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Tostedter Freikirche in Corona-Zeiten

Das Bethaus der Freien Evangeliumsgemeinde im Tostedter Gewerbegebiet
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bim. Tostedt. Bundesweit sorgten freikirchliche Gemeinden in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen, weil sich manche nicht an die Corona-bedingten Versammlungsauflagen gehalten haben und als Corona-Hotspots gelten. Auch in Tostedt sind manche Bürger alarmiert: "Zum wiederholten Male fiel uns der rappelvolle Parkplatz vor der Freien Evangeliums Christengemeinde auf", teilten sie mit. Und: "Es kann doch nicht sein, dass wir uns an Kontaktbeschränkungen halten müssen und die Gemeindemitglieder, die auch arbeiten gehen und andere Menschen infizieren können, nicht."
"Wir nehmen die Beschwerden ernst", sagt dazu Tostedts Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Das Hygienekonzept der Gemeinde sei vom Ordnungsamt der Samtgemeinde im Zuge der Amtshilfe für den Landkreis Harburg kontrolliert und nach kleineren Änderungen für ausreichend befunden worden.
Das WOCHENBLATT traf sich mit drei Mitgliedern der Freien Evangeliumsgemeinde im Bethaus im Gewerbegebiet. Bei dem Ortstermin erläutern ein Vorstandsmitglied und die beiden von der Gemeinde berufenen Corona-Beauftragten das Hygienekonzept. Vor und im Bethaus sind Abstandsmarkierungen aufgeklebt, am Eingang steht Desinfektionsmittel. Jede zweite Bankreihe ist gesperrt. Um eine Pulkbildung an der Garderobe zu vermeiden, sind die Gemeindemitglieder aufgefordert, Jacken und Mäntel auf die jeweils freien Bänke zu legen. An mehreren Zugängen zum Bethaus wird auf die Abstands- und Hygieneregeln hingewiesen. Außer der Lüftung über die Fenster gebe es eine Belüftungsanlage, die die verbrauchte Luft nicht umwälze, sondern abführe. "Polizei und Ordnungsamt begleiten uns regelmäßig. Es gab keine Beanstandung", betonen die Gemeindevertreter.
Ende November habe man das Bethaus vorübergehend freiwillig geschlossen, um zu vermeiden, was in anderen freikirchlichen Gemeinden passiert, und um das damalige Hygienekonzept noch weiter zu verschärfen. Das jetzige Hygienekonzept sei bereits vor der Verordnung vom 13. Dezember 2020 umgesetzt worden.
bim. Tostedt. Laut der aktuellen Corona-Verordnung gilt: "Gottesdienste und Gebetsveranstaltungen können stattfinden, soweit die Auflagen des Infektionsschutzes eingehalten werden. Das gilt auch für Weltanschauungsgemeinschaften. Große religiöse Zusammenkünfte gilt es zu vermeiden." Es gelten 1,5 Meter Mindestabstand, das Tragen von medizinischen Masken und ein Gesangsverbot. Zudem müssen Zusammenkünfte mit mehr als zehn Teilnehmern dem zuständigen Ordnungsamt gemeldet werden. Da erstaunt es manche Bürger, dass der Parkplatz vor der Freien Evangeliumsgemeinde im Tostedter Gewerbegebiet sonntags gut gefüllt ist.
Die Mitglieder der Freien Evangeliumsgemeinde Tostedt wissen um die Sorgen aus der Bevölkerung und zeigen Verständnis. "Die Leute sehen den vollen Parkplatz und denken, hier ist Halligalli, aber das stimmt nicht. Wir verharmlosen das Virus nicht und distanzieren uns ausdrücklich von Verschwörungstheorien", sagt der Hygienebeauftragte.
Das große Bethaus bietet mit Saal, Empore und Gruppenräumen bis zu 1.000 Personen Platz. Derzeit seien die Gottesdienste geteilt, viele gemeindliche Angebote gestrichen, die Empore werde wenig genutzt, da trotz Banksperrungen noch genug Platz im Saal vorhanden sei. Von den rund 300 erwachsenen Gemeindemitgliedern würden zwischen 50 und 150 Personen an den Gottesdiensten teilnehmen. Zu der Gemeinde gehören viele Großfamilien. "Da kann eine Familie schon mal aus fünf bis sieben Personen bestehen", erklärt der Vorstand. Es gebe Ordner, die darauf achteten, dass die Familien die Abstände untereinander einhalten. Auf gemeinsamen Gesang werde verzichtet.
"Jeder, der auch nur mildeste Krankheitssymptome hat oder dessen Umfeld unter Quarantäne steht, muss das dem Vorstand mitteilen und wird aufgefordert, zuhause zu bleiben", sagt der Hygienebeauftragte.
Auf die Frage, warum Präsenz-Gottesdienste für die Freie Evangeliumsgemeinde in Zeiten der Pandemie, in denen viele Kirchengemeinden auf Videogottesdienste setzen, so wichtig sind, erklären die Gemeindevertreter: "Viele Menschen sind wegen Corona seelisch stark belastet. Unser Glaube gibt uns Halt, das ist für uns elementar. Wir investieren in die seelische Gesundheit, vernachlässigen aber nicht die körperliche Gesundheit und beachten das Hygienekonzept."
So wie die Beschwerdeführer, die sich beim WOCHENBLATT gemeldet haben, baten auch die drei Gemeindemitglieder um Anonymität aus der Befürchtung heraus, angefeindet zu werden.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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