Von Albatros bis Zwergflusspferd - die Exponate des Naturkundlichen Museums Handeloh sind für die Wissenschaft von großer Bedeutung

Karen Möller und Dr. Klaus Hamann neben der Vitrine mit den verschiedenen Eulen
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bim. Handeloh. "Ich hatte mit sechs Jahren beschlossen, ein eigenes Museum zu führen", sagt Dr. Klaus Hamann. Der Förster, Geograf und Ökologe erfüllte sich diesen Traum mit seiner Partnerin, der Diplom-Biologin Karen Möller, im September 1993 mit der Eröffnung des Naturkundlichen Museums in ihrem eigenen Gebäude an der Hauptstraße 42 in Handeloh. Präparierte Tiere von Albatros bis Zwergflusspferd können dort bestaunt werden. Inzwischen verfügt das Museum über die größte private naturwissenschaftliche Sammlung in Norddeutschland. Die Exponate dienen nicht nur Schulen als Anschauungsmaterial, sondern auch Wissenschaftlern als wichtige Vergleichs- und Forschungsobjekte.
Allein die Muschel- und Schnecken-Sammlung umfasst 7.000 Exemplare. Hinzu kommen unzählige Insekten, Spinnen und Vögel. Ausgestellt sind weiterhin Säugetiere aus 200 Arten. Zur Bestimmung gibt es auch 500 Wandrollkarten ab dem Jahr 1860.
Auch wenn manche Menschen beim Gedanken an präparierte Tiere die Nase rümpfen: "Unsere Sammlungen werden immer wertvoller für die Artenbestimmung", sagt Dr. Klaus Hamann. Meist handelt es sich bei den Exponaten in Handeloh um relativ alte Sammlungen aus dem 19. Jahrhundert, über die es mitunter noch nicht einmal Fachliteratur gibt. So wie bei einigen Exponaten, die frisch im Museum eingetroffen sind. Dazu gehören 300 dermoplastische, sogenannte Stopfpräparate, und 250 Flüssigkeitspräparate aus den Jahren 1880 bis 1920 aus einer Hamburger Schule, die entsorgt werden sollten, und die nun für die Nachwelt erhalten bleiben.
Dafür muss aber auch noch reichlich Hand angelegt werden. Um diese Kulturgüter zu erhalten, müssen sie restauriert werden. "Die Stopfpräparate müssen mit dem Fön entstaubt und neu vergiftet werden. Das ist viel Arbeit", erläutert Klaus Hamann. Beim "Vergiften" wird die Haut von innen mit Arsen oder Eulan, das man aus der Teppich-Imprägnierung kennt, benetzt. Was sich schlimm anhört, sei aber ungefährlich, denn das Gift verbleibt von innen auf der Haut, versichert der Experte.
Etwas anspruchsvoller sei das "Auffrischen" der Flüssigpräparate. "Die werden geöffnet. Dann muss ich sehen, ob sie in Alkohol, Formalin oder Chinosollösung eingelegt sind. Man darf diese Mittel nicht verändern", so Hamann.
Und nicht nur die neu eingetroffene Sammlung, sondern auch die übrigen Museumsbestände wollen gepflegt sein. "Pro Monat schaffe ich drei bis fünf Objekte, für die ich jeweils drei bis fünf Stunden benötige", erklärt der Museumsleiter, der zugibt, dass es einen Restaurierungs-Rückstau von sicherlich zehn Jahren gibt. Das verwundert allerdings nicht, wenn man bedenkt, dass nicht nur eine sonnengebleichte Wildkatze auf eine neue "Tönung" wartet, sondern auch kleinste Käfer in filigraner Handarbeit mit Aceton und Pinsel von Schimmel befreit werden müssen. Bricht eines der zierlichen Beinchen bei dieser Arbeit ab, ist das Exponat für die Wissenschaft wertlos.
Obwohl das Museum eine wichtige wissenschaftliche Einrichtung ist, in der auch diverse Fortbildungen, z.B. für Fischer, Jäger oder Behördenmitarbeiter sowie Unterricht für die Oberstufe angeboten werden, wird es in Handeloh und Umgebung kaum wahrgenommen. Geöffnet ist es nur auf Anfrage für Gruppen. Oder wenn Karen Möller und Klaus Hamann vor Ort sind und den klingelnden Gästen Einlass gewähren. "Die Schausammlung ist ein teurer Luxus", sagt Klaus Hamann. Eine tägliche Öffnung würde die Biologin und den Förster, die ihr Geld u.a. mit ökologischen Auftragsarbeiten und Kartierungen verdienen, zu oft aus der anspruchsvollen täglichen Arbeit herausreißen. Und Zuschüsse gibt es nicht.
Karen Möller und Dr. Klaus Hamann sind mit zwei Hamburger Kollegen derzeit außerdem mit der Neuauflage der Roten Liste Amphibien/Reptilien befasst, mit der nach 35 Jahren erstmals wieder eine Neubeurteilung dieser bedrohten Tierarten vorgenommen wird.
Beide engagieren sich zudem ehrenamtlich in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Niedersachsen, deren stellvertetender Landesverbandsvorsitzender Klaus Hamann ist.
"Dass das Museum so selten geöffnet ist, ist schade, weil es uns sehr am Herzen liegt. Man müsste ein Modell finden, das Museum stärker für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Von uns alleine ist das aber nicht zu leisten", sagt Karen Möller. Sie wünscht sich, dass sich jemand findet, der ehrenamtlich für Gäste das Museum öffnet.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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