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Blühsteifen in Tostedt: Es summt in den Blüten

Tolle Nahrung für Bienen,
bim. Tostedt. Die Samtgemeinde Tostedt hat nun mit drei Pilotprojekten begonnen, die Randstreifen von Straßen und Wegen sowie Brach- und Rasenflächen in blühende Insekten-Oasen zu verwandeln. So gibt es eine Fläche mit bunten, blühenden Blumen neben dem Rathaus, die Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen als Buffet dienen. Weitere Blühmischungen wurden am Feuerwehrgerätehaus in Otter und am Kakenstorfer Weg ausgebracht, wobei die Saat dort nicht so gut aufgegangen ist.
Die Initiative zu den Blühstreifen als Nahrungsquelle für Insekten kam bereits vor einem Jahr vom Linken-Ratsherrn Jens Westermann. Bis die politischen Gremien entschieden hatten, war es Herbst, und dann gab es ein Problem. "Das Saatgut war rasant ausverkauft, es gab Lieferschwierigkeiten", berichtet die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin Sabine Bolz. Denn nicht nur Tostedt, sondern immer mehr Kommunen und Bürger setzen sich mit dem Pflanzen von Blühstreifen gegen das Bienen- und Insektensterben ein. "Das ist natürlich ein gutes Zeichen. Aber mit der Saatgut-Knappheit habe ich nicht gerechnet. Nun wissen wir, dass es gut ist, Vorräte zu haben", sagt Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. So hat die Samtgemeinde Saatgut für ca. 400 Euro eingekauft, das noch für weitere Aussaaten reicht. "Man rechnet 50 bis 100 Euro pro Kilo Saatgut und zwei bis 3,5 Gramm pro Quadratmeter", erläutert Sabine Bolz. "Ich möchte verschiedene Mischungen für Blumen, Gräser und Kräuter ausprobieren. Wir streben dauerhaft blühende Flächen an", sagt sie.
Auch was das Mähen der Flächen angeht, müssen noch Erfahrungen gesammelt werden. Manche Streifen müssen einmal im Jahr, manche womöglich seltener gemäht werden. Trockene Stengel, deren Hohlräume von Insekten als Brut- und Rückzugsort genutzt werden, sollten zum Beispiel erst im folgende Frühjahr entfernt werden.
Die ersten, vom Bauhof vorbereiteten Flächen wurden im Mai angelegt. Ende August wird wieder gesät, dann sollen weitere Flächen folgen.
In Absprache mit den Landwirten sollen außerdem die öffentlichen Randstreifen im Außenbereich nach und nach wieder in der ursprünglichen Breite hergestellt und mit Blühmischungen bepflanzt werden. Zwischen November 2016 und März 2017 hatten zwei Bundesfreiwilligendienstleistende im Natur- und Umweltschutz im Außenbereich 88 gemeindeeigene Wege vermessen und die ermittelten Werte mit den Parzellen-Daten des Geoportals des Landkreises Harburg verglichen. Berücksichtigt wurden dabei nur Wege mit einer größeren Differenz als drei Meter oder nicht mehr sichtbare Grundstücksgrenzen. Ergebnis: Bei acht Wegen hatten die Bufdis einen Flächenverlust von 5.200 Quadratmetern ermittelt. Und diese Flächen sollen wieder für Nahrung und Artenreichtum der Insekten sorgen.