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20 Jahre Betreutes Wohnen und Tagespflege in Tostedt: Für ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben

Blick auf die Einrichtungen des Herbergsvereins: im Gebäude vorne rechts befindet sich die Tagespflege, dahinter die Wohnungen des Betreuten Wohnens Fotos: Herbergsverein / bim
 
In der Tagespflege werden die Gäste versorgt und können an einem breiten Angebot an Aktivitäten teilnehmen
 
Magda Karasch mit Pflegehund "Eddi": "Das Betreute Wohnen ist für mich die beste Lösung"
bim. Tostedt. Wer älter wird, möchte - auch wenn er auf Hilfe angewiesen ist - möglichst lange weiter selbstbestimmt leben. Damit das gewährleistet werden kann, gründete der Herbergsverein, Altenheim und Diakoniestation Tostedt vor 20 Jahren als erste Senioreneinrichtung im Landkreis Harburg eine Tagespflege. Außerdem gehörte der Tostedter Herbergsverein mit zu den ersten Pflegeheimen im Kreis, die die Möglichkeit des Betreuten Wohnens schuf. Dass es beide Angebote nun seit zwei Jahrzehnten gibt, feiert der Herbergsverein am Samstag, 4. August.
Um 14 Uhr sind alle Interessierten herzlich zu einem Empfang in die Räume an der Bremer Straße 37a/b eingeladen. Anschließend haben die Besucher Gelegenheit, sich um 14.30 und 15 Uhr durch das Betreute Wohnen führen zu lassen. Die Tagespflege präsentiert sich im Rahmen eines „Tags der offenen Tür“. Auch Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes, der Diakoniestation, des Förderkreises, des Beratungsbüros und des ambulanten Hospizdienstes stehen für Fragen der Besucher zur Verfügung.
"Mit Einführung der Pflegeversicherung zum 1. Januar 1995 wurden Pflegeheime stärker auf Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf ausgerichtet. Es gab nichts für Menschen, die nicht als pflegebedürftig eingestuft wurden, aber dennoch Hilfebedarf hatten", erläutert Herbergsvereins-Geschäftsführer Peter Johannsen die Idee zum Betreuten Wohnen und zur Tagespflege.
Im Betreuten Wohnen haben ältere Menschen die Sicherheit, mit dem Hausnotrufsystem und dem Bereitschaftsdienst der Diakoniestation jederzeit schnelle Hilfe zu bekommen. Die Wohnanlage des Betreuten Wohnen befindet sich neben dem Pflegeheim des Herbergsvereins auf einem Grundstück mit vielen Grünanlagen und Spazierwegen. Die 40 ansprechenden Wohnungen befinden sich auf zwei Etagen, davon sind zehn sozial gefördert. Die Wohnanlagen sind großzügig und behindertenfreundlich ausgestattet und verfügen über Gemeinschaftsräume für gemeinsame Aktivitäten und Feste. Auch ein abwechslungsreicher Mittagstisch wird angeboten.
Die Diakoniestation und die neue Tagespflege mit zwölf Plätzen zogen 1998 in einen Neubau. Die Diakoniestation, die vorher zum Verbund der Diakoniestationen des Kirchenkreises Hittfeld gehörte, bevor sie 1995 in Trägerschaft des Herbergsvereins überging, war ursprünglich im Gebäude der früheren Kreissparkasse im Himmelsweg ansässig und vor dem Umzug in einem kleinen Büro im Altbau des Herbergsvereins untergebracht.
Die Gäste der Tagespflege erhalten montags bis freitags jeweils in der Zeit von 8.30 bis 16.30 Uhr ganztägige Versorgung sowie liebevolle und professionelle Betreuung durch geschultes Pflegepersonal. Sie können an einem breiten Angebot an Aktivitäten teilnehmen, zum Beispiel an Spaziergängen, Spiele- und Leserunden, Ausflügen, Basteln oder Singen sowie Bewegungstraining und Übungen zur Erhaltung der Selbständigkeit.
• Besucher der Veranstaltung am 4. August werden gebeten, die öffentlichen Parkplätze entlang der B75 zu nutzen.


Eine Reise um die Welt

Im Herbergsverein, Altenheim und Diakoniestation zu Tostedt arbeiten junge Menschen verschiedener Nationalitäten. Daher steht auch das Sommerfest am Samstag, 25. August, von 11 bis 18 Uhr in den Räumen in der Bremer Straße 37 unter dem Motto "Eine Reise um die Welt". Zu kaufen gibt es Handgearbeitetes und Selbstgemachtes. Der Spinngruppe des Heimatvereins kann bei der Arbeit zugeschaut werden. Außerdem gibt es eine Tombola. Musikalisch unterhalten der Spielmannszug Todtglüsingen und die "Flamingo Singers". Mit vietnamesischen Tänzen begeistern Kinder des Vietnamesenvereins des Landkreises Harburg. Für das leibliche Wohl ist mit Bratwurst und Getränken, frischem Butterkuchen aus dem Lehmofen und in der Kaffeestube des Landfrauenvereins der vier Dörfer gesorgt.

