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Hausärztemangel: Mehr Studienplätze und bessere Vergütung gefordert

(bim). Die Lage der hausärztlichen Versorgung, insbesondere in ländlichen Gebieten, ist brenzlig (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach). Jetzt fordert der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) das Land zum Handeln auf. Zur Lösung des Problems hat der Spitzenverband der mittleren und kleinen Städte und Gemeinden Niedersachsens einen Zehn-Punkteplan erarbeitet, durch den die Landespolitik Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt bekommt.
"Wir stehen in den nächsten Jahren vor einer dramatischen Unterversorgung mit Hausärzten im ländlichen Raum! 5.000 von 14.600 Ärzten gehen bis 2030 in den Ruhestand. Wenn Hausärzte fehlen, dann fehlt es auch an Lebensqualität im Ort! Daher müssen wir unbedingt alles Erdenkliche tun, um die hausärztliche Versorgung in den nächsten Jahren auch außerhalb von Großstädten sicherzustellen und den Landarztberuf noch attraktiver zu machen“, erklärte der NSGB-Sprecher Thorsten Bullerdiek.
„Niedersachsen sollte sich die Landarztinitiative in Nordrhein-Westfalen als Beispiel nehmen. Das Land vergibt dort künftig 7,6 Prozent der Medizinstudienplätze an Studenten, die sich verpflichten, für zehn Jahre als Hausärzte auf dem Land zu arbeiten." Zudem müssten zusätzliche Studienplätze geschaffen und die Wünsche und Bedürfnisse der Mediziner besser berücksichtigt werden. Dazu gehörten teilzeitgerechte Arbeitsplätze in Medizinischen Versorgungszentren kleiner Orte, damit zum Beispiel der Wiedereinstieg in den Beruf nach Elternzeiten wieder ermöglicht wird. Darüber hinaus könne ein „Landarztzuschlag“ bei der Vergütung ein geeigneter Anreiz sein, ebenso wie Förderprogramme für Ärzte, die sich im ländlichen Raum niederlassen.
• Der Landkreis Harburg geht das Problem seit einigen Jahren mit der Initiative "stadtlandpraxis" an, mit dem gezielt um Nachwuchsmediziner geworben wird.