Stinke-Stadt Buchholz / Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub überschritten

Nicht nur wie hier auf der Schützenstraße, auch auf der Bremer-, Bendestorfer- und Soltauer Straße kommt der Verkehr in Buchholz regelmäßig zum Erliegen
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Wirtschaft
Beim umstrittenen Thema Surfpark hielten sich die Stimmen von Befürwortern und Gegnern die Waage

Online-Voting im WOCHENBLATT
Leser-Umfrage zum Surfpark Stade: Fast ein Patt

jd. Stade. Dieses Bauprojekt bietet offenbar reichlich Diskussionsstoff: Beim geplanten Surfpark in Stade gehen die Meinungen auseinander. Das WOCHENBLATT wollte ein Stimmungsbild bei den Leserinnen und Lesern einfangen und richtete daher ein Online-Voting aus. Das brachte folgendes Ergebnis: 49 Prozent sprechen sich für einen Surfpark aus, 46 Prozent positionieren sich ganz klar dagegen. Der Aussage, dass der Surfpark nur gebaut werden soll, wenn bestimmte ökologische Kriterien eingehalten...

Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

thl. Winsen. Im Mai 2024 soll das Naturbad im Eckermannpark fertig sein und kurz danach eröffnet werden. Diesen Fahrplan gab jetzt Angelina Gastvogel von der Stadtverwaltung in der Sitzung des des Ausschusses für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften vor, die am Dienstagabend im Marstall stattfand. Gastvogel stellte dabei die Entwurfsplanung für das Bad vor, die nahezu komplett abgeschlossen ist. "Der Förderantrag beim Bund ist fristgerecht eingereicht worden, jetzt sind wir im...

Panorama
Auch während der Rastzeit vollführen die Kraniche ihre imposanten Tänze mit lauten trompetenartigen Rufen
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Vogelbestand im Aufwind
70 Kranich-Paare im Landkreis Stade gezählt

sv/nw. Landkreis Stade. In den 1990er Jahren war der Kranich nur ein sehr seltener Gast im Landkreis Stade. 1996 konnte lediglich ein Brutpaar nachgewiesen werden – inzwischen haben 70 Kranichpaare ihr Revier im Landkreis. Dr. Uwe Andreas, Leiter des Naturschutzamtes: „Dieser große Erfolg ist der Renaturierung und Wiedervernässung in den Naturschutzgebieten Feerner Moor und Hohes Moor sowie in den Kehdinger Mooren zu verdanken.“ Die Zahl der Kraniche nimmt zuWährend der Zugzeit der Kraniche...

Panorama
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Corona-Zahlen am 26. Januar im Landkreis Harburg
Inzidenzwert sinkt den dritten Tag in Folge

(lm). Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Harburg ist am heutigen Mittwoch, 26. Januar, erneut leicht gesunken. Am Vortag lag der Wert bei 1.274,5, heute bei 1.263,6. Am Mittwoch der Vorwoche zuvor belief sich der Inzidenzwert auf 976,9.  374 neue Corona-Fälle wurden heute vermeldet, 3.235 waren es in den vergangenen sieben Tagen. Die landesweiten Werte der Hospitalisierungsinzidenz (6,9 auf 7,3) und der Intensivbettenbelegung (4,9 auf 5,2 Prozent) sind dagegen angestiegen.  Seit Ausbruch der...

Service

Zeitnahe Benachrichtigung nicht mehr möglich
Corona: Gesundheitsamt im Kreis Stade kommt nicht mehr hinterher

jd. Stade.  Die Corona-Fallzahlen im Landkreis Stade steigen weiter – und das Gesundheitsamt kommt nicht mehr hinterher. Eine zeitnahe Kontaktnachverfolgung bzw. Benachrichtigung von Personen, die positiv getestet wurden, ist seit dieser Woche nicht mehr möglich. „Wir schieben derzeit rund 1.000 Betroffene vor uns her, die wir nicht mehr – wie bisher üblich – binnen 24 Stunden angerufen haben“, sagt Landrat Kai Seefried. Die Masse der Infizierten sei einfach zu groß, um alle Fälle innerhalb...

Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Panorama
Viele Pflegekräfte arbeiten am Rande ihrer Kräfte. Ab Mitte März gilt eine Impfpflicht - zunächst in Gesundheits- und Pflegeberufen

Dramatischeren Pflegenotstand suggerieren
Fake-Annoncen gegen die Impfpflicht

(bim). Bundesweit werden aktuell Anzeigenblätter mit Stellengesuchen von Pflegekräften überschüttet, die ungeimpft sind und ab Mitte März - dann soll die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal gelten - angeblich nach neuen "Wirkungskreisen" und "Herausforderungen" suchen. So auch das WOCHENBLATT. Allerdings handelt es sich dabei offenbar um eine Kampagne von Impfgegnern. "Keine seriöse Krankenschwester würde eine solche Stellenanzeige schalten", erklärte eine medizinische Fachkraft dem...

Panorama
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Corona-Warnapp
Was tun bei einer Begegnung mit erhöhtem Risiko?

(sv). Die Corona-Zahlen befinden sich seit Anfang des Jahres in einer steilen Aufwärtskurve. Durch die sich schnell verbreitende Corona-Variante Omikron schlägt vieler Orts nun die Corona-Warnapp häufiger aus und meldet Begegnungen mit niedrigem oder hohem Risiko. Aber was bedeuten die Risikowarnungen und was ist in einem solchen Fall zu tun? Das RKI erklärt die Meldungen folgendermaßen: Begegnung mit niedrigem Risiko"Zeigt die Corona-Warnapp ein 'niedri­ges Risiko' an und listet gleich­zeitig...

bim. Buchholz/Tostedt. Auf deutschen Straßen herrscht dicke Luft. Deshalb war vergangene Woche auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) stellvertretend für Deutschland - wie die Vertreter aus Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Rumänien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei, die europäische Grenzwerte für saubere Luft verletzen - von der EU-Kommission vorgeladen worden. Das Ultimatum: Präsentieren die Länder keine Lösung, droht ihnen eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
Auch um die Luft in Buchholz ist es nicht gut bestellt, wenn man sich das Ergebnis einer Untersuchung vom Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim zur Ermittlung von sogenannten Hotspots, an denen die Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub überschritten wurden, anschaut. Demnach gibt es Straßenabschnitte in der Nordheidestadt, an denen die Belastung im Jahresmittel bei 50 Mikrogramm Stickstoffdioxiden in einem Kubikmeter Luft liegen und damit deutlich höher als der von EU und Bund vorgegebene Grenzwert von 40 Mikrogramm. Diesen erreichen der Untersuchung zufolge neben weiteren Kommunen auch Tostedt, Seevetal und Buxtehude.
Untersucht wurden von 2013 bis zum Herbst 2017 landesweit rund 300.000 Straßenabschnitte. Ermittelt wurden die Werte auf der Grundlage von Daten aus Verkehrszählungen, meteorologischen Daten, Modellrechnungen und der Auswertung von Messungen zurückliegender Jahre. Die Hotspots befinden sich in der Regel in unmittelbarer Nähe zu Straßenabschnitten mit relativ hohem Verkehrsaufkommen.
Bei 14 Gemeinden in Niedersachsen ist diesen Berechnungen zufolge ein Stickstoffdioxid-Wert von 50, bei 29 Gemeinden ein Wert von 40 Mikrogramm/m³ im Jahresmittel überschritten.
Auch die Stadt Buchholz und die Samtgemeinde Tostedt beobachten das Verkehrsaufkommen. Während es in Buchholz seit Jahren um Ostumfahrung und Ausbau des Mühlentunnels geht, wofür 2014 mit einem „implementierten Analyseverkehrsmodell“ die Leistungsfähigkeit des Seppenser Mühlenwegs/Bremer Straße sowie der Canteleubrücke und des Mühlentunnels untersucht wurde, ging es 2015 in Tostedt um eine verkehrstechnische Untersuchung der Knotenpunkte entlang der B75 für die Einrichtung eines Kreisverkehrs.
In Buchholz sei das innerstädtische Straßennetz zumindest abschnittsweise mit mehr als 12.500 Kfz in 24 Stunden „als hochbelastet zu bezeichnen“, heißt es. Jedoch kommt das Gutachten zu dem Schluss: „Die Verkehrsbelastungen aus den letzten zehn Jahren belegen, dass die Gesamtverkehrsbelastungen im Nord-Süd-Verkehr der Stadt Buchholz nicht gestiegen, sondern geringfügig zurückgegangen sind“.
Und weiterhin: „So wurde für die Canteleubrücke im Jahr 2004 noch eine Querschnittsbelastung von 24.200 Kfz/24 h ermittelt. In den Folgejahren ab 2007 liegt die Verkehrsbelastung mit ca. 21.000 Kfz/24 h um rund 13 Prozent niedriger. Diese Verkehrsbelastung wurde bei den Erhebungen im Jahr 2014 bestätigt. Im Bereich des Tunnels weist der Seppenser Mühlenweg derzeit eine Querschnittsbelastung von rd. 8.500 Kfz/24 h auf. Auch diese Belastung liegt gegenüber den Werten aus dem Jahr 2004 um acht Prozent niedriger.“
Und bei einer luftschadstofftechnischen Einschätzung zum Bebauungsplan „Tunnel Seppenser Mühlenweg“ aus dem Jahr 2015 heißt es: „Eine Überschreitung der maßgebenden Immissionswerte kann ausgeschlossen werden. Eine detaillierte rechnerische Luftschadstoffprognose ist nicht erforderlich.“
In Tostedt kommt man hingegen aufgrund hochgerechneter Verkehrszählungen zu einem anderen Ergebnis: Trotz sechsspurigen Ausbaus der A1 und der dadurch erhofften Entlastung hat die Verkehrsbelastung auf der B75 demnach im Vergleich zu Erhebungen aus dem Jahr 2005 weiter zugenommen. Dadurch gibt es Probleme bei den Verkehrsabläufen, u.a. an den Einmündungen Bahnhofstraße (L141, über 11.000 Kfz/Tag), Poststraße (rd. 5.650 Kfz/Tag), Buxtehuder Straße (L141, 5.8000 Kfz/Tag), Todtglüsinger Straße (K57, rd. 5.600 Kfz/Tag). Das Maximum von 19.750 Kfz pro Tag wird zwischen Post- und Buxtehuder Straße und damit in Spitzenzeiten die Grenze der Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte erreicht.

