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Lebenshilfe-Theaterensemble tritt zum Gedenken an die Opfer der "Euthanasie" in Berlin auf

Das Theaterensemble "Weltenbrecher" der Lebenshilfe führt in Berlin das Stück "Wo der Pfeffer wächst" auf
  • Das Theaterensemble "Weltenbrecher" der Lebenshilfe führt in Berlin das Stück "Wo der Pfeffer wächst" auf
  • Foto: Paul Silberberg
  • hochgeladen von Bianca Marquardt

(bim). Das ist eine große Ehre für die Mitglieder des Theaterensembles "Weltenbrecher" der Lebenhilfe Lüneburg-Harburg: Sie treten am 31. Januar beim parlamentarischen Gedenken an die Opfer der „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus in Berlin auf. Auf Einladung der Bundesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Verena Bentele, wird die Theatergruppe das Stück „Wo der Pfeffer wächst“ aufführen.
Das Ensemble "Weltenbrecher" besteht aus Beschäftigten der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gemeinnützige GmbH. Die Schauspieler schaffen mit einfachsten Mitteln, starkem Ausdruck und Bühnenpräsenz ein besonderes Theatererlebnis.
Das Stück ist eine Eigenentwicklung. Es erforscht Lebensträume von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung. Visionen und Träume, die unter der NS-Herrschaft unträumbar gewesen wären. Das Stück wurde auf internationalen Festivals im In- und Ausland ausgezeichnet.
Welten in den Köpfen aufweichen, irritieren oder gar brechen - das ist die Intention der "Weltenbrecher". Die Produktionen sperren sich ausdrücklich gegen Mitleid oder „Behindertenbonus“. Menschen mit Behinderung werden in Zusammenhängen gezeigt, mit denen sie normalerweise nicht assoziiert werden, was zu einer Änderung der Sichtweise führen soll.
Das Ensemble reist für seinen Auftritt in Berlin bereits einen Tag vorher an, besucht den Bundestag und nimmt am 31. Januar an der Kranzniederlegung an der Blauen Wand, Gedenk- und Informationsort für die Opfer der „NS-Euthanasie“-Morde, teil. Nach dem Auftritt bei der Abendveranstaltung wird Verena Bentele gemeinsam mit den Spielern auf einem Podium sprechen.
Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen gedenkt jedes Jahr in der Tiergartenstraße 4 in Berlin den „Euthanasie“-Opfern des Nationalsozialismus. Von dort aus planten die Nationalsozialisten 1940 und 1941 im Rahmen der sogenannten „T4-Aktion“ die systematische Zwangssterilisierung und Tötung von Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen oder psychiatrischen Erkrankungen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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