(bim). Die Frist für Einwendungen zur Grundwasserförderung durch die Hamburger Wasserwerke (HWW) wird bis Mai 2016 verlängert. Hintergrund ist ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in einem Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland, das deutschlandweit zu einer geänderten Rechtslage und damit auch zu einem geänderten Ablauf der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Grundwasserförderung in der Nordheide führt.
Der EuGH hat entschieden, dass auch außerhalb einer Frist vorgebrachte Einwendungen nicht mehr aus dem Verfahren ausgeschlossen werden dürfen. Bürger und Verbände können daher zum überarbeiteten Wasserantrag der HWW bis zum Erörtungstermin, der voraussichtlich im Mai 2016 stattfinden wird, Stellung nehmen.
Wie berichtet, möchten die HWW über einen Zeitraum von 30 Jahren maximal 18,4 - durchschnittlich 16,1 - Millionen Kubikmeter Wasser jährlich aus der Nordheide fördern.
Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt: „Bisher ließ die Rechtslage eine verlängerte Einwendungsfrist nicht zu. Wir hatten daher die Lösung gewählt, dass Einwendungen, die fristgerecht eingehen, später noch konkretisiert werden können. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes setzen wir nun selbstverständlich um.“
Aufgrund der geänderten Rechtslage werden auch die Antragsunterlagen länger in den Rathäusern Buchholz, Hanstedt, Hollenstedt, Jesteburg, Neu Wulmstorf, Rosengarten, Salzhausen, Seevetal, Stelle, Tostedt, Amelinghausen, Schneverdingen und Bispingen zur Einsicht ausliegen. Die Unterlagen können zudem weiterhin im Internet unter www.landkreis-harburg.de/hww heruntergeladen werden.

Die NDR-Sendereihe "Jetzt reicht's!" greift das Thema Heidewasserförderung auf: An einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung am Dienstag, 3. November, ab 18 Uhr im Küsterhaus in Hanstedt, Am Steinberg 2, beteiligen sich Dr. Jörg Grossmann (Hamburger Wasserwerke), Ingo Wohlde (BUND) und Gerhard Schierhorn (Interessengemeinschaft Grundwasserschutz Nordheide). Der Landkreis Harburg als Genehmigungsbehörde wird ebenfalls vertreten sein. Die Sendung wird am 5. November ab 19 Uhr auf NDR 1 Niedersachsen ausgestrahlt. Die interessantesten O-Töne sind bereits am Vormittag zu hören. Das Radioprogramm ist in der Region auf UKW 103,2 MHz zu empfangen. Info auch unter www.ndr.de/ndr1niedersachsen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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