thl. Winsen. "Ich bereue meine Taten zutiefst und hoffe, dass meine Tochter mir irgendwann mal verzeihen kann." So die letzten Worte des Angeklagten (53) vor der Urteilsverkündung vor dem Amtsgericht Winsen. Dort musste sich der arbeitslose Tischler wegen Verbreitung pornografischer Schriften und sexuellen Missbrauchs eines Kindes in insgesamt 13 Fällen verantworten. Er hatte sich 2012 selbst angezeigt, sich an seiner damals zehnjährigen Tochter vergangen zu haben. Kurios: Kurz vor dem ersten Prozesstermin im vergangenen Jahr tauchte der Mann unter. Anfang Juli wurde er im Rahmen der Fahndung in Stelle aufgespürt und festgenommen. Seitdem saß er in U-Haft.
Vor Gericht räumte der Angeklagte die Taten umfänglich ein. Seine Tochter habe seinerzeit beim Surfen im Internet ein Pornovideo gefunden, das sie interessierte. Daraufhin habe er - auf ihren Wunsch hin - zusammen mit ihr weitere solcher Filme angeguckt. In drei Fällen habe er seine Tochter abends in Bett gebracht, sich nackt neben sie gelegt und sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen, bzw. an sich vornehmen lassen. Als seine Tochter bei der letzten Tat panisch aus dem Bett sprang, habe es bei ihm "klick" gemacht, so der Handwerker. "Da fiel mir auf, dass ich einen großen Fehler begangen und meiner Tochter sehr viel Kummer bereitet habe", sagte der 53-Jährige.
"Sie haben eine abscheuliche Tat im Schutzkreis der Familie begangen", so der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. "Dennoch haben Sie das Verfahren erst durch Ihre Selbstanzeige ins Rollen gebracht." Er forderte für den Angeklagten eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren sowie die Teilnahme an einer Therapie. Das Gericht folgte dem Antrag. Der Angeklagte verließ den Gerichtssaal als freier Mann und wurde vor der Tür von der Mutter des Kindes in Empfang genommen.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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