfe. Hier stehen meiner Familie alle Wege offen. Meine Töchter konnten es kaum abwarten, wieder zur Schule zu gehen. Und mein kleiner achtjähriger Sohn Sahel staunt über die schönen Autos hier, aber vor allem ist er fasziniert von den großen Traktoren", berichtet Hussain Sirat. Bereits eine Woche nach der Ankunft in Deutschland gingen die Kinder zur Schule und haben schon Freundschaften geknüpft.
Die Zukunft liegt
in Deutschland

"Afghanistan ist Vergangenheit. Unsere Zukunft liegt hier in Deutschland." Ein neues Land, eine neue Kultur, eine neue Sprache. Meine Kinder haben Träume! Meine Tochter Nastaran will wieder malen. Jasemin, die jetzt zwölf ist, interessiert sich sehr für Politik. Ich habe ihr gesagt, dass sie in Deutschland sogar Abgeordnete werden kann. Für uns ist Deutschland wie ein Paradies.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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