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Orgel der Kreuzkirche Sprötze muss dringend general überholt werden

Helmut Alsdorf (vorn) und Dr. Thomas Meyer an der Orgel der Sprötzer Kirchengemeinde
bim. Buchholz. Die mechanische Orgel der Kreuzkirchengemeinde Sprötze ist ein Schmuckstück, bestehend aus rund 1.150 Metall- und Holzpfeifen. Die größte der Holzpfeifen misst zweieinhalb Meter. Doch Staub und alter Schimmel setzen dem Instrument zu. Eine dringend nötige Generalüberholung, so hat Orgelrevisor Reinhard Gräler geschätzt, wird mindestens 12.000 bis 15.000 Euro kosten. Daher bittet Kirchenvorstandsmitglied Dr. Thomas Meyer (46) im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Orgelmusik zum Glockenläuten" um Spenden.
Von den Kosten würde die Landeskirche 30 Prozent übernehmen. Den Hauptanteil muss aber die Kirchengemeinde stemmen, was nicht einfach ist, denn: "Wir bauen gerade einen Kindergarten", so Meyer.
Helmut Alsdorf (75) ist mit einem "Zwischenspiel" in der Nikodemus-Kirche Handeloh seit Jahrzehnten Organist der Kreuzkirchengemeinde. Er kann viel Wissenswertes über die Geschichte der Orgel berichten. "Kaum war die Kirche 1956 gebaut, kam die Orgel. Sie wurde 1957/58 eingeweiht", erinnert sich der Organist. Die Nachkriegsorgel, die damals 30.000 D-Mark kostete, wurde von Paul Ott gebaut, der laut dem Organisten einen sehr guten Ruf hatte. "Für das Geld bekommen wir heute nicht mal die Reinigung", sagt Helmut Alsdorf.
Er war 1957 einer der ersten Konfirmanden der Kirchengemeinde. "Den Einbau der Orgel habe ich miterlebt. Das hat mich so fasziniert, dass ich von Klavier- auf Orgelunterricht umgestiegen bin", sagt er mit einem Lächeln. Als Organist fand er seine Berufung, ist seit über 50 Jahren jeden Sonntag im musikalischen Dienst. "Mein Herz hängt an der Orgel", bekennt Helmut Alsdorf.
Das Besondere: "Die Orgel stand anfangs im Altarraum neben der Faltwand, die Pfeifen waren in den Altarraum gerichtet. Hinter der Falttür standen die drei größten Holzpfeifen, die ins Kirchenschiff ragten", erzählt Helmut Alsdorf. "Der damalige Pastor und auch Kirchengründer Gerhard Lührs wollte, dass bei der Liturgie bei Wechselgesängen Orgel, Kirchenchor und Pastor im Altarraum verbunden sind." Ein Problem bei dem Standort: Weil einige der Holzpfeifen so hoch sind, musste das Unterwerk gestaucht werden. Und ein anderes: Der Blasebalg der Orgel stand im Keller und pustete kalte Luft in das Instrument. "Dadurch war die Orgel oft verstimmt", so Alsdorf.
1973 entschied der Kirchenvorstand deshalb, die Orgel auf die Empore an ihren jetzigen Standort zu versetzen. "Das Grundregister ist aus Holz, alle anderen Pfeifen sind aus Zinn-/Bleilegierung, die Schau-Seite aus hochwertigem Zinn", erläutert Helmut Alsdorf. Je höher der Zinn-Anteil, desto mehr glänzen die Pfeifen.
"Mit den Konzerten möchte ich zeigen, wie schön und erhaltenswert die Orgel ist und wie wunderbar sie klingt", sagt Thomas Meyer zu seiner Motivation zu den aktuellen Orgel-Konzerten. "Die Leute sind sehr spendenfreudig", erklärt er begeistert. Die bisherigen fünf Konzerte hätten 400 Euro an Spenden für die Orgelrevision eingebracht.
Der 46-Jährige hat im Alter von 20 Jahren begonnen, Orgel zu spielen. Mit 23 Jahren spielte Thomas Meyer erstmals im Gottesdienst und danach noch viele Male, auch als Vertreter von Helmut Alsdorf. Seit drei Jahren wohnt Thomas Meyer nun wieder in Kakenstorf und engagiert sich in der Kreuzkirchengemeinde.
Damit die Orgel von Staub und Schimmel befreit wird, sammelt er weiterhin Spenden. Die nächsten Konzerte sind am 10., 17. und 24. November jeweils um 17.30 Uhr in der Kirche, Kirchenallee 15.
• Weitere Infos unter www.kirche-sproetze.de.