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"Hospiz macht Schule" in Otter: Vom Umgang mit der Trauer

Die Viertklässler mit den Mitgliedern der ambulanten Hospizgruppe (hinten v. li.): Sylvia Schmitz-Mattejat, Claudia Kotthoff, Ursula Sendes und Wilfried Bolte sowie Klassenlehrerin Steffi Ehlert (Foto: bim)
bim. Otter. Der Opa von Bruno ist gestorben. Der alte Mann liegt in einem Sarg, hat schwarze Schuhe und einen Anzug an. Wie der kleine Bruno in der Geschichte haben Kinder viele Fragen, wenn jemand stirbt. Wo ist Opa jetzt? Muss man vor dem Tod Angst haben? Darf man weinen? Antworten darauf erhielten jüngst die Viertklässler der Grundschule Otter im Rahmen des Projektes "Hospiz macht Schule".
Entwickelt wurde es an der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH. Bundesweit nahmen bisher rund 250 Schulen daran teil. Im Landkreis Harburg war Otter nach der Grundschule Steinbeck die zweite Grundschule, in der dieses Angebot durchgeführt wurde.
"Mit Kindern über ein solch ernstes Thema zu sprechen, ist anders. Sie gehen ganz offen mit den Themen Tod und Trauer um, fragen aber auch nur so viel, wie sie verstehen und verkraften können. Ein Neunjähriger sagte an einem Punkt zu mir: 'Bei diesem Thema komme ich emotional an meine Grenzen'", so die Erfahrung von Trauerbegleiterin Ursula Sendes, die mit weiteren Engagierten des ambulanten Hospizdienstes mit dem Projekt zu Gast war. "Es kann aber auch passieren, dass ein Kind anfängt, zu weinen", so Ursula Sendes. Dann nehmen die Mitglieder der Hospizgruppe das Kind beiseite und gehen individuell und verständnisvoll auf dessen Gefühlslage ein.
Den Mädchen und Jungen der Pinguin-Klasse wurden Tod und Trauer einfühlsam mit kindgerechten Geschichten, Meditation, Pantomime und Malen näher gebracht. Jeder Tag begann für die Viertklässler mit einem Ritual, einem Bändertanz und dem Lied "Der Himmel geht über allen auf". Auch stand jeden Tag eine thematisch gepackte Kiste im Mittelpunkt zu den Schwerpunktthemen "Werden & Vergehen", "Krankheit & Leid", "Sterben & Tod", "Traurigsein", "Trost & Trösten". Am zweiten Tag war zum Beispiel eine Kinderärztin zu Gast, die alle Fragen der Kinder beantwortete. Die Kinder malten Bilder, wie sie sich das Jenseits oder das Leben nach dem Tod vorstellen oder wie es sich anfühlt, wenn sie traurig sind. Sie fanden heraus, mit welchen Worten man andere Menschen trösten kann und schrieben Trostbriefe.
Mit "Hospiz macht Schule" konnten die Mitglieder der Hospizgruppe sicher manchem Kind die Ängste vor dem Tod nehmen und ihnen zeigen, was Trauer ist und wie sie damit umgehen können.