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Dehoga-Kreisverband informiert sich über aktuelle Themen der Branche

Dehoga-Vorstand und Geehrte (v. li.): Vorsitzender Thomas Cordes, Betriebsleiter Peter Schmidt, der die Urkunde stellvertretend für den Geehrten Thomas Hauschild entgegen nahm, zweiter Vorsitzender Jürgen Niehoff, der Geehrte Bernd Alpers, der dritte Vorsitzende Hans-Peter Ebeling, Schatzmeister Klaus Eckert und sein Stellvertreter Karsten Maack-Kramer
 
Frank Lehmann vom Bezirksverband sprach über Themen, die die Branche bewegen
bim. Tostedt. Über Themen, die das Hotel- und Gaststättengewerbe aktuell bewegen, informierte jetzt Frank Lehmann vom Bezirksverband Lüneburg des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), der 860 Betriebe vertritt, anlässlich der Jahreshauptversammlung des Dehoga-Kreisverbandes in Bostelmanns Hotel in Tostedt. So fordert die Branche u.a. eine Wochenarbeitszeit und gleiche Steuern für Essen.
Arbeitszeit
Seit 24 Jahren gebe es das Arbeitszeitgesetz, das eine tägliche Arbeitszeit von acht, höchstens zehn Stunden vorschreibt, so Frank Lehmann. Für Hotellerie und Gastronomie sei das ein Problem, auch aufgrund des Fachkräftemangels. "Ein Kollege richtet keine Familienfeiern mehr aus, keine Veranstaltung, die über Mitternacht hinausgeht", so Lehmann. Schließlich müsse in dem Betrieb um 7 Uhr bereits das Frühstück auf dem Tisch stehen. Um weitere Zeiten zu besetzen, fehle das Personal. Die Betriebe reagierten u.a. mit eingeschränkten Geschäftszeiten, reduzierten Küchenzeiten oder zusätzlichem Ruhetag. Das komme bei manchem Gast nicht gut an, der sich einen präsenten Gastronom wünsche und auch noch unterhalten werden möchte. Für die Branche sei eine Wochenarbeitszeit, die flexibel gestaltet werden kann, besser. "Warum nicht 30 Stunden in zweieinhalb Tagen arbeiten und danach ein paar Tage frei haben? Das darf man bisher nicht", so Frank Lehmann.
Digitalisierung
Für viele ein abstrakter Begriff und auch - je nach Gäste-Zielgruppe - nicht für jeden Gastronomie- oder Hotelbetrieb geeignet. Wichtig sei, zu erkennen, was der Gast will, um Gäste zu binden und neue zu bekommen. Frank Lehmann nannte als Beispiel, bei dem die Innovationen eher das Gegenteil bewirkten, ein Stadthotel, das viele Geschäftsreisende zu seinen Kunden zählt. Dort könnten Zimmer online gebucht werden, die Bestätigung erfolge über einen QR-Code aufs Smartphone, mit dem man dann Zugang von der Tiefgarage bis zur Minibar hätte. Das Problem: "Niemand nutzt das. Die Gäste wollen lieber an der Rezeption mit einer netten, jungen Dame reden", berichtete Lehmann. Ein Arbeitskreis Digitalisierung im Dehoga-Landesverband wolle noch in diesem Jahr einen Leitfaden veröffentlichen.
Lebensmittelhygiene
Das Hygienebarometer und weitere Vorstöße, Ergebnisse von Hygienekontrollen zu veröffentlichen, seien auf Bundes- und Landesebene gescheitert, weil bei den Aussagen keine Objektivität möglich sei. Als Beispiel nannte Frank Lehmann einen Gastronomiebetrieb, bei dem minimale Verstöße wie der Ehering an der Hand des Kochs oder das falsche Einsortieren eines Lebensmittels zu einer Negativbewertung und - nach Öffentlichwerden - letztlich zur Schließung des Restaurants geführt hätten, obwohl kein Verbraucher - wie zum Beispiel bei einem massiven Schädlingsbefall - gesundheitliche Folgen habe befürchten müssen.
Für fragwürdig hält Lehmann auch die Kampagne "Topf Secret" des Vereins Foodwatch, mit der Besucher der Homepage aufgefordert werden, die Berichte von Hygienekontrollen bei Bäckern, Imbiss-Betrieben und Restaurants anzufordern und ins Internet zu stellen. Die Veterinärämter seien überfordert, weil es keine einheitliche Regelung gebe, wie die Ämter damit verfahren. Anders herum habe der kontrollierte Betrieb das Recht, zu erfragen, wer den Bericht angefordert habe.
Gleiche Steuern für Essen
Für Kopfschütteln sorgt bei Gastronomen nach wie vor die unterschiedliche Besteuerung von Essen, Beispiele: Auf Currywurst im Sitzen auf der Parkbank, zum Mitnehmen oder im Stehimbiss werden 7 Prozent Steuern fällig. Isst man die Currywurst am Imbissstand im Sitzen, 19 Prozent. Für Schulverpflegung wird ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig, bei Studentenverpflegung 7 Prozent. "Es ist ein Irrsinn, der da betrieben wird", so Lehmann.
Jahresbericht
Dehoga-Kreisverbandsvorsitzender Thomas Cordes blickte zurück auf ein weiteres Jahr mit neuen Vorschriften und Auflagen und ausufernder Bürokratie. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, müssten die Betriebe ihre Anforderungen herunterschrauben und den Lehrlingen bei den Arbeitszeiten stärker entgegenkommen.