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Mehr Geld für Jugendpflege in Tostedt notwendig

Das JuzT-Team (v. li.): Leiter Benjamin Gaum, die dualen Studenten Kilian Kremer und Jacqueline Kämpfer und Leiter Lennard Weiß (Foto: JuzT)
bim. Tostedt. Großes Lob für ihre engagierte Arbeit erhielten jetzt in der Sitzung des Jugendausschusses der Samtgemeinde Tostedt die Jugendpfleger Lennard Weiß und Benjamin Gaum. Die beiden Leiter des Jugendzentrums Tostedt (JuzT) stellten ihren Jahresbericht 2018 vor. Außerdem ging es um die Anhebung der Vergütung für die mit der Jugendarbeit in der Samtgemeinde beauftragte Reso-Fabrik.
In der Samtgemeinde Tostedt leben 3.122 Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren, berichtete Benjamin Gaum. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 7.305 Gäste, durchschnittlich 35 am Tag und damit 15,7 Prozent mehr als im Vorjahr, im JuzT begrüßt. Das waren 300 Personen, davon 31 Prozent weiblich.
Mit den Präventionsprojekten an den Schulen mit dem Titel „Ich bin on…!“, dem medienpädagogischen Projekt der Reso-Fabrik zum Thema Cybermobbing, und dem Anti-Gewalt-Programm "Wir sind stark" erreichte das Jugendzentrum 1.000 Kinder und Jugendliche. Über diese Kontakte werden weitere Juz-T-Gäste gewonnen.
Stark gestiegen ist der Zulauf zur Hausaufgabenhilfe bei den "Töster Füchsen" von 421 in 2017 auf 1.208 im vergangenen Jahr. Das Angebot wird geleitet von Tanja Brant, die nun von einer zweiten Kraft unterstützt wird. Die gut angenommene Fahrradwerkstatt, der professionelle Musikunterricht und das Ferienprogramm dreimal im Jahr sind weitere Angebote, die 2018 von 11.500 Jugendlichen (+21 Prozent) genutzt wurden.
Eine Premiere war die Schweden-Freizeit im Sommer mit zwölf Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren. In diesem Jahr soll es voraussichtlich nach Kroatien gehen. Benjamin Gaum machte deutlich: "Das ist kein Urlaub für uns." Schließlich müssen die Jugendpfleger rund um die Uhr ihren Aufsichtspflichten gerecht werden.
Unterstützt werden die beiden JuzT-Leiter von den dualen Studenten Jacqueline Kämpfer und Kilian Kremer sowie von Honorarkräften.
Eine wichtige Aufgabe kommt auch der Vernetzungsarbeit zu. So hat das JuzT nun die Patenschaft für den Jugendaustausch des Freundeskreises Morlaàs übernommen. In diesem Jahr kommt eine Jugendgruppe aus der französischen Partnerstadt nach Tostedt. Das JuzT war außerdem Veranstaltungsort des "Day of Tolerance" im August und ist seitdem Standort des "House of Tolerance", eines kleinen Holzhauses mit vielen individuell gestalteten Ziegeln.
Dank der Kooperation mit der Ortleev Media GmbH gibt es im Jugendzentrum seit Kurzem einen EWE-Hotspot, den jeder Gast eine Stunde am Tag nutzen kann, WLAN und eine eigene Homepage (www.juztostedt.de).
In der offenen Jugendarbeit sind Benjamin Gaum und Lennard Weiß Ansprechpartner für alle Probleme, sei es mit dem Freund, der Freundin, der Familie oder in der Schule.
"Wir führen viele Einzel- und auch Elterngespräche. Personell, räumlich und finanziell ist das JuzT nun ausgelastet", so Benjamin Gaum und Lennard Weiß. Dafür fehle ein Gesprächsraum, auch müsse die Bürosituation verändert werden. Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam: "Wir sind im Gespräch und suchen nach Lösungen, damit ein solcher Raum geschaffen wird."
"Es brummt im Jugendzentrum", bestätigte Michael Hillebrandt von der Reso-Fabrik, der die Jugendarbeit in Tostedt seit 18 Jahren kennt. Er mahnte aber zugunsten der Gesundheit der JuzT-Leiter, dass dieses Pensum auf Dauer nicht zu leisten sei.
Über die finanzielle Situation berichtete Reso-Fabrik-Geschäftsführerin Anke Nobis. Der jährliche Etat für die Jugendpflege beträgt 180.000 Euro. In den Jahren 2016 kostete diese laut Abrechnung der Reso-Fabrik 186.740 Euro und 2017 182.557 Euro, die Endabrechnung für 2018 liege noch nicht vor. Die 180.000 Euro seien aber nicht mehr auskömmlich, sagte Anke Nobis. Für dieses Jahr rechnet sie mit einem Mehrbedarf von 32.500 Euro, von denen aus der Rücklage der beiden Vorjahre 26.500 Euro aufgebracht werden könnten. "2020 werden wir mehr Geld benötigen, wenn die Arbeit auf diesem Niveau fortgesetzt werden soll", so Anke Nobis.