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Anbau für die "Kinderburg" in Heidenau

Die "Kinderburg" in Heidenau muss um eine Krippen- und eine Kindergartengruppe erweitert werden (Foto: bim)
bim. Heidenau. Das ist ein schwerer Schritt für alle Beteiligten, doch die Tostedter Verwaltung und der TSV Heidenau als Träger sehen keine Möglichkeit mehr, den Spielkreis "Krabbelkäfer" in Heidenau zu erhalten. Wenn diese Betreuungsmöglichkeit im Sommer wegfällt, wird es im Kindergarten "Kinderburg" richtig eng: Denn dann werden auch die zwölf Spielkreiskinder dort mit betreut. In der Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses im Heidenauer Kindergarten informierte die Verwaltung über die Gründe und stellte Möglichkeiten vor, wie kurzfristig ein wenig mehr Platz geschaffen werden könnte. Außerdem besteht in Heidenau Bedarf für eine Erweiterung um eine Krippen- und Kindergartengruppe.
Der Spielkreis besteht seit November 1972, zunächst in Trägerschaft der Kirche und seit 2006 als Sparte des örtlichen Sportvereins. Der Zuschussbedarf ist in den vergangenen Jahren derart gestiegen, dass die Samtgemeinde nun die Notbremse zieht. Betrug die reguläre Förderung 2017 noch rund 7.100 Euro, waren es im vergangenen Jahr rund 11.160 Euro. Darüber hinaus bewilligte der Samtgemeinderat für die beiden Jahre weitere Mittel in Höhe von 8.800 bzw. 23.300 Euro. Für dieses Jahr sind 41.000 Euro im Haushalt eingestellt, die auch nicht ausreichen werden. Somit sind die Zuschüsse laut Verwaltung inzwischen höher als für einen Platz in einer Kindertagesstätte.
Hinzu kommt: Das Land fördert nur die Personalkosten einer Kraft mit 55 Prozent. Eine der beiden Betreuungskräfte hatte kürzlich gekündigt. Das Risiko einer Neueinstellung kann der TSV bei der bereits in den vergangenen beiden Jahren ungewissen Zukunft des Spielkreises nicht tragen. Bis Juli wird der Betrieb in seiner jetzigen Form noch vom Kultusministerium geduldet. Dann muss eine andere Lösung her.
In der Sitzung bedankte sich Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam zunächst bei allen, die sich im Spielkreis engagieren und ihn mit ihrem Einsatz bislang erhalten haben. Um die "Krabbelkäfer"-Kinder aufzunehmen, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, den jetzigen Schlafraum im Kindergarten für rund 15.000 Euro für eine Kleingruppe für zehn Kinder herzurichten, was aber nicht als Dauerlösung gedacht ist. Nach Bedenken der Eltern und des Kita-Personals will die Verwaltung nun prüfen, ob es noch andere Räume für eine vorübergehende Betreuung der Spielkreiskinder bis zur Fertigstellung des Anbaus gibt.
Der ist in jedem Fall nötig, weil durchschnittlich 20 Kinder im Jahr in Heidenau geboren werden, die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für unter Dreijährige steigt und weitere Kinder wegen des Neubaugebietes mit 73 Wohneinheiten ab diesem Herbst erwartet werden.
Der Kindergarten mit einer Nutzfläche von 390 Quadratmetern wurde im Jahr 2000 gebaut für zwei Kindergartengruppen mit zusammen 50 Plätzen. Damals betrug die Betreuungszeit nur vier Stunden. Heute werden in der Regel sechs bis acht Stunden nachgefragt. Das Mittagessen wurde zunächst von sieben Kindern und wird inzwischen von 25 Kindern in Anspruch genommen. Außerdem gibt es heute eine altersübergreifende Gruppe, um auch jüngere Kinder betreuen zu können. Für sie wurde 2013 ein 18 Quadratmeter großer Schlafraum angebaut. "Die Räume entsprechen auch nicht mehr den Standards", erklärte Gerd Gerhardt von der Verwaltung.
Die "Kinderburg" soll um einen Gruppen- und einen Krippenraum plus einen Schlaf- und einen Bewegungsraum und damit um 380 bis 416 Quadratmeter - also auf das Doppelte der jetzigen Größe - erweitert werden. Wo der Anbau hin soll, steht noch nicht fest. Allerdings bietet sich eine Erweiterung im hinteren Bereich an, da das Grundstück hinter der Kita der Gemeinde Heidenau gehört.
Der Fachausschuss empfahl einstimmig, die "Kinderburg" um eine Kindergarten- und Krippengruppe zu erweitern und mit der Planung und Umsetzung der Baumaßnahme ein externes Planungsbüro zu beauftragen.