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Dorfchronist Helmut Tödter bekommt seinen eigenen Weg

Ratsmitglieder und Familie Tödter mit dem neuen Straßenschild (v. li.): Gerhard Brenning, Christa Tödter, Joana Tödter, Arne Tödter mit der Chronik seines Vaters, Brigitte Nelke und Gerd Schröder Fotos: bim
bim. Welle. Für die Gemeinde Welle ist das eine Premiere: Erstmals benennt sie eine Straße nach einem ihrer bekanntesten Einwohner - nach dem in der Region bekannten und anerkannten Heimatforscher und Dorfchronisten Helmut Tödter, der 2016 im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Der "Helmut-Tödter-Weg" erschließt das Neubaugebiet "Hempheide Süd", in dem in den kommenden Monaten fünf neue Häuser gebaut werden.
"Wir haben nicht oft eine Straße zu benennen", sagt Bürgermeister Gerd Schröder (SPD). Im Bebauungsplanverfahren habe sich der Rat Gedanken über die Namensgebung gemacht. "Es sollte eine herausragende Persönlichkeit sein. Mir fiel Helmut Tödter ein. Im Rat haben wir das zunächst intern besprochen, alle waren einstimmig dafür. Und ich habe die Angehörigen gefragt, ob das gewollt sei. Seine Frau Christa war sofort einverstanden, ", so Schröder. "Alle, die davon erfahren haben, sagen, dass diese Entscheidung richtig ist", sagt CDU-Ratsherr Gerhard Brenning. Die bisherigen Reaktionen darauf seien überwältigend positiv gewesen.
Helmut Tödters Chronik über "Kampen, Welle und Todtshorn" steht in fast allen Regalen der Dorfbewohner und ist ein wertvolle Nachschlagewerk. Auf seine Initiative hin wurden außerdem Gedenksteine an verschiedenen Standorten im Ort aufgestellt, die an wichtige, historische Ereignisse erinnern.
"Ich freue mich, dass die Idee umgesetzt wird", so Gerd Schröder. "Silvester lag bei mir der erste Bauantrag für den Helmut-Tödter-Weg auf dem Tisch."
Die offizielle Widmung der Straße wird noch erfolgen, wenn die Häuser am Helmut-Tödter-Weg fertiggestellt sind. Für seine Anliegen wusste der gelernte Industriekaufmann Helmut Tödter stets zu überzeugen. So gelang es ihm, Gelder einzuwerben für die Aufstellung von Gedenksteinen, die in Welle, Kampen und Todtshorn an historische Ereignisse erinnern, oder den großen Hauenstein auf der Grenze der Herzogtümer Braunschweig-Lüneburg und dem Bistum Verden in Wintermoor.
Darüber hinaus schrieb Helmut Tödter mehrere Bücher, u.a. "Auf Freudenthals Spuren" und die Chronik über "Kampen, Welle und Todtshorn", die er - anstatt in den zunächst vorgesehenen zehn Jahren - wegen des bevorstehenden Jubiläums binnen drei Jahren bis 2005 fertigstellen musste. Sein "Kulturhistorisches Lexikon", das in zwei Ausgaben über heimatkundliche Begriffe, Maße, Gewichte und Währungen informiert, ist ein bedeutendes Nachschlagewerk. Helmut Tödters ortsgeschichtliches Wissen war auch in Vorträgen gefragt.
Seit 2002 war er ehrenamtlich als Archivar und Chronist für die Gemeinde Welle tätig. Sein Wissen war gefragt