Die Zahlen im Vergleich

Die Bevölkerung in Buchholz nahm von 39.113 (inklusive Nebenwohnung) im Jahr 2005 auf 41.077 (ohne Nebenwohnung) im Dezember 2016 zu.
2004 wurden 28.126 Fahrzeuge für Buchholz zugelassen, wobei damals noch die vorübergehend stillgelegten Fahrzeuge eingerechnet waren. Ende vergangenen Jahres waren es 30.016 (ohne stillgelegte Fahrzeuge).
Die Bevölkerung in Tostedt ist von 25.170 im Jahr 2004 auf 26.779 im Jahr 2016 gestiegen.
2004 waren in Tostedt 21.002 Fahrzeuge angemeldet und Ende vergangenen Jahres 23.356.

Nicht auf "Analysen" ausruhen

Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim sieht in Buchholz den Stickstoffdioxid-Grenzwert an Straßenabschnitten mit relativ hohem Verkehrsaufkommen überschritten. Wer zu den Stoßzeiten im täglichen Stau auf Canteleubrücke oder Bremer Straße ausharrt oder als Radler oder Fußgänger die Blechlawine passiert, kann das bestätigen.
Dennoch kommen die von der Stadt Buchholz beauftragten Analysten zu anderen Ergebnissen - und sogar zu einer geringfügig zurückgegangenen Verkehrsbelastung - als die Tostedter Auftragnehmer. Dort belegen die Zahlen für den gleichen Zeitraum eine Verkehrszunahme, was nachvollziehbarer klingt. Haben doch sowohl in Buchholz als auch in Tostedt Bevölkerung und Kfz-Zulassungen zugenommen.
Auf ein Wort
Die geringere Verkehrsbelastung für Buchholz wird u.a. mit der Inbetriebnahme des Metronom Hamburg-Bremen im Dezember 2003 und die Gebietserweiterung des HVV-Verkehrsverbundes im Jahr 2004 begründet. Aber auch Tostedt hat einen Bahnhof und gehört zum HVV-Verkehrsverbund.
Interessant ist, dass die Grundlage beider Analysen mit diesen sehr unterschiedlichen Ergebnissen das „Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen“ (HBS) ist. Aber offensichlich bietet das den Gutachtern reichlich Raum für Interpretationen.
Da stellen sich die Fragen: Sind die Buchholzer Pendler umweltbewusster und nutzen daher vermehrt öffentliche Verkehrsmittel? Oder liegt der Verzicht aufs eigene Kfz in der Verzweiflung begründet, anderenfalls zu den Verkehrsstoßzeiten im Dauerstau festzustecken?
Letztlich können die Verkehrsprobleme in Buchholz nur gelöst werden, wenn sie endlich in Angriff genommen und nicht ständig weitere Gutachter beauftragt werden. Bianca Marquardt

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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