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Kinderschänder wider Willen

Harmloser Autofahrer wurde über Facebook schwer beschuldigt

thl. Winsen. Diese "Öffentlichkeitsfahndung" ging gründlich daneben! In der Facebook-Gruppe "Winsen Luhe - das bist Du" postete eine Frau am Mittwoch das Bild eines Pkw, der in der Straße In den Wettern abgestellt war und schrieb dazu sinngemäß: "Vorsicht vor dem Fahrer dieses Wagens. Er hat ein Mädchen angesprochen und wollte es nach Hause fahren. Zum Glück lief das Mädchen weg. Achtet bitte auf Eure Kinder." Zur besseren Identifizierung ließ die Userin das Kennzeichen nahezu vollständig sichtbar.
Hintergrund der Aktion: Am vergangenen Samstag erstatteten die Eltern eines achtjährigen Mädchens Anzeige gegen den Pkw-Fahrer, weil er das Mädchen im Hanseviertel angesprochen hatte.
Am Donnerstag erschien der Pkw-Fahrer auf der Polizeiwache in Winsen, nachdem er bei Facebook die "Fahndung" zu seiner Person gelesen hatte. Er berichtete, dass er das Mädchen tatsächlich angesprochen habe. Allerdings nicht, um es nach Hause zu fahren, wie das Kind erzählt. Vielmehr war die Achtjährige ohne zu gucken auf die Straße gelaufen und wäre von dem vermeintlichen "Kinderschänder" beinahe überfahren worden. Er habe die Schülerin daraufhin lautstark auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht und sei dann weitergefahren. Und zwar zu seiner Freundin, die im Hanseviertel wohnt und bei der er öfters zu Besuch ist.
Der Mann erstattete Anzeige gegen die Userin des Posts. Sie wird jetzt demnächst eine "Einladung" der Polizei erhalten.
• Übrigens: Nachdem sich viele Facebook-User über die "Fahndungsmaßnahmen" aufgeregt hatten, war der Post am Donnerstagmorgen wieder gelöscht.