Gutachten bestätigt Überlastung der Knotenpunkte
Planungsrecht für Tostedter Kreisel liegt vor

So könnte der Kreisverkehr zwischen Buxtehuder und Todtglüsinger Straße aussehen. Links die jetzige Führung der Buxtehuder Straße, die für den Kreisel verschwenkt würde Repro: MSR
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  • hochgeladen von Bianca Marquardt

bim. Tostedt. Für die Entschärfung der angespannten Verkehrssituation auf der B75 in Tostedt an den Einmündungen Buxtehuder Straße (L141) und Todtglüsinger Straße (K57) hat das Land nun Planungsrecht vom Ministerium erhalten. Das berichtete Bauamtsleiter Axel Seute in der Sitzung des Bau- und Wegeausschusses der Gemeinde Tostedt. Dort stellte Dipl.-Ing. Thomas Müller von der Ingenieurgemeinschaft Schubert aus Hannover die jüngste verkehrstechnische Untersuchung zur Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte vom April vor.
Das Gutachten bestätigte die Überlastung der Knotenpunkte. Laut der Prognose für 2030 sind es täglich bis zu 19.400 Fahrzeuge auf der B75, ca. 6.600 auf der Todtglüsinger Straße und maximal 5.300 auf der Buxtehuder Straße.
Den Verkehr an den Einmündungen mit Ampeln zu regeln, würde laut der Untersuchung zu keiner zufriedenstellenden Lösung führen. Denn die Nähe der Knoten zueinander und zur Ampel-gesteuerten Einmündung Bahnhofstraße sei problematisch, weil sich der Verkehr zu Spitzenzeiten laut Simulationen über die Knoten hinaus zurückstauen würde.
Wie berichtet, wünscht sich die Gemeinde einen vierarmigen Kreisverkehrsplatz, der die überlasteten Knotenpunkte verbinden und den Verkehrsfluss verbessern soll, da Linksabbieger aus Buxtehuder und Todtglüsinger Straße im Berufsverkehr Probleme haben, auf die B75 zu kommen. Den entsprechenden einstimmigen Beschluss für den Kreisel hatte der Gemeinderat im September 2018 gefasst.
Zwischenzeitlich hat die Gemeinde Gespräche mit den zuständigen Straßenbaulastträgern - Land, Bund und Kreis - sowie Anliegern für den nötigen Grunderwerb geführt. Zwischen 2.500 und 3.500 Quadratmeter Grunderwerb müssten für den Kreisel-Bau und der damit verbundenen Verschwenkung der Buxtehuder Straße durch Bund und Land getätigt werden.
Über den Kreisverkehr hinaus muss auch eine Lösung für die ebenfalls stark belastete Poststraße gefunden werden. Hier gibt es den Vorschlag, den Verkehr aus der Poststraße nur noch als Rechtsabbieger auf die B75 zu führen.
Kostenträger sind Land und Bund. Die Gemeinde muss die Kosten für die Entwässerung und die Erschließung der durch die Verschwenkung der Buxtehuder Straße "abgehängten" Grundstücke übernehmen. Die Kosten für Planung und Bebauungsplanung will die Gemeinde vorfinanzieren und die möglichen Mehrkosten eines Kreisverkehrs im Vergleich zur Ampelschaltung übernehmen.
Die Verwaltung wird einen Bebauungsplanentwurf vorbereiten. Die weiteren Beratungen sollen voraussichtlich im November erfolgen. Früheste, angepeilte Bauzeit des Kreisverkehrs sei 2023, so Bauamtsleiter Seute. Dann will auch die Landesstraßenbaubehörde die Fahrbahn in der Ortsdurchfahrt sanieren. Auch wenn Gemeinde und Landesstraßenbauamt den Kreisel als beste Lösung ansehen, soll noch eine Kostengegenüberstellung für den Ausbau des vierarmigen Knotens mit Ampeln und als Kreisverkehr vorgelegt werden.

Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer

Nadja Weippert (Grüne) plädierte dafür, im Zuge der Kreiselplanung eine Fuß- und Radwegverbindung in die Planung aufzunehmen und das Plangebiet auf die Dieckhofstraße auszuweiten, da durch die Verschwenkung der Buxtehuder Straße ein Teil des bestehenden Fußwegs im Bereich Buxtehuder und Dieckhofstraße wegfällt. Fußgänger und Radfahrer müssten dann einen Umweg über den Kreisel nehmen.
Dort eine Wegeverbindung hinzubekommen, sei Ziel im weiteren Planungsverfahren, so Gemeindedirektor Dr. Peter Dörsam.
Um für mehr Verkehrssicherheit der Fußgänger und Radfahrer zu sorgen, soll die Verwaltung beim Landesstraßenbauamt den Bau einer Querungshilfe mit beidseitiger Fahrbahnverschwenkung für die Buxtehuder Straße (L141) am Ortsausgang beantragen. Das hat der Bau- und Wegeausschuss bei einer Enthaltung empfohlen.
Hintergrund ist, dass in der Höhe der Radweg aus Richtung Dohren endet und Radfahrer dort die L141 überqueren müssen, auf der vielfach zu schnell gefahren wird. Im März vergangenen Jahres hatte die Samtgemeinde den Verkehr maschinell gezählt und die Geschwindigkeiten gemessen. Dabei wurden in einer Woche ca. 37.000 Fahrzeuge in beiden Richtungen gezählt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 54 km/h ortseinwärts und bei 55,3 km/h ortsauswärts. Darin sind allerdings auch die langsamen Fahrzeuge enthalten. Von den gezählten Fahrzeugen fuhren 761 mit über 70 km/h in den Ort und 844 auswärts. Außerdem lag an jedem Tag für beide Fahrtrichtungen die höchste gemessene Geschwindigkeit bei 100 bis 126 km/h.
Auf Antrag von Ernst Riebandt (CDU) soll die Verwaltung zudem einen Blitzer beim Landkreis beantragen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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