Zwei neue Wählergemeinschaften für Tostedt
Schluss mit Blockaden und Politik zum Selbstzweck

Jan Hinnerk Zirkel
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bim. Tostedt. "Wir wollen Probleme in Tostedt angehen und manche Themen pragmatischer lösen", sagt Jan Hinnerk Zirkel. Der 35-jährige selbständige Unternehmensberater will mit 17 weiteren Interessierten im Alter von 18 bis 40 Jahren mit der Gruppe "Zusammen für Tostedt" bei der Kommunalwahl im September antreten. Ebenso wie die Gruppe "Wir in Tostedt" mit den Initiatoren Stefanie Hansen (51) und Thilo Ramms (46).

Zusammen für Tostedt

"Die vorhandenen Strukturen beschäftigen sich gerne miteinander, arbeiten aber nicht miteinander. Dadurch wird viel blockiert", weiß Zirkel von manchen parteipolitischen Ränkespielchen. Von 2015 bis 2018 war er selbst für die CDU im Samtgemeinderat und fünf Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender, bis er vor vier Jahen aus der Partei austrat, aus verschiedenen Gründen, wie er sagt.
Projekte der öffentlichen Hand dauern länger, weil die politischen Gremien durchlaufen werden müssen. Das ist Jan Hinnerk Zirkel bewusst. "Aber zum Beispiel bei den Themen Kinderbetreuung und Schule kann man auch Sondersitzungen einberufen, um die Themen schneller zu bearbeiten. Mein Eindruck ist, dass gerade bei kritischen Vorhaben, für die man Geld investieren muss, lange rumgeschlingert, drum herum geredet und eine Entscheidung immer wieder verschoben wird."
Ursprünglich nannte sich die Gruppe um Zirkel "Aufbruch", das aber für viele ein Geschmäckle hatte, wird damit doch eher völkisches Gedankengut in Verbindung gebracht. "Das war auch nur ein Arbeitstitel und sollte unsere Aufbruchstimmung zum Ausdruck bringen, dass wir Themen anpacken und umsetzen wollen. Wir sind alle fernab jeglicher extremer Ansichten, sondern eine bunte Gruppe", betont Zirkel.
"Wir haben nicht ein konkretes Ziel, sondern wollen Politik erlebbarer machen mit Ratsmitgliedern, die ein breites Gesellschaftsspektrum repräsentieren. Das ist in Tostedt bisher nicht der Fall, aber nötig, um Themen für diejenigen anzugehen, die es betrifft", meint Zirkel. Als Beispiel nennt er einen 75-jährigen kinderlosen Abgeordneten, der schwerlich angemessen über Kindertagesstätten entscheiden könne.
Was "Zusammen für Tostedt" sich unter einer attraktiven Samtgemeinde vorstellt, sind u.a.:

  • Eine dem realen Leben angepasste Kinderbetreuung
  • Eine Ärzteversorgung für alle Generationen, die nicht beim Hausarzt aufhört
  • Eine fußgänger- und radfahrerfreundliche Infrastruktur
  • Das Schaffen von Freizeitmöglichkeiten und Kulturangeboten
  • Die Umsetzung von Digitalisierung, die mit schnellem Internet für jeden anfängt, bis hin zu digitalen Prozessen in der Verwaltung.

"Wir sind engagierte, motivierte junge Menschen und wollen junge Menschen für die Politik vor ihrer Haustür begeistern", erläutert Jan Hinnerk Zirkel. In den Parteien würden junge Leute mitunter desillusioniert, weil sie zwar als Stimmensammler eingesetzt, ihnen dann aber Schlüsselfunktionen verwehrt würden.
Außerdem bewirbt sich Jan Hinnerk Zirkel als unabhängiger und parteiloser Kandidat um das Amt des Samtgemeinde-Bürgermeisters. Offiziell wird am kommenden Freitag nominiert. 170 Unterstützer braucht er für seine Kandidatur. "Je mehr, desto besser", sagt Zirkel.
Kontaktdaten von "Zusammen für Tostedt", E-Mail: willkommen@zusammentostedt.de; Facebook: www.facebook.com/ZUSAMMEN2021

Wir in Tostedt

Ausgangspunkt für die Gründung der politischen Gruppe "Wir in Tostedt" war die Diskussion um den Erhalt der Grundschule Dieckhofstraße, für den sich die Journalistin Stefanie Hansen und der Diplom-Volkswirt Thilo Ramms engagieren. Mitstreiter fanden sie in dem selbstständigen Handwerker Andreas Hansen (58), Schornsteinfegermeister Thomas Hanfeld (55) und Rentnerin Angelika Junchen (72).
"Uns eint der Wille, Tostedt lebenswert zu halten und die Familienfreundlichkeit zu verbessern. Auch wollen wir eine mittel- bis langfristig orientierte strategische Gemeindeentwicklung initiieren, die sich auf belastbaren Zukunftserwartungen stützt und wechselseitige Wirkungen einzelner Maßnahmen berücksichtigt", erläutert Stefanie Hansen. "Bisher wächst die Samtgemeinde und es wird auf infrastrukturelle Probleme erst reagiert, wenn das Kind (fast) in den Brunnen gefallen ist: Kapazitätsprobleme an den Grundschulen und fehlende Kinderbetreuungsplätze sind da nur der Anfang."
"Wir in Tostedt" wolle dagegen kämpfen, dass weiter "durch monotone, nutzwertoptimierte Zweckbauten im Ortskern der eigenständige Charakter Tostedts gänzlich verloren geht." Vielmehr solle wieder ein optisch verträglicher Baustil Einzug halten, der - wie zum Beispiel im Himmelsweg - den hergebrachten kleinstädtischen Charakter herausstelle.
"Tostedt braucht Grünflächen, Platz für Kinder und für alle Menschen, moderates Wachstum mit ordentlicher einhergehender Planung der Infrastruktur. Es müssen Lösungen gefunden werden für den innerörtlichen Verkehrskollaps und die weitere Abwanderung von Einzelhandel. All das geht nur mit einer aktiven Politik zum Wohle der Allgemeinheit, die gemeinsame Ziele über Parteigrenzen hinaus verfolgt, ohne sich gegenseitig zu blockieren."
Kontaktdaten von "Wir in Tostedt": Tel. 04182-2087141, E-Mail: post@wir-in-tostedt.de.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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