Brief der Oberschulleitungen
Schulstandorte werden gefährdet

(bim/nw). Fast alle Oberschulleitungen aus dem Landkreis Harburg haben jetzt im Vorfeld der heutigen Kreistagssitzung (Mittwoch, 30. März, 13 Uhr, Burg Seevetal in Hittfeld) eine Erklärung an die Kreistagsabgeordneten, die Gemeinde- und Samtgemeinde-Bürgermeister sowie die Schulelternräte geschickt, weil sie mit den Empfehlungen des Kreisschulausschusses nicht einverstanden sind.
"Wir Oberschulleitungen haben uns in den vergangenen Jahren stets für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Schullandschaft im Landkreis Harburg eingesetzt. Uns ist ein Bildungssystem wichtig, in dem Chancengleichheit herrscht, Inklusion ernsthaft gelebt wird, kurze Schulwege für einen Klimaschutz selbstverständlich sind und den Schulstandorten eine Qualitätsentwicklung ermöglicht wird."
Ziele der Arbeitsgruppe
nicht erreicht

Die Oberschulleitungen kritisieren, dass sie bereits im März 2021 darauf hingewiesen hätten, dass mit dem zu diesem Zeitpunkt vorgelegten Zwischenergebnis der Arbeitsgruppe des Schulausschusses eine transparente und strukturierte Zukunftsperspektive für die Schullandschaft im Landkreis Harburg fehle, Schulstandorte in der Chancengleichheit der Weiterentwicklung beschnitten und in ihrer Existenz bedroht würden sowie Ziele der Arbeitsgruppe nicht erreicht worden seien. Aus Sicht der Oberschulleiter bleibe "der bunte Strauß an Schulformen" bestehen, was zu weiteren Wanderbewegungen führen werde. "Das trifft nicht nur die Oberschulen, sondern auch Gymnasien, Realschulen, bestehende Integrierte Gesamtschulen und die verbliebene Hauptschule", heißt es weiter. Weitere Argumente der Oberschulleitungen:
Durch die singuläre Neugründung von IGSen werde Inklusion mehr als bisher Aufgabe der dann noch bestehenden Oberschulen. Das sei nicht gerecht, vor allem nicht für die Kinder und Jugendlichen im inklusiven Kontext.
Fundierte Aussagen durch
kreisweite Befragung

Die beabsichtigten Elternbefragungen würden vermutlich die Ergebnisse erzielen, die man erhalten möchte, sie stellten jedoch nicht das Gesamtbild der Elternbedürfnisse im Landkreis dar. Fundierte Aussagen darüber, welche Bedürfnisse vorliegen und wie diese zusammenspielen, könnten nur durch eine kreisweite Befragung ermittelt werden. Aufgabe von Politik und Kreisverwaltung sei es, eine kreisweite Elternbefragung nicht mit Versprechen für die Umwandlung einzelner Standorte gleichzusetzen.
Die unterzeichnenden Oberschulleitungen befürchten, dass das Prinzip „Ausprobieren und dann Beobachten“ Setzungen vornimmt, die nachträglich nicht zu korrigieren seien und anderen Standorten keine Entwicklung ermöglichten. Das Versprechen „Jeder Gemeinde eine weiterführende Schule“ werde so nicht zu halten sein.
Vor einem Jahr sollten 15.000 Euro für die Stärkung der Berufsbildenden Schulen und Oberschulen verwendet werden, jetzt sei es „Campus Berufsorientierung“. Beiden sei gemein, dass offensichtlich keinerlei inhaltliche Vorstellung bestehe, was genau Oberschulen stärken soll. Dass Berufsorientierung an Oberschulen gestärkt werden soll, halten die Oberschulleitungen für "ein starkes Stück", da die Oberschulen in den vergangenen Jahren bewiesen hätten, dass sie "Berufsorientierung können".
"Die im Landkreis Harburg politisch beabsichtigte Entwicklung wird Probleme nur verlagern und bisher gesunde Standorte gefährden", so die Oberschulleitungen aus Neu Wulmstorf, Jesteburg, Stelle, Marschacht, Salzhausen, Hanstedt, Rosengarten, Buchholz und Winsen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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