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Nur die Anklage wurde verlesen

Volker K. (2.v.re.) vor der Verhandlung im Gespräch mit seinen beiden Verteidigern Foto: thl

Erster Tag im Mordprozess gegen Volker K. war nach 15 Minuten schon wieder beendet

thl. Lüneburg. Es dauerte keine 15 Minuten, da war der erste Tag im Prozess gegen Volker K. (47) auch schon wieder vorbei. Grund: Die beiden Verteidiger des Angeklagten waren sich nicht sicher, ob die Zusammensetzung der Strafkammer korrekt ist und warten auf eine entsprechende Mitteilung des Verwaltungsgerichtes. Diese wolle man erst einmal in den Händen halten, ehe man ins Verfahren einsteige, so die Anwälte. Der Vorsitzende Richter folgte den Ausführungen und unterbrach die Verhandlung.
Volker K. muss sich wegen Mordes an seiner Ehefrau Doreen (40) vor dem Lüneburger Landgericht verantworten. Der Staatsanwalt wirft ihm vor, sich am Abend des 27. Mai dieses Jahres in das Haus seiner seit Monaten von ihm getrennt lebenden Ehefrau geschlichen zu haben, nachdem sie ihm zuvor am Nachmittag offenbart hatte, dass die Ehe der beiden komplett zerrüttet sei und sie einen anderen Mann kennengelernt habe. Volker K. soll sich aus der Küche ein Messer mit einer 14 Zentimeter langen Klinge geholt und sich dann ins Obergeschoss geschlichen haben, wo seine Ex-Frau gerade telefonierte. Ohne ihr auch nur eine Chance zur Gegenwehr zu lassen, habe Volker K., so der Staatsanwalt weiter, mindestens acht Mal auf den Oberkörper seiner Frau eingestochen, wobei alleine drei Stiche für sich alleine tödlich gewesen wären.
Der Prozess geht am kommenden Mittwoch, 28. November, weiter. Dann sollen auch erste Zeugen vernommen werden.
• Erst im September hatte das Landgericht Thomas S. (54) aus Hanstedt wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. S. hate ebenfalls seine Ehefrau erstochen, nachdem sie ihn wegen eines anderen Mannes verlassen wollte (das WOCHENBLATT berichtete).
Somit gab es allein im Landkreis Harburg im Jahr 2018 zwei gewalttätige Angriffe mit Todesfolge auf Frauen, ausgeübt von ihren Ehemännern.