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Bald kann in der Windmühle Kampen geheiratet werden

Die fleißigen Helfer (v. li.): Fred Kennet Wengert, Peter Holste, Wilhelm Prigge, Wilfried Weseloh und Hans-Peter Braack an der Stelle, auf der künftig der Standesbeamte sitzen wird
 
Mühlenbesitzer Helmut Blanck (Mi.) mit Peter Holste und Wilhelm Prigge (re.) an der Hammerschlagmühle
bim. Kampen. Der schönste Tag im Leben soll in bester Erinnerung bleiben. Dazu gehört eine Hochzeit in einem ansprechenden Ambiente. Daher lassen sich Paare im Landkreis Harburg zum Beispiel im historischen Amtshaus in Moisburg oder in den Windmühlen in Dibbersen und Eyendorf trauen. Ab Herbst soll auch die Windmühle in Kampen für Hochzeiten zur Verfügung stehen. Jedes Wochenende legen die Aktiven des Mühlenvereins jetzt ordentlich Hand an, um die größte Baumaßnahme in der Vereinsgeschichte zu bewältigen.
An diesem Morgen sind Vorsitzender Fred-Kennet Wengert sowie Peter Holste, Wilhelm Prigge, Wilfried Weseloh, Hans-Peter Braack und Hans-Jürgen Meyer mit teils schwerem Gerät im Einsatz. Mühlenbesitzer Helmut Blanck packt ebenfalls tatkräftig mit an. Gefragt ist auch sein Know-how. Er gibt den Mitgliedern wichtige Tipps, zum Beispiel wie die tonnenschwere Hammerschlagmühle gehoben werden kann. Denn an deren Stelle soll künftig der Standesbeamte seinen Platz finden.
"Die Hammerschlagmühle war nicht von Anfang an in der Mühle", erläutert Fred-Kennet Wengert. Der Maurermeister machte die Entwürfe für die Umbaumaßnahme und stellte den Bauantrag. "Mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Bauabteilung des Landkreises haben wir vorher alles geklärt, was machbar ist und was nicht." Dennoch habe es acht Monate gedauert, bis die Baugenehmigung für die Umbauten im vergangenen November vorlag.
Die Aktiven des Mühlenvereins haben in den kommenden Monaten noch einiges vor. Eine Wand zum einstigen Lager wird geschlossen, die Fußböden auf zwei Ebenen werden auf eine Höhe gebracht. Wo einst Schreibstube und Lager waren, werden zwei Damen-WC mit Waschbecken eingerichtet. In den Raum, den Helmut Blanck derzeit noch als Werkstatt nutzt, kommt eine kleine Küchenzeile. Außerdem entstehen ein Herren- und ein Behinderten-WC sowie ein Fluchtweg. Ein Teil des Daches wird höher gesetzt, eine Außenwand erneuert.
Rund 60.000 Euro wird die Baumaßnahme kosten. Arbeiten für zirka 10.000 Euro erbringen die Mitglieder in Eigenleistung. Aber es werden auch Handwerker gebraucht, u.a. um weitere Stromkabel und Fliesen zu verlegen.
Die Maßnahme wird u.a. aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden der Mühlenbesucher finanziert. "Ich habe alle Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Tostedt mit der Bitte um Unterstützung angeschrieben", berichtet Fred-Kennet Wengert. Einen großzügigen Zuschuss über 10.000 Euro sowie ein zinsloses Darlehen über 5.000 Euro hat der Gemeinderat Welle bereits bewilligt, 200 Euro habe die Gemeinde Wistedt in Aussicht gestellt.
"Unser Ziel ist es, den Umbau bis Oktober soweit fertig zu stellen, dass die ersten Trauungen in der Mühle stattfinden können", so Wengert.

Über die Mühle und den Verein

Die Windmühle ist ein Galerieholländer aus dem Jahr 1866. Um den Verfall der 1986 außer Betrieb genommenen Mühle zu stoppen und sie wieder herzurichten, wurde 2001 der Windmühlenverein gegründet. Im selben Jahr wurde mit Mühlenbesitzer Helmut Blanck ein Vertrag geschlossen, der den Verein bis 2041 als Verwalter legitmiert. Seit 2003 nahm der Windmühlenverein etliche Reparaturen vor, die aus Vereinsmitteln und dank zahlreicher Spenden ganz ohne öffentliche Gelder realisiert wurden. Der Verein investierte in die Mühle seither mehr als 80.000 Euro in Material und Fachfirmen. Außerdem leisteten die Mitglieder Tausende Arbeitsstunden. Unter anderem wurden Treppen, Fußböden und Innenwände saniert, die Reeteindeckung und alle Fenster erneuert. Das feuchte Mauerwerk der Mühle wurde trocken gelegt und die Fläche um das historische Bauwerk mit Feldsteinen gepflastert, der Mahlgang wurde instand gesetzt und die Flügelwelle justiert.