(bim). Der dritte trockene Sommer in Folge lässt Wasserwerke, Land- und Forstwirte und Naturschützer um die wichtige Ressource Wasser bangen. Der Wald leidet unter der Trockenheit, die Landwirtschaft braucht zunehmende Beregnungsmengen. Die Wassersituation im Landkreis Harburg sei mittel- und langfristig deutlich kritischer als bisher berichtet und in der Bevölkerung wahrgenommen, so die Interessengemeinschaft Grndwasserschutz Nordheide (IGN). "Nach Ansicht der IGN brauchen wir niedersachsenweit regionale Wasserbewirtschaftungskonzepte, die die zukünftigen Klimaentwicklungen und den örtlichen Mehrbedarf der verschiedenen Nutzergruppen berücksichtigen. Wir fordern einen Runden Tisch", sagt IGN-Geschäftsführer Gerhard Schierhorn.
Gleichzeitig müssten die grundwasserabhängigen Lebensräume (z.B. Bäche, Flüsse, Moore, Bruchwälder) vor der Trockenlegung geschützt werden.
Die Entwicklungen in der Klimaveränderung verschärften die Konflikte um Wassernutzungen viel schneller als noch vor einigen Jahren erwartet. Zunehmende Durchschnitts-temperaturen (+ 1,3 Grad) und längere Wachstumsperioden (+ drei Wochen) führten zu höheren Verdunstungen und damit zu niedrigerer Grundwasserneubildung. Häufigere Starkregen mit schnellem Abfluss der Niederschläge über die Oberflächengewässer verstärkten diesen Effekt weiter. Das nutzbare Grundwasserdargebot für Mensch, Natur, Land- und Forstwirtschaft sinke.
"Die Genehmigungspraxis der Unteren Wasserbehörden bei den Landkreisen muss dringend überdacht werden. Der Landkreis Harburg ist führend im Grundwasserexport - hier nach Hamburg. Wir reden da leider nicht nur über die 18,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr, die der Landkreis jüngst wieder für das Wasserwerk Nordheide der Hamburger Wasserwerke genehmigt hat. Es wird oft übersehen, dass das Wasserwerk Süder-elbmarsch der Hamburger Wasserwerke zwar seine Brunnen auf Hamburger Stadtgebiet hat, das Grundwassereinzugsgebiet liegt aber zum größten Teil auch im Landkreis Harburg", erklärt Schierhorn. Aus beiden Wasserwerken dürften damit fast 30 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr aus dem Landkreis Harburg nach Hamburg fließen. Damit versorge der Kreis fast 600.000 Hamburger mit Trinkwasser. "Das ist die doppelte Menge des Eigenverbrauches des Landkreises Harburg", so Schierhorn. "Es fehlen klare Ziele und Strategien in der Wasserbewirtschaftung. Es mangelt an einer fachlich übergreifenden Koordination der Interessen der Wassernutzer und vor allem fehlt es an einem Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen."
Die IGN begrüßt die kürzlich geäußerte Absicht des Landkreises Harburg, nun endlich ein Wasserbewirtschaftungskonzept auf den Weg zu bringen. Die inhaltliche Ausgestaltung dieses Bewirtschaftungskonzeptes sollte aber den zukünftigen Herausforderungen gerecht und gesamtgesellschaftlich getragen werden.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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