Drei Verteidiger und eine Mauer des Schweigens

Der Angeklagte (re.) neben seinem Verteidiger in der ersten Instanz
  • Der Angeklagte (re.) neben seinem Verteidiger in der ersten Instanz
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Mutmaßlicher Komaschläger sagt zum Beginn des Berufungsprozesses kein Wort

thl. Lüneburg. "Wir gehen davon aus, dass die Beweislage gegen meinen Mandanten nicht ausreichend ist und werden deshalb auf Freispruch plädieren." Deutliche Worte fand der Hamburger Star-Verteidiger Gerhard Strate beim Prozessauftakt vor dem Lüneburger Landgericht gegen einen 33-Jährigen aus Seevetal.
Der junge Mann muss sich verantworten, weil er im Rahmen des Meckelfelder Dorffestes im August 2015 einen Polizisten ins Koma geprügelt haben soll. Dafür wurde der Techniker in erster Instanz vom Amtsgericht Winsen zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Noch am Tag des Urteils legte der Verteidiger dagegen Berufung ein (das WOCHENBLATT berichtete).
Der Berufungsprozess in Lüneburg begann mit einigen Überraschungen. So hat das Landgericht den Haftbefehl gegen den Angeklagten, der in Winsen noch im Gerichtssaal verhaftet worden war, vor zwei Wochen aufgehoben und ihn wieder auf freien Fuß gesetzt. "Trotz der hohen Haftstrafe sehen wir keine Fluchtgefahr, der Angeklagte lebt in einem gefestigten sozialen Umfeld", sagte Gerichtssprecher Dr. Stefan Stodolkowitz. Zur Verhandlung erschien der 33-Jährige gleich mit drei Verteidigern. Und: Ein Security-Mann, der den Seevetaler im ersten Prozess als den Schläger wiedererkannte, blieb der Verhandlung fern, weil er gerade im Kosovo weilt.
Zum Prozessbeginn hüllte sich der Angeklagte in Schweigen. "Wir werden unter Umständen später eine Erklärung abgeben", so seine Verteidiger.
Dafür erzählte das Opfer, ein 33-jähriger Polizeibeamter, noch einmal, wie es heute um ihn steht. Er habe weiterhin epileptische Anfälle, die durch seine schweren Kopfverletzungen ausgelöst worden sind. Sein Traum von einer Polizei-Karriere seien durch die Tat zerstört worden. "Ich kann nie wieder Streife fahren, darf keine Waffe tragen und kein Auto fahren", so der Beamte. Es bleibe lediglich der Innendienst. Doch sogar diesen könne er nur unter größten Schwierigkeiten ausführen, da er aufgrund von Sprachstörungen Angst habe, mit anderen Leute zu telefonieren. Unter Umständen könne es so weit kommen, dass er über kurz oder lang in den Ruhestand versetzt werde.
• Der Prozess geht am Donnerstag, 10. August, weiter. Dann sollen mehrere Zeugen aussagen.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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