Die Bürger entscheiden

Mitglieder des Schulelternrates der Grundschule Tostedt verfolgten die Ratssitzung
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bim. Tostedt. Der Bürgerentscheid zum Thema "Kein Bau einer Kindertagesstätte mit Krippe am Standort Dieckhofstraße" neben Grundschule und Jugendzentrum (JUZ) kommt. Wie berichtet, hat der Samtgemeinderat sein Votum für den Kita-Bau an dem Standort nicht zurückgenommen. Zuvor hatten die Bürger in der Einwohnerfragestunde noch einmal Gelegenheit, ihre Bedenken vorzubringen.
Günther Knabe von der Wählergemeinschaft erinnerte als Bürger im Publikum an den ersten Tostedter Bürgerentscheid im Mai 2007, als es um den Erhalt des Mahnmals im Todtglüsinger Ortskern ging. "Sind wir es den Tostedter Bürgern nicht schuldig, sie bei dem Erhalt des historischen Tostedter Ortskerns zu unterstützen?", fragte er. Samtgemeinde-Bürgermeister Dirk Bostelmann darauf: "Ich stehe zu dem Beschluss des Samtgemeindeausschusses. Lassen Sie uns darüber abstimmen."
Heinz-Jürgen Speer plädierte für eine andere Zufahrtsregelung für die geplante Kita neben dem JUZ. Schließlich würden vor dem Betreuten Wohnen gegenüber häufiger Fahrzeuge länger parken und zu den Stoßzeiten die Zufahrt dann erschweren.
Alexandra Brockmann als Vorsitzende des Schulelternrates der Grundschule Tostedt mit den Standorten Poststraße und Dieckhofstraße, verlas einen Brief von Simone Meyer, Mutter von zwei Töchtern und Initiatorin des gesunden "Bärenfrühstücks". Sie schreibt u.a.: "Beim Bau der Kita in der Dieckhofstraße würden Sie den Kindern in der Schule Bewegungsfreiraum nehmen, die Kinder der Kita müssten sich mit einer traurigen, rationalisierten Außenfläche wie im 'Kinderland' in der Poststraße arrangieren... Geld, das hier gespart würde, wird irgendwann in noch mehr Sonderpädagogen, Extrabetreuung für 'zappelige' Kinder und kostentreibende Förderprogramme investiert werden müssen." Die Argumente gegen einen Kita-Standort an der Alten Kleinbahn im Bereich des Schulzentrums, wo der Samtgemeinde eine 22.000 Quadratmeter-Fläche gehört, könne sie nicht verstehen, heißt es weiter.
Dennoch hielt die Mehrheit des Rates mit Ausnahme der Grünen und Uwe Baden (WG) am Standort Dieckhofstraße fest. Vor der Entscheidung sei schließlich lange abgewogen worden. Rolf Aldag (CDU) räumte eine "schwierige Gemengelage" ein. Die Bedenken hinsichtlich des kleineren Schulhofes und des Verkehrsflusses nehme er aber ernst. Dennoch: "Nach unserer Einschätzung reicht der Raum zum Spielen für die Schul- und Kindergartenkinder aus", sagte er. Entgegen mancher Gerüchte sei es auch nicht beabsichtigt, die Dieckhofschule mittelfristig zu schließen. "Der Standort Dieckhofstraße für die Kita ist nicht optimal, aber der beste von allen verfügbaren", so Aldag.
Auch Klaus-Dieter Feindt (SPD) wollte die Bedenken der Schuleltern nicht einfach vom Tisch wischen und regte an, die Gestaltung des Schulhofes im Zuge der weiteren Beratungen gemeinsam mit den Eltern zu planen. Er zweifelte allerdings das Argument der Bürgerinitiative zum Bürgerbegehren hinsichtlich des historischen Ortskerns an. "Ein Friedhof befindet sich dort nicht. Der Verbindungsweg Stegen stammt aus den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts", so Feindt. Was die Fläche an der Alten Kleinbahn angeht, wies er auf den größeren Raumbedarf zur Umsetzung der Inklusion - der Integration behinderter Kinder - hin. Doch auch er räumte ein: "Ein Idealstandort ist die Dieckhofstraße nicht."
Harald Stemmler (WG) erklärte, seit 2007 habe es 46 Beratungsgänge zum Kita-Bau an dem Standort gegeben. Dabei seien alle Argumente geprüft worden. "Unser Beschluss, den Rechtsanspruch auf Krippenplätze zu erfüllen, wird bekämpft. Wie soll man das nach Außen verkaufen?", fragte er. Der Interessengemeinschaft Dieckhofstraße, die gegen den Standort eine Klage angekündigt hat, warf er Eigennutz vor.
Waldemar Hindersin (Grüne) monierte u.a. den enormen Zeitdruck, unter dem der Beschluss zum Kita-Bau zustande gekommen sei. "Die Architekten haben für die Dieckhofstarße eine Planung vorgelegt, die gegen das geltende Recht verstieß", so Hindersin. Die Gemeinde habe dann den Bebauungsplan dem Architektenentwurf im Schnellverfahren anpassen müssen. Außerdem werde in der Dickhofstraße zunächst genaugenommen nur eine Krippengruppe geschaffen, weil dort die Krippenkinder der Triftstraße vorübergehend einziehen werden, bis die bestehende Krippe in der Triftstraße saniert und erweitert ist.
Tostedts Ortsbürgermeister Gerhard Netzel (SPD) appellierte schließlich an alle Beteiligten, die Diskussion sachlich zu führen.
Am Sonntag, 3. März, entscheiden die Bürger, ob die geplante Kita dort gebaut werden soll oder nicht.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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