Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Landfrauen Tostedt: "Freche, wilde, wunderbare" Erfolgsgeschichte

Tostedts Landfrauenvorsitzende Bettinna Brenning (2. v. re.) mit den Festrednern (v. li.): Karin Plate vom Landesverband, Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam und Kreislandfrauenvorsitzender Sybille Kahnenbley (Foto: bim)
 
Gratulierten Bettina Brenning (li.) und den Landfrauen mit einem Korb voll Seifenblasenflaschen: die frühere Gleichstellungsbeauftragte Doris Herrmann und die aktuelle Gleichstellungsbeauftragte Maren Altmann
bim. Tostedt. "70 Jahre Landfrauenverein Tostedt - eine Erfolgsgeschichte", mit diesen Worten begrüßte Vorsitzende Bettina Brenning am Samstagabend 170 Mitfeiernde in der Schützenhalle. Das Markenzeichen der Landfrauen - die Biene - stehe für die Stellung der Landfrauen in der Gesellschft, für Tüchtigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftssinn und soziales Engagement. Damit den gebeutelten echten Bienen etwas Gutes getan wird, erhielt jeder Gast eine Saatmischung mit insektenfreundlichen Pflanzen.
Bettinna Brenning erinnerte an Ereignisse vor 70 Jahren, u.a. kämpfte damals Elisabeth Selbert um die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz, und die D-Mark wurde eingeführt. Es gab einen großen Mangel an Lehrern, 20 Prozent aller Schüler stammten aus Flüchtlingsfamilien, Hunger bestimmte den Alltag. "Herr Dörsam, wir waren vor Ihnen im Rathaus", sagte Bettina Brenning augenzwinkernd zum Samtgemeinde-Bürgermeister. Denn das Gebäude, in dem das heutige Verwaltungsoberhaupt residiert, war früher eine Landwirtschaftsschule. Gehörten in den Anfangsjahren Besichtigungsfahrten zu Lehrhöfen zum Programm des Landfrauenvereins, ist das Angebot heute vielfältiger. "Wir sind aus Tradition modern und mischen uns auf gesellschaftlicher und politischer Ebene ein", so die Vorsitzende.
Peter Dörsam bekannte: "Wenn man mich vor 25 Jahren gefragt hätte, was Landfrauen machen, hätte ich gesagt: 'den leckeren Kuchen beim Heidenauer Erntedankfest':" Doch er wisse längst, dass Landfrauen ein breites Spektrum an Informationsveranstaltungen und spannende Vorträge zu vielfältigen Themen zu bieten hätten. "Es ist nicht selbstverständlich, dass etwas 70 Jahre lang ehrenamtlich getragen wird. Dafür danke ich allen, die das in den vergangenen Jahren getan haben", so Dörsam.
Die Tostedterin Karin Plate respräsentierte den Landfrauen-Landesverband. Sie wünschte weiterhin viel Mut, sich einzumischen. "Ich gehöre dem Verein seit 30 Jahren an und brenne immer noch für die Landfrauen. Wir sind frech, wild und wunderbar, ohne uns läuft nichts im ländlichen Raum", sagte sie selbstbewusst. Allein im vergangenen Jahr hätten die rund 10.000 Bildungsveranstaltungen zu verschiedenen Themen rund 260.000 Teilnehmerinnen erreicht.
"Wir sind stolz darauf, dass mit Karin Plate und Bettina Brenning zwei Landfrauen aus dem Landkreis im Landesvorstand sind", sagte Kreislandfrauenvorsitzende Sybille Kahnenbley. Auch sie erinnerte an politische und gesellschaftliche Ereignisse vor 70 Jahren und zog Parallelen zur Gegenwart. "Wie vor 70 Jahren sind wir intensiv dabei, die Situation von Geflüchteten zu verbessern", erklärte sie. Und auch heute wird der Lehrermangel beklagt.
Daneben widmen sich die Landfrauen Themen wie Lebensmittelverschwendung, Tierwohl, Insektensterben, neuen Medien und vielem mehr. "Landrauen verändern die Gesellschaft positiv", so Sybille Kahnenbley.
Für reichlich Lacher sorgten einige Landfrauen, die extra zur Feier unter der Regie von Heidi Klemm ein paar Sketche einstudiert hatten. Irene Carmellini, Wilma Pannek, Annegret Speer, Monika Brodda, Margitta Brauns, Claudia Voßler, Barbara Andrysiak begeisterten mit Talent und Spontaneität - anmoderiert von Lenke Busch.
Nach kaltem und warmem Buffet des Hotels "Zum Meierhof" wurde zum Abschluss noch kräftig gefeiert und getanzt zur Musik der Frauen-Kombo "Die Uschis".