Tennis-Verein Tostedt
Ein sportlicher und attraktiver "90-Jähriger"

Die Tenniskleidung war damals „sittsam“ und zwingend vorgeschrieben: Damen trugen einen langen, weißen Rock und eine weiße Bluse, die Herren schwitzten in langer weißer Hose und weißem Hemd mit langen Arm
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  • Die Tenniskleidung war damals „sittsam“ und zwingend vorgeschrieben: Damen trugen einen langen, weißen Rock und eine weiße Bluse, die Herren schwitzten in langer weißer Hose und weißem Hemd mit langen Arm
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bim/nw. Tostedt. Als Karl Goette 1929 den Tostedter Tennis-Verein mit einigen tennisbegeisterten Freunden gründete, konnte er nicht wissen, dass diese Idee 90 Jahre Bestand haben wird. Dieser runde Geburtstag bietet Anlass für den Verein, einen Blick zurückzuwerfen.
Der Tostedter Tennis-Verein wurde am 23. Februar 1929 ins Vereinsregister am Amtsgericht in Tostedt mit dem Verwendungszweck: „Förderung des Tennissports“ eingetragen. Die Tenniskleidung war damals „sittsam“ und zwingend vorgeschrieben: Damen trugen einen langen, weißen Rock und eine weiße Bluse, die Herren schwitzten in langer weißer Hose und weißem Hemd mit langen Arm.
Warme Kleidung
In dieser Kleidung wurde auf dem Tennisplatz hinter dem Hotel „Tostedter Hof“ dem Tennisball nachgejagt. Später war es das Tostedter Kino - heute gehört der Bau zum danebenliegenden Amtsgericht. Auch ein zweiter Verein hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Ort etabliert, der Tennisclub Tostedt. Beide Vereine fusionierten im Jahr 1953 zum "Tennis-Verein Tostedt von 1929 e.V.", der seitdem eine sehr bewegte Vereinsgeschichte erlebte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten die Vereinsmitglieder auf ehemals privaten, nun wieder hergerichteten zwei Plätzen der „Zinnhütte“, dort, wo heute die Firma Heinz Heidrich GmbH ansässig ist. Inzwischen spielte man zwar immer noch in weißer, jedoch nun schon in „kurzer“ Kleidung und weiterhin mit Holzschlägern. Dabei konnten sich Kinder als Ballmädchen oder -junge ihr Taschengeld verdienen. Um Mitglied in dem Verein zu werden, musste man eine nicht unerhebliche Aufnahmegebühr bezahlen, was bis zum Beginn der 1990-er Jahre der Fall war.
Da zwei Tennisplätze für die steigende Mitgliederzahl zu wenig waren, verlegte der Verein 1962 sein aktives Wirken auf vier neue Plätze in die Schützenstraße 46, fast gegenüber der Einmündung der Freudenthalstraße. Dieses als nicht für Bauzwecke ausgewiesene Gelände erwarb der Verein für rund 1,90 D-Mark pro Quadratmeter.
Doch das „Plopp“ des Tennisballschlagens wurde bald zum Ärgernis für die Anwohner. Und ein Rechtsstreit mit ihnen wegen der unvermeintlichen, wenn auch geringen Staubentwicklung zwang den Verein, sich nach einem neuen Gelände umzusehen.
Neue Plätze
Das war schnell gefunden: hinter der Kleinbahn im Verlauf der Schützenstraße im Bereich des damals neuen Sportzentrums im Düvelshöpen. Dabei war die damalige Bürgermeisterin Ruth Zuther eine maßgebliche Unterstützung. Dank ihrer Hilfe konnte der TVT das sportliche Angebot in Tostedt aufrechthalten.
Für den Neuaufbau fanden sich einige Mitglieder des Tennis-Vereins Tostedt von 1929, die gemeinschaftlich als Bauherren dem Verein finanziell unter die Arme griffen. Sie bauten dort zunächst die Tennishalle mit zwei Plätzen, die ab Dezember 1981 bespielt werden durften. Die Halle wurde im Februar 1982 offiziell mit einer Feier eingeweiht. Die neuen angrenzenden fünf Tennisplätze entstanden im Frühjahr 1982 und konnten schon im Sommer für den Tennissport genutzt werden. Die Freiplätze wurden mitfinanziert von der Samtgemeinde und Gemeinde Tostedt. Das Ergebnis dieser umfassenden Baumaßnahme ist die noch heute für Jung und Alt äußerst attraktive Tennisanlage im Grünen. Weder stören Verkehrsgeräusche noch stören sich Nachbarn am Spielbetrieb.
Die Sanitäranlagen und der Klubraum mit Küche im Bereich der Tennishalle sind in einem Top-Zustand. Da die Tennisanlage direkt hinter dem Tostedter Schulkomplex liegt, ist sie auch für Kinder und Jugendliche ohne Probleme auf bekannten Wegen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen.
Große Vorbilder
Das Gesellschaftliche kommt im TVT auch nicht zu kurz. Es werden klubinterne Veranstaltungen ausgerichtet, z.B. kleinere Meisterschaften und Turniere, Grillabende oder das alljährliche Boßel-Turnier mit anschließendem gemeinsamen Abendessen. Eine ausreichende Zahl von Parkplätzen steht direkt neben der Tennisanlage zur Verfügung. Nähere Informationen über den TVT, seine Sportanlage und das Tennisangebot finden Interessierte unter www.tennis-verein-tostedt.de.

