nw. Tostedt. Beim Bürgerentscheid am Sonntag, 3. März, in Tostedt entscheiden die Bürger darüber, ob der Samtgemeinderat seinen Mehrheitsbeschluss für den Bau einer Kindertagesstätte mit Krippe am Standort Dieckhofstraße zurücknehmen soll oder nicht. Die Verwaltung beantwortet im Folgenden einige häufig gestellte Fragen:
Wie viele Anmeldungen von Kindern der jeweiligen Mitgliedsgemeinden liegen konkret vor bzw. warum wird nicht in den Mitgliedsgemeinden eine Krippe gebaut?
"Zum 1. Februar lagen 104 Anmeldungen vor (inkl. Freie Träger und ohne Doppelanmeldungen), davon fünf von Handeloher und sieben von Heidenauer Eltern. Aus dem Bereich Wistedt sind es acht Familien, die Interesse an einem Krippenplatz angemeldet haben. In Tostedt waren es 63 Familien. Der im Vergleich zu der Gemeinde Tostedt eher geringfügig stehende Bedarf in den Gliedkommunen wird größtenteils durch die altersübergreifenden Kindergartengruppen abgedeckt."
Wenn doch Bürger gegen die Kita in der Dieckhofstraße sind, warum wird die Kita nicht woanders gebaut, etwa am Düvelshöpen, Bosteler Berg oder Dohrener Weg?
"Der Krippenplatzausbau wird seit rund fünf Jahren in den politischen Gremien der Samtgemeinde Tostedt beraten. Es wurden Bedarfsabfragen gestartet, mehrfach Standortanalysen erstellt und diskutiert und sämtliche Prüfaufträge umfangreich bearbeitet. Der Kindertagesstättenbau in der Dieckhofstraße wurde über Monate hinweg öffentlich politisch beraten. Am 11. September 2012 hat dann der Rat der Samtgemeinde Tostedt beschlossen, die Kita in der Dieckhofstraße zu bauen. Der Bauantrag wurde kurz darauf gestellt und befindet sich derzeit in der Genehmigungsphase. Wenn nicht jetzt an dem Standort wie geplant gebaut wird und die politischen Beratungen über andere Standorte von vorne beginnen und womöglich noch Grundstücksankäufe getätigt werden müssen, dann gehen etliche Eltern der langen Warteliste leer aus, und es kann ihnen kein Platz angeboten werden."
Warum wird die Kita nicht im Bereich „Düvelshöpen“ gebaut?
"Gegen diese Möglichkeit sprechen mehrere Gründe:
Es handelt sich um eine Vorbehaltsfläche für die Schulerweiterung (Ganztagsschule, evtl. Lehrschwimmen, etc.).
Das pädagogische Konzept: 'Grundschule und Kita unter einem Dach' kann dort nicht umgesetzt werden.
Die heute schon prekäre Verkehrssituation vor dem Gymnasium würde sich massiv verschärfen, viele Gymnasiasten fahren jetzt schon mit dem Auto vor. Es ist mit massiven Einsprüchen der Anlieger zu rechnen.
Das Schulgelände grenzt an ein reines Wohngebiet mit Einzel- und Mehrfamilienhäusern.
Es würden Erschließungskosten, u.a. für die Zuwegung 'Pappelreihe', 'Alte Kleinbahn', 'Im Busch' in Höhe von ca. 350.000 Euro entstehen."
Für eine Kita im Bereich „Bosteler Berg“ oder „Dohrener Weg“ nennt die Verwaltung ähnliche Gründe, u.a. Flächennutzungs- und/oder Bebauungsplanänderungen, die sich - je nach Fläche ein bis vier Jahre - hinziehen würden, und Erschließungskosten von 300.000 bis 350.0000 Euro. Beim "Dohrener Weg" würden noch Grundstückskosten hinzukommen.
Andere Grundstücke befänden sich nicht im Besitz der Gemeinde oder Samtgemeinde Tostedt, so dass auch Grundstücksankäufe getätigt werden müssten.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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