Jesteburger Paar schafft ein Paradies für Insekten

Ganz fleißig baut diese Wespe mit ihren Artgenossen am Nest Fotos: bim
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Stefanie Busch und Matthias Spinty haben vor fünf Jahren ihr Herz für Bienen entdeckt. Damals habe ihr Apfelbaum keine Früchte mehr getragen, und sie hätten sich für die Bestäubung ein Bienenvolk von einem Imker geliehen. "Wir haben zwei Jahre lang die tollsten Sachen beobachtet, wie das Volk mit seiner neuen Königin 'sprach' und den Bienen beim Schlüpfen zugesehen", schwärmt Stefanie Busch. 2016 legte sich das Paar sein erstes eigenes Bienenvolk zu und begann, den Garten bienen- und insektenfreundlich zu gestalten. "Einfach mal die sogenannten Unkräuter stehen lassen oder gezielt anpflanzen", rät sie auch anderen, die wieder mehr Leben in ihren Gärten haben möchten. Inzwischen summen dort die Bienen von zehn Völkern. Dank einem Gartenteich fühlen sich inzwischen u.a. auch verschiedene Libellenarten oder die seltenen Gelbrandkäfer wohl.
Und es dauerte auch nicht lange, bis Wespen das "Insekten-Schlaraffenland" entdeckten. Eines ihrer Nester bauen sie gerade im Schuppen. Stefanie Busch hat sich schon viel Wissen über die gestreiften "Mitbewohner" angeeignet. "Wenn ein Nest nicht stört, sollte man es einfach mal hängen lassen. Mit Gaze kann man bei Bedarf auch die Einflugrichtung der Wespen verändern", weiß sie. "Wespen haben im Grunde kein Interesse daran, uns zu ärgern. Sie wollen nur ihr Nest und ihr Volk durchbringen", erläutert sie.
Von den elf Arten der sogenannten Echten Wespen sind es nur zwei - die Deutsche Wespe und die Gewöhnliche Wespe - die durch ihr Interesse an süßen und deftigen Speisen regelmäßig sommerliche Grillpartys stören.
Experten raten zu folgenden einfachen Vorsichtsmaßnahmen zur Abwehr naschhafter Wespen:
• süße Speisen und Getränke im Freien abdecken
• nicht aus offenen Flaschen oder Gläsern trinken, Strohhalme benutzen
• Reste von Süßigkeiten aus dem Mundbereich von Kindern abwischen
• Wo Fallobst am Boden liegt, nicht barfuß laufen
• Wespen den Zugang zu Innenräumen durch geeignete Vorhänge versperren
• halbierte Zitronen mit Gewürznelken bespicken (Wespen mögen den Geruch nicht)
Verhaltensregeln in der Nähe eines Wespennestes (bis ca drei Meter Umkreis)
• den Nestbereich nicht erschüttern
• ruhige, langsame Bewegungen, damit sich die Wespen nicht angegriffen fühlen
• nicht die unmittelbare Flugbahn zum Einflugloch verstellen
• das Einflugloch nicht anpusten.

Wespen stehen unter Schutz

Hummeln, Hornissen und andere Wespenarten stehen unter besonderem gesetzlichen Schutz und dürfen nicht verletzt oder gefangen werden. Die Naturschutzabteilung des Landkreises Harburg hat deshalb ein Netzwerk von ehrenamtlichen Beratern eingerichtet, die kompetent ihre Hilfe anbieten und Tipps für den richtigen Umgang mit den gestreiften Fliegern geben.
Die zehn ehrenamtlichen Experten führen überwiegend Telefonberatungen durch. Falls erforderlich, hilft der Fachmann vor Ort. Stellt das Nest eines Hautflüglers tatsächlich eine Gefahr dar, kann es von dem dafür ausgebildeten Berater art- und fachgerecht umgesiedelt werden.
In erster Linie klären sie aber die Bevölkerung über die Lebensgewohnheiten der Insekten auf. Sie informieren über das richtige Verhalten den Tieren gegenüber und bauen Vorurteile ab.
Die telefonischen Beratungen sind kostenlos. Lediglich für die Umsiedlung des Nestes wird eine Gebühr erhoben. Die Telefonnummer des für den jeweiligen Ort zuständigen Beraters ist bei der Naturschutzabteilung des Landkreises, Tel. 04171-693 296, sowie bei den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden zu erfahren oder im Internet abrufbar unter www.landkreis-harburg.de/wespenberater.

Ganz fleißig baut diese Wespe mit ihren Artgenossen am Nest Fotos: bim
Stefanie Busch neben dem noch kleinen Wespennest im Schuppen
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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