++ A K T U E L L ++

Keine Corona-Notbremse im Landkreis Stade

Der Rat soll's richten - Ausschussdiskussion über das Freibad Tostedt ohne Ergebnis

Waren wegen der Diskussion fassungslos (v. li.): Frank Plantikow (DLRG), Markus Kaper und Jasmin Kramer vom Freibadförderverein, Uwe Rosenow (DLRG), der disignierte Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam und Zuhörerin Nadja Weippert
2Bilder
  • Waren wegen der Diskussion fassungslos (v. li.): Frank Plantikow (DLRG), Markus Kaper und Jasmin Kramer vom Freibadförderverein, Uwe Rosenow (DLRG), der disignierte Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam und Zuhörerin Nadja Weippert
  • hochgeladen von Bianca Marquardt

bim. Tostedt. Bereits seit 1997 begleitet Landschaftsarchitekt Tim Köhler von der "aquatekten GmbH" in Göttingen das Projekt "Freibad Tostedt". Außer der üblichen jährlichen Instandsetzungsarbeiten hat sich jedoch nichts getan. "Jetzt muss man Farbe bekennen, die Zahlen langsam auf den Tisch bringen und auf die Zielgerade gehen", meinte auch Samtgemeindeamtsrat Michael Burmester in der jüngsten Bauausschusssitzung. Dennoch konnten sich die Ausschussmitglieder nach einer hitzigen Diskussion nicht zu einer Empfehlung durchringen und setzen nun auf eine Entscheidung in der Ratssitzung am Dienstag, 30. September, (19 Uhr, Schützenhalle).
Wie mehrfach berichtet, hat die Verwaltung den politischen Gremien in den vergangenen Jahren alle erdenkbaren Entscheidungshilfen vorgelegt - von einer Sanierungsstudie für den jetzigen Standort und einer Konzeptstudie für verschiedene Bad-Varianten über eine Bürgerbefragung bis hin zur Machbarkeitsstudie eines Freibad-Neubaus an vier alternativen Standorten. Der Rat hat bisher nur entschieden, dass das Freibad erhalten werden und an seinem bisherigen Standort bleiben soll.
Seit Jahren bekannt ist der schwierige Untergrund des Beckens, das sich auf einer Torflinse befindet. Zudem sei die Technik absolut marode. Die Pumpen stammen zum Teil aus den 1960er Jahren und würden noch laufen, Ersatzteile gebe es dafür aber nicht mehr, erläuterte Tim Köhler. "Das Bad entspricht in keinster Weise geltenden Vorschriften. Aber solange es nicht auseinanderfällt, darf man es weiter betreiben", sagte er. Auch die Hoffnung, Teile des Betons wieder zu verwenden, hat sich zerschlagen.
Tim Köhlers Vorschlag: Mittels Projektmanagement alle Planungsschritte optimal abstimmen und mit möglichst wenig Geld ein Maximum herausholen. Investiert werden könnte schrittweise - mit Ausnahme von Becken und Wasseraufbereitung, die in einem Bauabschnitt erneuert werden müssten. Die Sanierungskosten würden zwischen 2,5 Millionen Euro bei einer vernünftigen Grundvariante und 3,5 Millionen Euro liegen.
Köhler gab aber auch zu Bedenken, dass es allein seit 2011 eine 30-prozentige Kostensteigerung, u.a. bei Baustoffen, Honoraren und Technik, gab. Daher sei eine schnellstmögliche Planung sinnvoll.
Während Gerhard Netzel (SPD) und Burkhard Allwardt (fraktionslos) flammende Plädoyers hielten, endlich für eine dauerhafte vernünftige Schwimmmöglichkeit zu sorgen und Mittel im Haushalt 2015/16 bereitzustellen, verwies Harald Stemmler (WG) auf die Finanzsituation der Samtgemeinde. Herbert Busch (CDU) warf gar wieder die Standortfrage auf. "Sie fangen mit der Diskussion wieder bei null an, das kann ich nicht nachvollziehen", schimpfte daher Gerhard Netzel.
Der Rat soll nun zunächst entscheiden, ob die "aquatekten GmbH" den Projektauftrag für 15.767 Euro erhält.

