thl. Winsen/Lüneburg. In der zweiten Instanz gibt es immer Rabatt - Dieses "Vorurteil" der Bürger wurde jetzt vom Lüneburger Landgericht eindrucksvoll bestätigt. Die 9. Kleine Strafkammer verurteilte einen 31-jährigen Winsener wegen sexuellen Missbrauchs einer Frau (52) zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dazu muss er 3.000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen. In erster Instanz war der 31-Jährige, der mal ein Café in der Luhestadt betrieben hatte, vom Winsener Amtsgericht zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren und Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt worden. Dagegen hatte der Mann Berufung eingelegt.
Die Tat ereignete sich im Januar 2015 nach einem Zechgelage, dass zunächst in einer Kneipe und später in der Wohnung des Opfers und dessen Lebenspartners stattfand. Zu vorgerückter Stunde legte sich die Frau schlafen, ihr Freund und ein weiterer Mann gingen in den Wintergarten, um dort Drogen zu konsumieren. Diesen Moment nutzte der Angeklagte aus und verging sich an der Frau, die jedoch wach wurde und um Hilfe schrie.
Nicht zuletzt deshalb attestierte das Gericht dem nicht einschlägig vorbestraften Angeklagten einen minder schweren Fall des sexuellen Missbrauchs. Und weil er die Tat einräumte und auch das Schmerzensgeld zahlen will, reiche eine Bewährungsstrafe als Strafmaß aus, hieß es.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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