bim. Tostedt. "Das Thema kommt mir nebulös vor", meinte Ratsvorsitzender Alfred Timmermann (CDU) in der Sitzung des Tostedter Samtgemeinderates zu der problematischen Trinkwasserversorgung im Nedderste Kamp in Handeloh und der Zuständigkeit. Kontrovers diskutierten die Ratsmitglieder darüber, wer die Anschlusskosten für die Versorgung der rund zehn Anliegergrundstücke in der Peripherie nahe der Seeve tragen soll.
Anwohner baten
um Anschluss

Vor einigen Monaten baten Anwohner des Nedderste Kamp im Gespräch mit Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam darum, das Gebiet an das öffentliche Trinkwassernetz anzuschließen, da es bei einigen Haushalten in der Vergangenheit zu Einbußen in der Wasserqualität gekommen war. Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) hatte die Gesamtkosten für diese Maßnahme mit 200.000 Euro kalkuliert und in Aussicht gestellt, sich mit 40 Prozent (80.000 Euro) an den Kosten zu beteiligen. Auch die Anlieger hätten gegenüber Dörsam die Bereitschaft signalisiert, 40 Prozent der Kosten zu tragen, so die Verwaltung. Somit müsste die Samtgemeinde 20 Prozent (40.000 Euro) übernehmen.
Laut Verwaltung bestehe keine rechtliche Verpflichtung der finanziellen Beteiligung der Samtgemeinde - auch nicht aus Gründen des Brandschutzes. Das sah die Mehrzahl der Ratsmitglieder allerdings anders.
"Wenn Flächen zur Besiedlung freigegeben werden abseits der im Zusammenhang bebauten Ortsteile, ist es Aufgabe der Samtgemeinde, die Anwohner mit Trinkwasser zu versorgen", erklärte Klaus-Dieter Feindt (SPD). Der WBV könne das nicht leisten, Die Samtgemeinde müsse diesen Menschen helfen und zusehen, wie sie das Problem löse. "Trinkwasser gehört zur Daseinsvorsorge, und dafür müssen wir sorgen", meinte auch Gerhard Netzel (SPD). Er forderte allerdings die Gemeinde Handeloh auf, einen Zuschuss zu geben, da die Häuser in einem gültigen Bebauungsplangebiet lägen. Sven Bauer (WG Wistedt) hielt es hingegen für "gewagt, für jedes einzelne Gehöft Verantwortung zu übernehmen. Wenn die Gemeinden einer Bebauung zustimmen, setzen sie ihr Kreuz und bestätigen damit, dass Erschließung und Versorgung gesichert sind." Insofern sah Bauer auch die Gemeinden ein Stück weit in der Pflicht. "Das ist doch Quatsch", schimpfte Handelohs Bürgermeister Heinrich Richter, der als Zuhörer im Publikum saß, über diese Aussagen. Harald Stemmler (WG Tostedt), der auch Ratsmitglied in Handeloh ist, erklärte, dass es sich so oder so um Steuermittel handele und die Gemeinde schließlich auch Samtgemeindeumlage zahle.
Die rechtlichen
Bestimmungen

Dr. Hans-Christian Schröder (FDP) verwies auf die rechtlichen Bestimmungen, nach denen die überörtliche Erschließung und eine gesicherte Wasserversorgung klar in die Zuständigkeit der Samtgemeinde falle und es wegen der Aufgabenteilung nicht erlaubt sei, dass sich die Gemeinde beteilige.
Letztlich einigte sich der Rat nach einer Sitzungsunterbrechung einstimmig darauf, dass der WBV und die Samtgemeinde jeweils 40 Prozent und die Anwohner 20 Prozent der Kosten tragen sollen. Diese Aufteilung solle jedoch eine Einzelfallentscheidung sein.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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