Angeblichen Fahrer gibt es gar nicht

thl. Lüneburg. Für den 69-jährigen Unternehmer aus Garlstorf, der sich vor dem Lüneburger Landgericht wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen verantworten muss, zieht sich die Schlinge immer enger.
Wie berichtet, soll der Mann im Januar 2011 auf der Straße zwischen Garlstorf und Lübberstedt eine Fußgängerin angefahren und schwer verletzt liegen lassen haben. Ein Verfahren gegen ihn vor dem Winsener Amtsgericht wurde im November ans Landgericht abgegeben. Seitdem sitzt der Angeklagte in U-Haft.
Am jüngsten Prozesstag sagten Gutachter und Polizeibeamte aus. Ein Sachverständiger unterstellte dem Unfallopfer "Glück im Unglück". Hätten die Ersthelfer nicht so beherzt reagiert, wäre die Frau damals verstorben, hieß es.
Nachdem der Angeklagte ins Visier der Ermittler geraten war, gab er seinerzeit an, dass ein Pole den Wagen zum Unfallzeitpunkt gefahren habe. Doch alle Ermittlungen zu dieser Person verliefen im Sande. "Wir gehen davon aus, dass es den Mann gar nicht gibt", so ein Beamter vor Gericht. Dafür wurden in der sichergestellten Kleidung des Angeklagten Glassplitter gefunden, die eindeutig von der zerborstenen Windschutzscheibe des Unfallwagens stammen.
Der Prozess geht weiter. Das Urteil wird für kommenden Montag, 25. Februar, erwartet.

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