Tostedt: Bahnhof war drei Wochen lang ohne Aufzug

Mirko Gau, hier mit Begleiter Ulrich Liedtke, ist seit sechs Jahren auf den Rollstuhl und bei Bahnfahrten Richtung Hamburg auf die Nutzung des Fahrstuhls angewiesen
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bim. Tostedt. Die Freude bei Bahnfahrern, die am Tostedter Bahnhof auf den Fahrstuhl angewiesen sind, und bei Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam war groß, als die Deutsche Bahn Station & Service AG den Austausch des Aufzugs an Gleis 1 ankündigte, der seit Anfang des Monats erfolgt und bis August dauern soll. Während der Umbauarbeiten - so hieß es - könnten Fahrgäste den Bahnsteig am Gleis 3/4 weiterhin barrierefrei über die Rampe am Parkplatz Zinnhütte erreichen. Doch Pustekuchen. "Man freut sich den ganzen Winter darauf, bei warmen Temperaturen mal wegfahren zu können, und dann machen uns die Fahrstühle einen Strich durch die Rechnung", sagte Mirko Gau ganz enttäuscht. Der 33-jährige Heidenauer ist auf den Rollstuhl angewiesen. Mit seinem Begleiter Ulrich Liedtke wollte er am Dienstag bei sonnigem Wetter einen Ausflug machen. Allerdings ist nicht nur der Aufzug an Gleis 1 ausgebaut. Der auf Gleis 3/4 funktionierte seit Anfang des Monats ebenfalls nicht.
"Wenn dieser Aufzug ausfällt, geht gar nichts mehr. Vom Gleis 1 kommt man nach Bremen, an Gleis 3 und 4 in Richtung Bremen und Hamburg", erläuterte Mirko Gau.
Ulrich Liedtke hatte zuvor bereits mehrere Telefonate geführt in der Hoffnung auf Hilfe. Immerhin wirbt die Deutsche Bahn auf einem Zettel am Aufzugschacht damit, dass mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sich spätestens einen Werktag vorher an die DB-Mobilitätsservicezentrale unter Tel. 0180-6 512 512 wenden könnten. "Ich habe dort angerufen. Bei dem 40-minütigen Gespräch bin ich mit verschiedenen Stellen verbunden worden und bekam letztlich die Auskunft, dass keinerlei Hilfe möglich sei, weil es kein Personal gebe - auch nicht in Buchholz und Rotenburg", berichtet Ulrich Liedtke.
Wie berichtet, war allein im Jahr 2014 der Aufzug an Gleis 1 neun Mal und der an Gleis 3/4 30 Mal defekt. Zuletzt wollte die Bahn-Pressestelle keine Angaben mehr zur Häufigkeit der Ausfälle machen. In der Gesamtauswertung sei der Aufzug zu Gleis 1 störanfällliger gewesen, sagt eine Bahnsprecherin auf WOCHENBLATT-Anfrage. Aber auch der Aufzug zu Gleis 3 und 4 soll ausgestauscht werden - 2019 oder 2020.
Dass auch dieser Fahrstuhl aufgefallen war, hänge mit dem Austausch am Gleis 1 zusammen. Der Aufzugsnotruf habe nicht funktioniert, ohne den aus Sicherheitsgründen kein Aufzug in Betrieb gehen dürfe. Zumindest fährt der Aufzug zu Gleis 3 und 4 nach drei Wochen seit Mittwochnachmittag (vorerst) wieder.
Obwohl Ulrich Liedtke und Mirko Gau dort nicht geholfen werden konnte, verweist die Bahn dennoch auf die Frage, an wen sich mobilitätseingeschränkte Fahrgäste zwecks Hilfe wenden sollen, auf die Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ), Tel. 0180 - 6 512 512 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf). "Unser Mobilitätsservice zeigt Fahrgästen in solchen Fällen grundsätzlich Alternativmöglichkeiten auf. Diese sind leider oftmals nur mit Umwegen verbunden.
Fahrgäste empfinden dies leider oftmals als nicht ausreichend und unbefriedigend", so die Bahnsprecherin.
• Ob die Fahrstühle derzeit funktionieren, ist online unter www.bahnhof.de/bahnhof-de/Tostedt.html?hl=tostedt (> stufenfreier Zugang) zu sehen. Jeder Fahrgast könne sich zudem über die App Bahnhof Live über die Verfügbarkeit der Aufzüge informieren.

Zum neuen Fahstuhl

Der Austausch des Fahrstuhls an Gleis 1 dauere so lange, weil es sich um eine Neuanlage handele. "Der lange Zeitraum und die Realisierung resultieren aufgrund umfangreicher Planungen für neue Aufzugsanlagen sowie die Lieferzeiten der Aufzugshersteller", so die Bahnsprecherin. Momentan würden Modelle des Aufzugsherstellers Schindler verbaut. Die derzeit vorhandenen Aufzüge in Tostedt seien vom Hersteller Otis.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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