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Die Handeloher Sporthalle hat "Spielecken-Format"

Eine der Duschen dient dem TV Welle als Materiallager
 
Die Sporthalle der Grundschule Handeloh ist nur 179 Quadratmeter groß Fotos: bim

Tostedter Schulausschuss befasste sich mit der Sanierung oder dem Neubau der Handeloher Schulsporthalle

bim. Handeloh. "Für mich ist das eine Spielecke, keine Sporthalle", sagte Todtglüsingens Grundschulleiter Friedhelm Wörner zur Sporthalle der Grundschule Handeloh. Im Schulausschuss der Samtgemeinde stellte Dipl.-Bau-Ing. Michael Morgenstern von der iwb-Ingenieurgesellschaft eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung von Sanierung und verschiedenen Neubau-Varianten vor. Der Ausschuss empfahl einstimmig, die Verwaltung möge auf Basis einer Neubauvariante den Bedarf ermitteln und entsprechende Vorschläge erarbeiten.
Die 1959 erbaute Handeloher Schulsporthalle sei "relativ klein und in die Jahre gekommen", berichtete Michael Morgenstern. Technik und Zustand seien auf dem Stand der Errichterzeit, letzte Maßnahmen in den 1990er Jahren erfolgt. Die vom Bau-Ingenieur vorgestellte Mängelliste war lang:
In der Halle gebe es "erhebliche Gefahrenstellen". So berge der Ein- und Auslass der Lüftungsanlage eine erhöhte Verletzungsgefahr, ebenso die direkt hinter den Bänken installierten Heizkörper. Die Beleuchtung sei nicht ballwurfsicher. Die Fläche von 179 Quadratmetern entspreche keiner DIN-Norm, eine Einfeldsporthalle habe heute eine Größe von 405 Quadratmetern. Die Toilettenanlage misst 1,35 Quadratmeter (nach Norm mindestens 5 Quadratmeter) und habe kein Waschbecken. Auch Umkleiden, Übungsleiter- und Lehrerraum entsprächen nicht den üblichen Standards.
Michael Morgenstern rechnete vor: Eine Sanierung des Bestands würde 693.000 Euro kosten, die derzeitige Nutzungsfläche als Neubau 988.000 Euro (Variante I), die derzeitige Sportfläche mit allen Nebenräumen nach aktuellen Vorschriften 1,6 Millionen Euro (Variante II) und eine zeitgemäße Einfeldsporthalle mit allen erforderlichen Räumen 2,76 Millionen Euro (Variante III). Die Betriebskosten betragen jährlich - je nach Variante - 30.000, 60.000 oder 85.000 Euro.
Elternvertreterin Sandra Kleinknecht ergänzte, die Duschen seien zum Teil nicht nutzbar. "Fußballspielen nicht möglich, Purzelbaum von einer Wand zur anderen" - so hatte ein Viertklässler die winzige Turnhalle in einem Abschiedslied beschrieben, berichtete sie.
Die derzeit sieben Schulklassen hätten insgesamt 14 Stunden Sport dort, der Kindergarten mindestens zwei Stunden pro Woche, so Schulleiterin Imke Rehder. "Die Halle ist definitiv zu klein für Lauf-, Fang- und Ballspiele. Die Linien der eingezeichneten Felder laufen direkt an der Wand entlang. Es gibt keinen Platz für Kinder, die nicht am Sportunterricht teilnehmen", erläuterte die Schulleiterin. Sie bat darum, im Zuge einer Bautätigkeit auch einen Raum außerhalb der Schule für die Nachmittagsbetreuung vorzusehen.
Ein weiterer Aspekt: Die Sportvereine sind auf jede Möglichkeit der Hallennutzung angewiesen, berichtete Eckhard Ludwig vom MTV Tostedt, der die Hallenzeiten koordiniert.  So auch der TV Welle auf die Handeloher Sporthalle nach Schulschluss.
Dass der Neubau wohl nicht in der teuersten Variante erfolgen wird, war den Ausschussmitgliedern bewusst. Um Mittel aus einem Förderprogramm zu erhalten, hätte binnen eineinhalb Wochen ein konkretes Konzept vorgelegt werden müssen, einen anderen passenden Fördertopf gebe es derzeit nicht, berichtete Verwaltungs-Vize Stefan Walnsch.
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