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Werbekreis Tostedt mit Frauentrio an der Spitze

Das Frauentrio an der Spitze des Werbekreises (v.li.): Lisa Fenger (Vorstand Aktionen), Katja Kröger-Mollin (Vorstand Verwaltung) und Katrin Simon (Vorstand Finanzen)
 
Der Werbekreis-Vorstand (v.li.): Peter Oehlrich, Patrick Wegner, Lisa Fenger, Katrin Simon, Ehrenvorstand Heinz Böckenhauer, Katja Kröger-Mollin, Dorit Wickbold und Ingo Gottschalk (Foto: bim)
bim. Tostedt. Ein Frauentrio leitet jetzt den Werbekreis Tostedt. Für den ausscheidenden Heiko Best (Vorstand Verwaltung) wurde Katja Kröger-Mollin, anstelle von Thomas Hanfeld (Vorstand Aktionen), Lisa Fenger an die Seite von Katrin Simon (Vorstand Finanzen) gewählt.
Zu neuen Beisitzern wurden Dorit Wickbold und Patrick Wegner bestellt.
Nach der Vorstellung der Einnahmen und Ausgaben stellte Kassenprüfer Jürgen Salewsky die Frage nach der Sinnhaftigkeit mancher Ausgaben. Da es für eine solche Diskussion keine Plattform gebe, regte er an, einen Haushaltsplan einzuführen. Das, so erklärte Katrin Simon, sei für 2019 auch geplant.
Die Neuausrichtung des Werbekreises wird bereits seit rund eineinhalb Jahren diskutiert - zunächst in der Veranstaltungsreihe "Networking Tostedt", die Anfang 2017 anstelle des Neujahrsempfangs ins Leben gerufen wurde. Nach sechs dieser Veranstaltungen hat eine Arbeitsgruppe sich weiter Gedanken gemacht. Was Dorit Wickbold, Lisa Fenger, Janine Böhnke, Detlef Voß, Arno Westerwick und Peter Oehlrich ehrenamtlich erarbeitet haben und Detlef Voß in Motivationstrainer-Manier präsentierte, stieß auf große Anerkennung. Auch wenn die erarbeiteten Ziele noch kontrovers diskutiert wurden.
Detlef Voß nannte als Kernaufgaben des Werbekreises die Ausrichtung von Veranstaltungen wie Töster Flohmarkt, Frühlings- und Christkindlmarkt und die Weihnachtsbeleuchtung sowie intern die Verwaltung, die Homepage, die Geschäftsstelle und die Vermarktung der Werbekreisbühne. Allerdings: Die Verantwortung für all das lastet bislang auf wenigen Schultern. "In Nachbargemeinden sieht man, wie schwer es ist, als Werbekreis aktiv zu bleiben und einen Vorstand zu finden", spielte Voß etwa auf die Auflösung des Vereins "Starkes Hollenstedt" an.
Als Mehrwert des Werbekreises für die Mitglieder nannte er u.a. eine gemeinsame Marketingentwicklung, Fortbildungen und ein aktives Netzwerk.
Die Herausforderung: "Es fehlen Helfer, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Potentiale zu entfalten", so Detlef Voß.
Der Vorschlag des Arbeitskreises: "Wir öffnen uns für alle Bürger." Es sollen Kreise mit verschiedenen Schwerpunkten gebildet werden, die jeweils unabhängig und selbstständig arbeiten und für die die Beteiligten brennen - alles unter dem Motto "Wir für Tostedt". So soll es einen Werbekreis sowie einen Unternehmer-, Kultur- und Töster Kreis geben. "Bürger und Geschäftsleute gestalten das Ortsleben. Der Werbekreis wird der Töster Kreis", erläuterte Voß. Es gebe gute Beispiele für Menschen, die sich einbringen möchten, denen aber eine Plattform fehle.
Zu dem neuen Namen soll es auch ein neues Logo geben, der Vorstand um einen Botschafter erweitert werden, der den Werbekreis repräsentiert und Kontakt zu Nachbargemeinden aufnimmt. "Es gibt solche Leute, die sind bekannt und würden das machen", erklärte Voß.
In der anschließenden Diskussionsrunde schlug Jens Gerlach das Einsetzen eines Center Managers nach Bremervörder Vorbild vor.
Bürgermeister Gerhard Netzel plädierte dafür, dass sich Verwaltung, Politik und Werbekreis zusammensetzen und schauen, wie so etwas ermöglicht werden kann. Allerdings mahnte er auch: "Ihr müsst eure Leute auch selbst mobilisieren." Denn von den derzeit 104 Mitgliedern waren nur 27 zu der Versammlung im Hotel "Zum Meierhof" erschienen.
Jürgen Salewsky und Thorsten Friesecke, die den Werbekreis einst selbst anführten, und zwar noch als "echte" Vorsitzende, fühlten sich "überfordert", dem Gehörten zuzustimmen. "Wir haben die Vorstandsarbeit damals schon gedrittelt, damit die Verantwortung nicht auf einem Vorsitzenden lastet", so Friesecke. Außerdem gebe es Beisitzer und weitere Aufgabenfelder, deren Posten derzeit aber nicht besetzt sind. "Meine Traumvorstellung ist: Alles so lassen und den Beirat umfunktionieren in Kreise, in denen sich die Bürger einbringen können und die Gewicht haben", so Friesecke. Er war auch skeptisch bezüglich einer Namensänderung.
Lisa Fenger beharrte: "Wenn wir etwas ändern wollen, brauchen wir einen neuen Namen, 'Werbekreis' ist nicht sexy, nur dann kann sich etwas Neues entwickeln. Ein Neuanfang wird andere Menschen anziehen."
Der Vorstand wurde schließlich von den Mitgliedern beauftragt, bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Herbst ein Konzept zur Neuausrichtung auszuarbeiten, inklusive der Möglichkeit, einen Center Manager zu engagieren.

Auf ein Wort: Wo bleibt Schwung aus eigenen Reihen?

Es ist gut, dass sich der Werbekreis für die Bürger und ihre Ideen öffnen will. Auch der frische Schwung und der Optimismus der Arbeitsgruppe sind aller Ehren wert. Allerdings: Bereits jetzt engagieren sich Dutzende Bürger seit Jahren ehrenamtlich, um zum Beispiel den Töster Flohmarkt oder den neuen Frühlingsmarkt "f.u.n." zum Erfolg zu führen.
Auf ein Wort
Was das Engagement des Großteils der Werbekreismitglieder angeht: Die Werbekreis-Homepage gleicht seit Jahren einer unfertigen Baustelle denn einem repräsentativen Online-Auftritt. An verkaufsoffenen Sonntagen beteiligen sich seit Jahren fast ausschließlich die Modegeschäfte. Die übrigen Geschäftsinhaber verweigern die sonntägliche Öffnung meist mit dem Argument, dass die Bürger nur zum Schauen, nicht aber zum Kaufen kämen, und sich daher "nicht rechnen" würde.
Hier müsste auch intern einmal abgefragt werden, was die Mitglieder mit dem Werbekreis verbinden oder wie jedes einzelne Mitglied denkt, Tostedt abseits eigener (monetärer) Interessen attraktiv sowie liebens- und lebenswert zu gestalten. Was fehlt, ist ein großartiges Wir-Gefühl, für das es sich lohnt, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, so wie es zu den Anfangszeiten des Werbekreises offenbar war. Vielleicht schafft es ja das neue dynamische Frauentrio an der Spitze, an alte Erfolge, vielleicht auch unter neuem Namen, anzuknüpfen. Bianca Marquardt