In 80 Stunden zur Landschaftsführerin
Gunda Sudeck bringt Wanderern die Natur in der Heide näher

Gunda Sudeck bringt interessierten Zuhörern als Natur- und Landschaftsführerin, begleitet von ihren Hunden "Isegrim" (li.) und "Leo", die Heide näher
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bim. Handeloh. Vielseitig interessiert, energiegeladen und wissbegierig - wenn es eine weibliche Form von "Hansdampf in allen Gassen" gäbe, die Bezeichnung träfe auf Gunda Sudeck zu. Die Hundesportlerin und -trainerin war zweimal mit ihrem Border Collie für die Weltmeisterschaft im Obedience (Gehorsam) qualifiziert. Für die Kreisvolkshochschule gibt sie Brigde-Kurse und nimmt als leidenschaftliche Hobbygärtnerin regelmäßig am Tag der offenen Gartenpforte teil. Und seit Mai vergangenen Jahres ist die pensionierte Studienrätin zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin. "Alles Neue finde ich spannend", sagt die 69-Jährige aus Welle (Samtgemeinde Tostedt).
Als Lehrerin für 
Georgrafie "vorbelastet"

Als Lehrerin für Geografie sei sie ohnehin "vorbelastet", was das Interesse an Erdgeschichte und zum Beispiel die Eiszeit und wie diese die Natur veränderte angehe. "Ich wusste schon viel über die Heide. Mich interessieren Findlinge, Bachschwinden, die Heidebauernwirtschaft, Pflegemaßnahmen in der Natur und der Waldumbau in Bezug auf den Klimawandel", berichtet Gunda Sudeck, die auch im regelmäßigen Austausch mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises steht.
Zur zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin (ZNL) ließ sie sich in 80 Stunden in Theorie und Praxis vom Trägerverein des Naturparks Lüneburger Heide, einem der ersten von 103 Naturparken in Deutschland, ausbilden. Der Naturpark hatte 2016 auch die erste Naturpark-Schule Niedersachsens eingeweiht. "Der Naturpark kümmert sich um Bildung für nachhaltige Entwicklung. Bei den Naturpark-Schulen in Sprötze, Hanstedt und Neuenkirchen werden in Kooperation mit der Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz Kinder an die Natur herangeführt", erläutert Gunda Sudeck.
Verständnis für
Mikrokosmos wecken

Diese Aufgabe übernimmt sie bei ihren Touren. Bisher führte Gunda Sudeck zehn Gruppen und drei Reisebusgesellschaften durch die Heide. "Ich versuche, meinen Teilnehmern die Natur, Hintergründe sowie Ursache und Wirkung zu vermitteln, um ein Verständnis für diesen Mikrokosmos zu wecken", sagt die Landschaftsführerin zu ihrem Anspruch. Obwohl sie sich als Lehrerin mit 40 Jahren Berufserfahrung immer auf ihre Zielgruppen einstellt, war sie bei einer Reisegruppe aus der Schweiz, die "Norddeutschland in acht Tagen" erleben wollte, ziemlich fassungslos. "Die interessierten sich nicht für Calluna vulgaris, Pioniergräser oder Offenwaldgestaltung. Am begeistertsten waren die Teilnehmer, als ich eine Ansichtskarte der Heidekönigin hochhielt. Das ist nicht das, was ich will", sagt Gunda Sudeck. Ihre Adressaten seien interessierte Naturliebhaber.
Eine klare Meinung hat die Mutter zweier erwachsener Kinder (35 und 40) zu Tierversuchen. Seit den 1980er Jahren, damals noch begleitet von ihrer Tochter in der Kinderkarre, engagiert sich Gunda Sudeck gegen Tierversuche und nimmt bis heute an Demonstrationen teil, zuletzt auch gegen das „Laboratory of Pharmacology and Toxicology“ (LPT) in Mienenbüttel.
Stolze Oma
zweier Enkel

Inzwischen ist die 69-Jährige stolze Oma von zwei Enkeln, die sie mit viel Hingabe hütet. "Die Corona-Kontaktverbote im März und April waren für mich emotional ganz schlimm", sagt sie. Doch Gunda Sudeck konnte letztlich auch der kontaktarmen Corona-Zeit etwas Positives abgewinnen: "Da habe ich die Strecken erkundet, die ich noch nicht kannte", berichtet sie. Dann schnallt sich Gunda Sudeck ihren Rucksack um, nimmt ihre beiden Kleinspitz-Rüden "Isegrim" und "Leo" an die Leinen, erwandert die Heide und macht Notizen und Fotos für künftige Landschaftsführungen.
Persönliche Begegnungen und nonverbale Kommunikation stehen bei Gunda Sudecks Leidenschaft, dem Kartenspiel Bridge, im Mittelpunkt. "Das ist ein strategisches Kartenspiel, eine Mischung aus Schach und Poker", erläutert sie. Wegen Corona musste sie aber auch hier umdenken und bietet derzeit Online-Turniere an. "Wenn ich nicht all diese Aktivitäten machen würde, wäre das digitale Zeitalter an mir vorbeigegangen", gibt sie zu. Und seit vergangenem Sonntag hat Gunda Sudeck nun sogar eine eigene Homepage, über die man ihre Landschaftsführungen buchen kann unter www.heide-erleben.de.

Gunda Sudeck bringt interessierten Zuhörern als Natur- und Landschaftsführerin, begleitet von ihren Hunden "Isegrim" (li.) und "Leo", die Heide näher
Die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin Gunda Sudeck mit ihren Kleinspitz-Rüden "Isegrim" (li.) und "Leo" im herbstlichen Landschaftsschutzgebiet Büsenbachtal
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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