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Prozess wurdeausgesetzt

Richter sah keinen Anlass für Rechtsgespräche

thl. Winsen. Da war im wahrsten Wortsinn ein kurzer Prozess. Vor dem Winsener Amtsgericht sollte sich am Donnerstag ein 25-Jährigen u.a. wegen Bedrohung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Körperverletzung und Beleidigung verantworten. Der Vorwurf: Er soll im Rahmen des Winsener Stadtfestes im Mai dieses Jahres einen Polizeibeamten mit einer Spielzeugpistole und den Worten "Ich knall dich ab" bedroht haben. Bei den anschließenden Festnahmeversuchen soll sich der 25-Jährige teilweise mit Tritten und dem Wurf der Spielzeugpistole in Richtung des Kopfes eines Beamten gewehrt haben.
Die Verhandlung dauerte keine 15 Minuten. Nach Verlesung der Anklage bat der Verteidiger um ein Rechtsgespräch. Ziel sollte sein, für seinen Mandanten eine Bewährungsstrafe auszuhandeln. Doch der Richter sah dafür keinen Grund: "Ihr Mandant hat bereits eine laufende Bewährung." Reaktion des Verteidigers: "Dann müssen wir noch etwa acht Entlastungszeugen laden lassen. Außerdem würde ich ein paar Videos als Beweismittel einbringen wollen, die im Laufe des Vorfalls gefertigt worden sind."
Daraufhin setzte der Richter das Verfahren aus. "Ich gucke mir an, was da kommt", sagte er. Einen neuen Verhandlungstermin wird es nicht vor Januar geben.