Waren wegen der Diskussion fassungslos (v. li.): Frank Plantikow (DLRG), Markus Kaper und Jasmin Kramer vom Freibadförderverein, Uwe Rosenow (DLRG), der disignierte Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam und Zuhörerin Nadja Weippert
Tim Köhler von der "aquatekten GmbH"
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Service

13. April: Die Corona-Zahlen im Landkreis Harburg
72,71: Inzidenzwert deutlich höher

(sv). Der Corona-Inzidenzwert im Landkreis Harburg ist am heutigen Dienstag, 13. April, wieder deutlich angestiegen: von 60,6 am Vortag auf aktuell 72,71. Über Ostern war die Inzidenz zurückgegangen, was laut RKI-Präsident Lothar Wieler unter anderem an weniger durchgeführten Tests lag (das WOCHENBLATT berichtete). Wieler betonte, dass sich erst im Laufe dieser Woche zeigen werde, wie sich die Corona-Zahlen nach den Osterferien tatsächlich entwickeln. Die Zahl der aktiven Fälle steigt...

Panorama
Dr. Hans-Dieter Trosse und seine Frau Heidi fühlen sich wohl in ihrer Wohnung im DRK-Zentrum in Hanstedt. Bei ihnen gilt, möglichst viel zu lachen.
2 Bilder

DRK-Zentrum Hanstedt
Heidi und Hans-Dieter Trosse sind froh, schon früh ins Betreute Wohnen gezogen zu sein

sv. Hanstedt. Sie lachen und scherzen gerne, reden genauso viel über das Heute und Morgen wie über das Gestern und sind vor allem eines: optimistisch im Angesicht ihres Alters. Heidi (80) und Hans-Dieter Trosse (86) leben bereits seit drei Jahren mit ihren zwei Zwergschnauzern in einer Wohnung im DRK-Zentrum "Haus am Steinberg" in Hanstedt. Obwohl sie das Glück haben, noch weitgehend fit für ihr Alter zu sein. Ihre Entscheidung für das Betreute Wohnen, bevor es notwendig wird, sehen sie nicht...

Service

Akute Corona-Fälle im Landkreis Stade durchbrechen 400er-Marke
Aktuelle Corona-Fallzahlen pro 10.000 Einwohner: Horneburg und Harsefeld an der Spitze

jd. Stade. Harsefeld ist wieder Corona-Spitzenreiter: Die Samtgemeinde weist bei den aktuellen Corona-Fällen erneut den höchsten Wert im Landkreis Stade auf. In der Geest-Kommune gibt es derzeit 78 Personen, die sich aufgrund eines positiven Corona-Tests in Isolation befinden. Erst danach kommen die beiden Städte: In Buxtehude gibt es 73 aktuelle Fälle und in Stade 60.  Die absoluten Zahlen sind allerdings nicht aussagekräftig, wenn man einen Vergleich zwischen den einzelnen Kommunen ziehen...

Panorama
Manfred Pankop zeigt die ärztliche Bescheinigung, dass er aus 
gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen muss

Neu Wulmstorfer fühlt sich aufgrund seiner Erkrankung diskriminiert
"Wo darf ich noch ohne Maske einkaufen?"

sla. Neu Wulmstorf. Manfred Pankop ist verzweifelt. Im vergangenen Jahr wurde der 65-Jährige wegen Verdachts auf Lungenkrebs an der Lunge operiert. Zum Glück bestätigte sich der Verdacht nicht, da es sich um einen gutartigen Tumor handelte, der ihm entfernt wurde. Dennoch ist der Neu Wulmstorf seitdem gesundheitlich stark beeinträchtigt und ausgesprochen kurzatmig. Insbesondere das Tragen der Corona-Schutzmaske verursache bei ihm regelrechte Atemnot, verbunden mit extremen Hustenanfällen. "Ich...

Panorama

Corona-Ausbrüche in vier Betrieben: Fälle hängen miteinander zusammen
Inzidenzwert im Landkreis Stade liegt drei Tage hintereinander über 100

jd. Stade. Drei Tage hintereinander eine Sieben-Tage-Inzidenz jenseits der 100er-Marke: Der Landkreis Stade gilt jetzt als Hochinzidenzgebiet. Welche Konsequenzen das haben kann, ist allerdings noch offen. Am Sonntag lag der Inzidenzwert erstmals in diesem Jahr über 100. Gemeldet wurden 113,0 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Am Montag war der Wert mit 112,0 Fällen pro 100.000 Einwohner nur unwesentlich niedriger. Für den heutigen Dienstag wird eine Inzidenz von 113,9...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen