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"Day of Tolerance" in Tostedt begeisterte Gäste vieler Nationen

Menschen aller Nationalitäten begleiteten jetzt das "House of Tolerance" mit Botschaften für Frieden und Toleranz bei einem Marsch durch Tostedt vom Feuerwehrhaus zum Jugendzentrum
bim. Tostedt. Laut und bunt - so startete am Samstag der Umzug durch den Ort, im Rahmen dessen Teilnehmer jeden Alters und vieler Nationalitäten das Tostedter "House of Tolerance" vom Feuerwehrhaus zum Jugendzentrum brachten. Der fröhlichen Truppe schlossen sich unterwegs immer mehr Tostedter an. Einige ihrer Aussagen: "Es ist schwieriger, ein Vorurteil zu zerstören als ein Atom" (Albert Einstein), "Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, erst dann wird es Frieden geben" (Jimi Hendrix) oder: "Wo die Zivilcourage keine Heimat hat, reicht die Freiheit nicht weit" (Willy Brandt).
Am Jugendzentrum wurden die Teilnehmer von den mitreißenden Rhythmen von "Sambucada" begrüßt sowie von den Initiatoren des "Day of Tolerance" (Tag der Toleranz), Lea Visse und Dennis Jekal. Sie erinnerten an den Anfang des kleinen Holzhauses 2013. Es soll zeigen, dass Tostedt offen und tolerant ist. "Seither hat sich viel getan. Ein großer ehrenamtlicher Unterstützerkreis half Geflüchteten beim Deutschlernen, Arzt- und Behördenbesuchen. Und wir schlossen Freundschaften", so Lea Visse. Dennis Jekal betonte, wie wichtig es bei dem zunehmenden Rechtsruck in Europa sei, Eigenverantwortung zu zeigen.
Etliche engagierte Jugendliche hatten sich eingebracht, um den Tag der Toleranz zu organisieren, beim Auf- und Abbau tatkräftig unterstützt von den inzwischen in Tostedt heimisch gewordenen Flüchtlingen. Von der Resonanz waren alle Beteiligten überwältigt. Das "House of Tolerance" passe aus zweierlei Gründen zum Jugendzentrum: "Wir leben hier Toleranz unter der Bedingung, dass man sich an die Regeln hält", so Lennard Weiß vom Jugendzentrum Tostedt (JUZ-T) als einer der Gastgeber. Außerdem sei das Jugendzentrum ein zweites Zuhause.
Es waren auch Jugendliche, die vor zehn Jahren die Politik in die Pflicht nahmen, eine Resolution gegen Rechtsextremismus zu verabschieden, so Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Das Thema Toleranz habe in Tostedt eine lange Tradition: So sei vor 20 Jahren das Forum für Zivilcourage gegründet und vor 18 Jahren die "Tostedter Erklärung" gegen Rechtsextremismus von über 4.000 Bürgern unterzeichnet worden. Ebenso erinnerte Dörsam an die große Demonstration mit über 1.000 Teilnehmern gegen die Aufhebung eines Gerichtsurteils wegen schweren Landfriedensbruchs gegen den früheren Rechten-Szene-Ladenbesitzer in Tostedt.
Viele Gäste beteiligten sich anschließend daran, das kleine Holzhaus mit bunten Holztäfelchen neu zu gestalten.
Bis zum späten Abend feierten die Tostedter bei einem internationalen Bühnenprogramm aus Musik und Tanz ein fröhliches Fest. Die Organisatoren erhielten von den Mitfeiernden viel Lob für das, was sie auf die Beine gestellt hatten.
Der Dank der Redner galt allen Beteiligten, Polizei, Feuerwehr und DLRG sowie den Sponsoren, der Irene und Friedrich Vorwerk-Stiftung, der Sparkasse Harburg-Buxtehude, der Volksbank Lüneburger Heide, dem Töster Reisebüro, dem Druckstudio und der Bäckerei Weiss.