Wegweiser ist weg
Flidderberg-Anwohner sauer auf "Schilder-Bürokraten"

bim. Handeloh. Ein Schild ist jetzt der deutschen, bürokratischen Regelwut und einem ungeschickten Bauarbeiter zum Opfer gefallen: der Wegweiser zum Wohngebiet Flidderberg im Handeloher Ortsteil Höckel. Die Anwohner sind auf Zinne, die Verkehrsbehörde des Landkreises sieht sich dank Paragrafen der Straßenverkehrsordnung im Recht.
Auch die Handeloher Verwaltung hat kein Verständnis dafür, dass ein Schild, das 30 Jahre Anliegern und ihren Gästen den Weg wies, plötzlich Anstoß erweckt, nachdem ein Bauarbeiter es im Zuge der Sanierung der B3 offenbar umgestoßen und stark beschädigt hatte.
"Dass der Wegweiser weg ist, ist unzumutbar, gerade auch für Ortsunkundige in der dunklen Jahreszeit", empörte sich eine Anwohnerin in der jüngsten Ratssitzung in Handeloh. "Wir sind auch nicht glücklich darüber, dass das Schild offenbar nicht mehr zulässig ist", so Handelohs Bürgermeister Heinrich Richter. "Ein solches Schild darf nur auf Orte, aber nicht auf Ortsteile hinweisen."
Das bestätigt Kreissprecher Andres Wulfes. Das Entfernen bzw. Nichtwiederaufstellen des Schildes sei eine verkehrsbehördliche Anordnung, die die Verkehrsbehörde des Landkreises nach Einbeziehung der Straßenbaubehörde, der Polizei und der Gemeinde getroffen habe. "Wenn eine Veränderung ansteht, wird geprüft, ob es zulässig ist", so Wulfes. Soll heißen: Wäre das Schild nicht beschädigt worden, hätte sich die Behörde daran nicht gestört. Denn vergleichbare Schilder gibt es noch anderenorts im Landkreis.
Begründung der Verkehrsbehörde: Der Flidderberg sei eine Anliegerstraße und kein offizieller Ortsteil. Ein grüngelbes Schild mit Hinweis auf den Ortsteil Höckel (Zeichen 385) sei vorhanden, ebenso eine Linksabbiegespur und das reguläre Straßenschild Am Flidderberg. Andere Hinweisschilder oder Wegweiser würden nicht infrage kommen, so Wulfes.
Ein weißer Wegweiser mit schwarzer Schrift scheide aus, weil dieser nur auf Ziele "mit erheblicher Verkehrsbedeutung" (Bahnhof, Zentrum, Industriegebiet; Zeichen 432) hinweist, ein brauner Pfeilwegweiser nur auf touristische Ziele. Der zuvor auf den Flidderberg hinweisende gelbe Pfeil (Zeichen 419), ein "Wegweiser auf sonstige Straßen mit geringerer Verkehrsbedeutung", komme am Flidderberg nicht infrage, weil es sich um eine Anliegerstraße handele.
Den "Flidderbergern" bzw. der Gemeinde bleibt nur übrig, ein Schild auf eigene Kosten anzufertigen und einen Grundstückseigentümer im Bereich der Zufahrt zum Flidderberg zu finden, der das Schild auf seinem Grund aufstellt - so wie es bei zwei Werbeschildern entlang der B3 geschehen ist.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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