Früh übt sich, wer einmal ein Profi werden möchte

bim. Tostedt. Sein 90-jähriges Bestehen feiert der Tennis-Verein Tostedt am Samstag und Sonntag, 8. und 9. Juni, mit einem Jubiläums-Pfingst-Mixed-Turnier auf seiner Anlage in der Schützenstraße 67 und lädt alle Tennisbegeisterten aus der Samtgemeinde Tostedt (ohne Altersbegrenzung) herzlich zur Teilnahme ein. Das Turnier beginnt am 8. Juni um 10 Uhr. Anmeldeschluss ist der 31. Mai.
Für das leibliche Wohl (Frühstück, Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Getränke) ist ganztägig gesorgt. Am Samstag ab 18 Uhr wird es ein brasilianisches Buffet (Rodizio) geben, für das der Verein um Anmeldung bittet. Die Teilnahme am Turnier kostet 9,29 Euro pro Person, die Teilnahme am Turnier inklusive Rodizio 19,29 Euro pro Person. Kinder bis zwölf Jahre spielen, trinken und essen beim TV Tostedt kostenlos.
Spielwillige, die Spaß am Mixed-Tennis haben, aber keinen Partner finden, können sich gerne bei den Vorsitzenden und Sportwarten melden. Sie werden dann versuchen, einen Tennispartner zu vermitteln. Ansprechpartner sind: 1. Vorsitzender: Mark Kubaschk, 0175-2367094, 2. Vorsitzender: Jan Grosser, vorstand@tennis-verein-tostedt.de, Sportwarte: Christian Bruns / Marco Schulz: sportwart@tennis-verein-tostedt.de; Homepage: www.tennis-verein-tostedt.de.
Der TV Tostedt freut sich auf viele Tennisbegeisterte und Zuschauer beim Jubiläums-Pfingst-Mixed-Turnier!
Erfolgreiche Jugendarbeit
Besonders stolz ist der Tennis-Verein Tostedt auf seine erfolgreiche Jugendarbeit.
Unter anderem spielen Luca Schmidt, Jöran Meyer und Johannes Rolinski, die für den Tennis-Verein Tostedt in der Spielgemeinschaft mit dem TV Welle den Schläger schwingen, in dieser Saison in der U10 Midcourt-Regionsliga.
Der neunjährige Luca Schmidt wurde zudem erster und jüngster Turniergewinner aus dem Tennis-Verein Tostedt bei der 22. Challenge im Bereich Lüneburg, Jesteburg, Ramelsloh und Celle für die Jahrgänge 2013 bis 2006.
Tennis vereint Konzentration, Strategie, Kampfgeist, Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft und kann dazu noch von Menschen jeden Alters gespielt werden. Kein Wunder, dass beim Tennis-Verein Tostedt rund 200 Mitglieder jeden Alters dem Sport mit großer Begeisterung nachgehen. Der Sport, den englische Kurgäste aus England nach Deutschland brachten, erfreut sich hierzulande seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit. Waren es 1948 bundesweit 71.677 Mitglieder, spielten im vergangenen Jahr rund 1,4 Millionen Menschen Tennis, davon 26 Prozent Jugendliche.
Tennisspielen ist längst zu einem Breitensport geworden. Einen starken Mitgliederschub erfuhr die Sportart durch die Erfolge von Boris Becker und Steffi Graf in den 1980er Jahren. Heute sind es unter anderem Angelique Kerber oder Alexander Zverev, die mit ihren internationalen, großartigen Erfolgen für Tennis begeistern.
Beliebte Trainerin
Im Tennis-Verein Tostedt werden die jungen wie die großen Tennisspieler von Vereinstrainerin Edita Grosser motiviert, die seit 2014 sehr erfolgreich für den Verein arbeitet. Sie ist Tennislehrerin mit C-Lizenz, war früher Weltranglistenspielerin, Spielerin in der 2. Deutschen Bundesliga und der Nationalliga B der Schweiz. Edita Grosser wird sowohl in der Jugendarbeit von den "jungen Anfängern“ als auch von den „Fortgeschrittenen“ sehr geschätzt. Sie ist ausgebildete Trainerin mit Turniererfahrungen und wird auch von den „Profis“ immer wieder gerne engagiert.

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