Magda Karasch: "Ich bin glücklich, dass es Betreutes Wohnen gibt"

bim. Tostedt. In vier Wohnanlagen bietet der Herbergsverein Tostedt Betreutes Wohnen in 40 Wohnungen an, davon sind zehn sozial gefördert. Die Bewohner können dort selbstbestimmt leben und haben dennoch die Sicherheit, jederzeit Hilfe zu bekommen, falls nötig. Diese Wohnform empfindet Magda Karasch (83) für sich als ideale Lösung. Sie lebt seit fast drei Jahren in einer rund 60 Quadratmeter großen, behindertengerecht ausgestatteten Wohnung, versorgt sich noch selbst und betreut ab und zu Yorkshire-Terrier "Eddi", den Hund einer Mitarbeiterin des Herbergsvereins.
"Ich habe mich schon vor mehreren Jahren für das Betreute Wohnen interessiert und über eine Bekannte auch kennengelernt. Aber mein Mann wollte damals nicht umziehen", berichtet sie. Das Paar lebte zuvor mit Schäferhündin "Dina" im Eigenheim in Klecken.
Und dann musste Magda Karasch schneller als erwartet eine Entscheidung treffen: "Mein Mann wurde zum Pflegefall, und ich brach mir das Bein." Über das Sozialamt in Winsen erhielt sie für ihren Mann zunächst einen Pflegeplatz in der Kreisstadt. Sie selbst schaute sich wenig später das Betreute Wohnen des Herbergsvereins in Tostedt an und war davon angetan. "Am Montag habe ich unser Haus, das unsere Altersvorsorge war, verkauft. Am Freitag darauf rief der Herbergsverein an, dass eine Wohnung im Betreuten Wohnen frei wäre. Es war wie eine Fügung", berichtet Magda Karasch. "Ich bin heute noch begeistert und habe nicht bereut, hier eingezogen zu sein", sagt sie. Was ihr die Entscheidung zusätzlich erleichtert hat, war die Tatsache, dass sie Hündin "Dina" mitnehmen durfte.
Herbergsvereins-Geschäftsführer Peter Johannsen betont: "Wir lassen Tiere nach Absprache zu, wenn die Bewohner sie noch selbst versorgen können. Die Tiere dürfen aber nicht störend sein." So leben in Magda Karaschs Nachbarschaft zum Beispiel noch eine Katze und mehrere Kaninchen.
Obwohl mancher Bewohner des Herbergsvereins anfangs skeptisch ob des großen Schäferhundes von Magda Karasch war, habe "Dina" sich gut im Herbergsverein eingeführt und schnell die Herzen der übrigen Bewohner erobert. "Das hat mich sehr gefreut" sagt Magda Karasch, die kurz nach ihrem Einzug ihren Mann im benachbarten Pflegeheim des Herbergsvereins unterbringen konnte.
Magda Karasch ist erleichtert, dass sie mit 83 Jahren nicht mehr so viel Verantwortung für ein großes Haus samt Grundstück hat, keinen Schnee schippen oder Laub haken muss. "Und wenn es mir einmal gesundheitlich nicht gut geht, drücke ich den Knopf und bekomme sofort Hilfe", sagt sie zum Hausnotrufsystem. Sollte sie eines Tages nicht mehr in der Lage sein, selbst für sich zu kochen, kann sie auf den Mittagstisch des Herbergsvereins zurückgreifen.
"Das Leben im Herbergsverein ist für uns die ideale Lösung. Ich bin glücklich, dass es heute Betreutes Wohnen gibt. Das ist unser dritter Lebensabschnitt. Sich den auf diese Weise zu organisieren, könnte nicht besser sein", schwärmt Magda Karasch. "Kürzlich sagte ein Nachbar zu mir: 'Das ist doch toll, wie wir hier leben. Wir schauen in die Natur und haben hier alles'." Dem kann Magda Karasch nur zustimmen.



Förderkreis mit neuem Sprecher

Der Förderkreis des Herbergsvereins, Altenheim und Diakoniestation zu Tostedt, hat einen neuen Sprecher: Joachim Krebber hat diese Aufgabe von Peter Bilyk übernommen, der aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden ist.
"Ich hatte die Chance, in den Vorruhestand zu gehen, und wollte die gewonnene Zeit sinnvoll nutzen. Da lag es nahe, mich für den Herbergsverein zu engagieren, der gute Arbeit leistet", sagt Joachim Krebber. Er ist seit einigen Jahren Förderkreis-Mitglied und dem Herbergsverein noch auf andere Weise eng verbunden: Seine Frau Bärbel Krebber ist hauptamtliche Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes und Pflegefachkraft "Palliative Care".
Unter dem Motto "Hilfe mit Herz und Hand" unterstützt der Förderkreis seit seiner Gründung im Jahr 2011, im Jahr des 100-jährigen Bestehens des Herbergsvereins, tatkräftig bei seiner Arbeit für Menschen, die Hilfe in besonderen Lebenslagen benötigen. Angebote, die im Rahmen der normalen Finanzierungsstruktur der Einrichtung nicht oder nur mühsam aufrecht zu erhalten wären, sichert der Förderkreis mit seinem Engagement, beispielsweise durch Einsätze auf dem Töster Flohmarkt und dem Christkindlmarkt oder ehrenamtliche Unterstützung der Arbeit des Herbergsvereins. Rund 160 hauptamtliche und mehr als 100 ehrenamtliche Mitarbeiter fördern den Verein mit ihrem persönlichen Engagement.
Gemeinsam mit der Herbergsvereins-Geschäftsführung Peter und Helge Johannsen sowie den Förderkreis-Mitgliedern will Joachim Krebber nun schauen, welche (neuen) Aktivitäten möglich sind, um Geld für die besonderen Aufgaben des Herbergsvereins zu sammeln.